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Projektstart: Anpassungsstrategien für touristische Destinationen

06. November 2009 Der Klimawandel schreitet voran, die Auswirkungen auf lokaler und regionaler Ebene sind allerdings noch weitgehend unerforscht. Auch der Tourismus in Niedersachsen ist stark vom Klimawandel betroffen. Mit diesem Semester beginnt deshalb ein Projektteam um Prof. Dr. Edgar Kreilkamp von der Leuphana Universität Lüneburg Strategien zur Anpassung touristischer Destinationen an eine veränderte Klimasituation zu erforschen. Das auf fünf Jahre angelegte Projekt ist Teil des Verbundprojektes Klimafolgenforschung (KLIFF).

KLIFF ist ein vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur finanzierter Forschungsverbund, in dem Wissenschaftler aus 21 Universitäten und Forschungseinrichtungen für vom Klimawandel betroffene Regionen Niedersachsens interdisziplinär an Lösungskonzepten arbeiten. Als Modellregionen wurden der Küstenraum, das Aller-Leine-Einzugsgebiet sowie der Harz und die Heide ausgewählt.

Das Forschungsteam am Lehrstuhl für Strategisches Management & Tourismusmanagement besteht aus Larissa Kirmair, Anne Kotzur und Projektleiter Prof. Dr. Edgar Kreilkamp. Aufbauend auf eine umfassende Analyse der Angebots- und Nachfragesituation und der Herausarbeitung der touristischen Bedeutung der Wälder in den Beispielregionen, erarbeitet das Team Szenarien über die Entwicklung der Touristenströme in Abhängigkeit von Klimaveränderungen.
Die erwartete Steigerung der Durchschnittstemperaturen, die Häufung von Extremwetterereignissen oder Schneemangel in den Wintersportregionen werfen konkrete, praxisrelevante Fragen für die Tourismuswirtschaft und –politik auf:

• Welche Auswirkungen wird der Klimawandel auf die touristische Entwicklung der Regionen Harz und Lüneburger Heide, die Nachfrage der Touristen und die touristischen Produkte haben?
• Wie können sich diese Destinationen und Leistungsträger langfristig auf den Klimawandel einstellen?
• Was bedeuten Klimatrends und Klimawandel für die operative Arbeit in den Regionen Harz und Lüneburger Heide? Wie ist die Zusammenarbeit zwischen Naturschutz und Tourismus zu gestalten und welche gemeinsamen Strategien werden verfolgt?
• Wie kann die Kommunikation nach innen (Information in der Region) und nach außen (gegenüber den Touristen) gestaltet werden, um sowohl ein hohes Bewusstsein für dieses Thema bei den Anbietern in der Region zu schaffen als auch gegenüber dem Kunden die eigenen Aktivitäten zu kommunizieren.

Vorgespräche und erste Befragungen zeigen, dass die touristischen Akteure weder kurzfristig in der Lage sind mit den veränderten Klimabedingungen umzugehen noch langfristig eine Anpassungsstrategie an den Klimawandel entwickelt haben.

Weitere Informationen zum Projekt Klimawandel und Tourismus finden Sie hier.



Ein weiteres Teilprojekt im Rahmen des Forschungsverbundes KLIFF wird vom Institut für Umweltkommunikation der Leuphana durchgeführt. Dieses beschäftigt sich mit der Evaluierung von Anpassungsstrategien im Küstenschutz. Weitere Informationen finden Sie hier.

31.08.2010, zuehlsdorff