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Frauenbeauftragte tagen in Lüneburg

27. Februar 2012 Heute treffen sich an der Leuphana Universität die Niedersächsischen Hochschul-Frauenbeauftragten zu ihrer diesjährigen Jahrestagung. Der Ort für die Zusammenkunft ist gut gewählt: Die Lüneburger Uni versteht die Erforschung von Geschlechterdifferenzen und ihren Ursachen schon seit langem als wichtige Querschnittsaufgabe.

Dass Frauen und Männer auch nach jahrzehntelangen Emanzipationsbemühungen noch längst nicht gleichgestellt sind, zeigt sich paradoxerweise besonders gut an den Institutionen, die die Gründe dieser Ungleichheit erforschen: den Universitäten. 2009 arbeiteten an Deutschlands Hochschulen gerade einmal 7.300 Professorinnen - ein Anteil von 18 Prozent. (An der Leuphana Universität sieht es mit 26 Prozent ein wenig besser aus.)

Nun geht es bei der Gender-Forschung nicht primär um Fragen der Chancengleichheit zwischen den Geschlechtern. Dennoch verdeutlichen diese Zahlen, wie wichtig es ist, die Ursachen für derartige Geschlechterdifferenzen und den Einfluss von Machtstrukturen, Rollenzuweisungen und anderen Gründen zu begreifen. 

Die Leuphana Universität versteht dieses Thema von jeher als Querschnittsaufgabe, die sich in ihren vier Schwerpunkten - Bildung, Kultur, Wirtschaft, Nachhaltigkeit - widerspiegelt. In den letzten sechs Jahren sind in Lüneburg fast vierhundert Publikationen zu völlig unterschiedlichen Facetten des Bereichs „Gender" entstanden - ob zur Professionalisierung des Frauenfußballs, zu Geschlechterunterschieden bei der Nutzung von Handys, zur unterschiedlichen Wahrnehmung von Umweltrisiken durch Frauen und Männer oder zu den Ursachen von Gehaltsdifferenzen zwischen den Geschlechtern.

Ein wichtiges Forschungsthema (auch vor dem Hintergrund, dass viele Unternehmen in Deutschland Hände ringend nach Fachkräften suchen) ist dabei, inwieweit bereits in der Schule Unterschiede zwischen den Geschlechtern Berücksichtigung finden sollten - etwa bei der Art und Weise, in der der Lehrstoff vermittelt wird. Die Leuphana Universität hat in diesem Zusammenhang kürzlich eine so genannte Maria-Goeppert-Mayer Professur eingeworben, die vom Land Niedersachsen für vier Jahre gefördert wird. Projekte an Grundschulen sollen eine empirisch fundierte Antwort auf diese Frage liefern.

Wissenschaftler der Leuphana Universität nehmen aber auch der Schritt von der Ausbildung in den Beruf ins Visier: Warum gibt es so wenige Existenzgründerinnen, und wie lässt sich das ändern? Mit welchen Karriere-Hemmnissen sehen sich Frauen bis heute konfrontiert? Oder auch (und da schließt sich der Kreis): Wie lässt sich eine bessere Chancengleichheit von Frauen in Bildung und Forschung erreichen?

17.01.2013, zuehlsdorff