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Feridun Zaimoglu kommt an die Leuphana
05. Juni 2012 Lüneburg. Mit seinen Büchern "Kanak Sprak", "Abschaum" und "Koppstoff" hat er einen neuen Ton in die deutschsprachige Gegenwartsliteratur gebracht: Der türkischstämmige Autor Feridun Zaimoglu kommt jetzt als vierter Heinrich-Heine-Gastdozent an die Leuphana Universität Lüneburg. Mitte der 90er Jahre feierte er seinen Durchbruch als Schriftsteller. Seine Bücher faszinierten durch die kraftvolle Kunstsprache ihrer Außenseiter-Figuren und provozierten durch den unverstellten Blick auf Gewalt und Ausgrenzung am Rande der Gesellschaft. Für seine Leser wurde er zum Kultautor. Inzwischen ist Zaimoglu mit Romanen wie "Leyla", "Liebesbrand“ und „Hinterland“ als Erzähler etabliert, der sich in den Ghettos der Großstädte ebenso auskennt wie in der Märchenwelt der deutschen Romantik.
Am Freitag, 22. Juni 2012, hält der diesjährige Heine-Gastdozent um 18.30 Uhr eine öffentliche Vorlesung im Hörsaal 4 der Leuphana Universität Lüneburg. Der Publizist und Redakteur Wend Kässens moderiert die Veranstaltung.
Die Heinrich-Heine-Gastdozentur ist ein Kooperationsprojekt von Literaturbüro Lüneburg und Leuphana Universität Lüneburg, gefördert vom Ministerium für Wissenschaft und Kultur des Landes Niedersachsen. Jährlich wird eine im Literaturbetrieb angesehene Autorin oder ein Autor in die Hansestadt eingeladen, um eine öffentliche Vorlesung und ein Kompaktseminar an der Universität zu halten. Den Studierenden der Leuphana wird so ein direkter Zugang zur Gegenwartsliteratur ermöglicht und sie erhalten Einblicke in das schriftstellerische Schaffen der Autoren. Bisherige Gastdozenten waren Uwe Timm, Juli Zeh und Ingo Schulze.
Zur Person
Feridun Zaimoglu, geboren 1964 im anatolischen Bolu, lebt seit seiner Kindheit in Deutschland. Er studierte Kunst und Humanmedizin in Kiel, wo er bis heute als Schriftsteller, Drehbuchautor und Journalist lebt. Er war Kolumnist für das Zeit-Magazin und schreibt für die Welt, die Frankfurter Rundschau, die Zeit und die FAZ. 1999/2000 war Zaimoglu am Nationaltheater Mannheim während der Schauspieldirektion Bruno Klimeks als Theaterdichter beschäftigt. Theaterfassungen und Drehbücher schreibt Zaimoglu meistens mit seinem Co-Autor Günter Senkel. 1997 erhielt er den "civis Hörfunk- und Fernsehpreis" zusammen mit Thomas Röschner für den Beitrag "Deutschland im Winter - Kanakistan. Eine Rap-Reportage". 1998 wurde ihm der Drehbuchpreis des Landes Schleswig-Holstein verliehen. Im November 2000 kam der Film "Kanak Attack", die Verfilmung seines Buches "Abschaum", in die Kinos. Feridun Zaimoglu wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter 2007 der Grimmelshausen-Preis, 2008 der Corine-Preis und 2010 der Jakob-Wassermann-Literaturpreis. 2004 hatte er eine Gastprofessur an der Freien Universität Berlin inne. 2005 ein Stipendium der Villa Massimo, Erlebnisse dieses Romaufenthalts hat er im Buch „Rom Intensiv“ literarisch verarbeitet. Neben seiner Arbeit als Schriftsteller ist Zaimoglu auch als bildender Künstler und Kurator tätig.




