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Prof. Wagner erforscht Niedersachsens Wirtschaft

02. Juni 2010 Prof. Dr. Joachim Wagner vom Institut für Volkswirtschaftslehre der Leuphana Universität Lüneburg erhält aus dem Programm „Pro*Niedersachsen“ Forschungsmittel in Höhe von 80.000 Euro. Das hat das Ministerium für Wissenschaft und Kultur des Landes Niedersachsen jetzt bekannt gegeben. Wagner will untersuchen, wie die niedersächsische Wirtschaft im Vergleich zu den anderen Bundesländern abschneidet.

Prof. Dr. Joachim Wagner

„Solche Vergleiche, die dann zu einer Art Bundesliga-Tabelle mit Rangplätzen führen, verwenden bisher nur sehr grobe Daten für ganze Wirtschaftsbereiche. Ein Blick auf die Einzeldaten von Firmen, die dahinter stehen, kann aber wichtige neue Einsichten liefern“, erläutert Professor Wagner. Die Unterschiede zwischen den Rangplätzen können nämlich durch Zufälle begründet sein. In einem solchen Fall sollten sie weder für wirtschaftspolitische Empfehlungen noch für die Beurteilung von Regierungsmaßnahmen genutzt werden.

Oftmals beruhen die Auswertungen für den Ländervergleich auf Stichproben von Unternehmen. Dabei werden Stichprobenfehler nicht beachtet. Genau an diesem Punkt will Wagner ansetzen: „Wir werden jetzt ein genaueres und damit zuverlässigeres Analyseverfahren entwickeln. Das neue Instrument kann dann auf die Industrie und den Dienstleistungssektor Niedersachsens angewendet werden.“

Das neue Projekt startet im Oktober dieses Jahres. Die Forschungsmittel sind für die Beschäftigung eines Wissenschaftlers für zwei Jahre und die Beschaffung der erforderlichen Daten bestimmt.

Im Programm „Pro*Niedersachsen“ fördert das Wissenschaftsministerium in der aktuellen Runde 17 Projekte mit einem Gesamtvolumen von 2 Millionen Euro. Die Auswahl erfolgte durch Fachgutachter in Zusammenarbeit mit der Wissenschaftlichen Kommission Niedersachsen. Mit dem Geld werden Forschungsarbeiten in den Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften mit niedersächsischen Themen gefördert. Das Projekt von Prof. Wagner ist das einzige geförderte Vorhaben aus dem Bereich der Wirtschaftswissenschaften in dieser Runde.

Der Lüneburger Professor Joachim Wagner gehört laut dem aktuellen Handelsblatt-Ranking Volkswirtschaftslehre zu Deutschlands führenden Ökonomen. Der 55-Jährige belegte Platz 28 unter mehr als 1.700 erfassten Volkswirten, die an Universitäten und Instituten in Deutschland, Österreich und der deutschsprachigen Schweiz forschen.

13.01.2012, zuehlsdorff