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Leuphana Wirtschaftspädagogik ausgezeichnet

20. Juni 2012 BBS-futur soll die Berufsbildenden Schulen zukunftsfähig machen

Prof. Fischer mit der Urkunde der Deutschen UNESCO Kommission

Lüneburg. Die Auseinandersetzung mit dem Thema Nachhaltigkeit sollte schon während der Schulzeit beginnen. Davon ist Prof. Dr. Andreas Fischer von der Leuphana Universität Lüneburg überzeugt und hat deshalb das Projekt ‚BBS-futur’ auf den Weg gebracht. Es zielt darauf ab, Nachhaltigkeitsthemen im Unterricht an Berufsbildenden Schulen zu verankern. Die Deutsche UNESCO Kommission hat den Professor für Berufs- und Wirtschaftspädagogik dafür jetzt in Berlin ausgezeichnet und ‚BBS-futur’ zum offiziellen Projekt der UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ erklärt. Diese Auszeichnung erhalten Initiativen, die das Anliegen der weltweiten Bildungsoffensive der Vereinten Nationen vorbildlich umsetzen: Sie fördern bei Kindern und Erwachsenen nachhaltiges Denken und Handeln.

„Im Projekt BBS-futur geht es darum, nachhaltige Themen systematisch in den Unterricht und in die Schulorganisation an Berufsbildenden Schulen zu integrieren“, erklärt Fischer. Sieben berufsbildende Schulen aus Niedersachsen und ein Studienseminar beteiligen sich seit dem Frühjahr des vergangenen Jahres daran. An jeder Schule soll mindestens ein übertragbares Beispiel für Nachhaltigkeit im Unterricht und für eine nachhaltige Schulentwicklung erprobt werden. Die Schulen gehen dazu Partnerschaften mit geeigneten Unternehmen ein. Das Projekt trägt bereits erste Früchte: An einer Schule in Delmenhorst wurde eine Photovoltaikanlage aufgebaut, in Delmenhorst eine nachhaltige Schülerfirma gegründet. Die Berufsbildende Schule 3 der Region Hannover entwickelt Lernmodule zum Umgang mit energetischen und ökologischen Bau- und Werkstoffen. Die Projektergebnisse sollen an den anderen niedersächsischen Berufsbildenden Schulen publik gemacht werden. Dazu wird eine Informationsstelle „Berufsbildung für nachhaltige Entwicklung“ aufgebaut.

„Das Votum der Jury würdigt das Projekt, weil es verständlich vermittelt, wie Menschen nachhaltig handeln“, so Prof. Dr. Gerhard de Haan, Vorsitzender des Nationalkomitees und der Jury der UN-Dekade in Deutschland. ‚BBS-futur’ zeige eindrucksvoll, wie zukunftsfähige Bildung aussehen kann. Die Auswahl der  Projekte trifft eine unabhängige Experten-Jury. Entscheidendes Kriterium: Die Bildungsprojekte sollen die Vereinbarkeit von Ökologie, Ökonomie und Sozialem als Beitrag für den Bestand Deutschlands als führender Industrienation praxisnah demonstrieren und Kompetenzen aus den drei Nachhaltigkeits-Dimensionen Wirtschaft, Soziales und Umwelt fördern.

Professor Fischer hofft darauf, sein Projekt über das Ende der Förderung im Oktober dieses Jahres hinaus fortsetzen zu können. Von den Ergebnissen sollen die berufsbildenden Schulen nicht nur in Niedersachsen sondern auch in anderen Bundesländern profitieren. Diese Absicht verfolgen auch das niedersächsische Kultusministerium und die Deutsche Bundesstiftung Umwelt, die das Projekt finanziell fördert.

Die UNESCO-Kommission hat in Deutschland seit dem Jahr 2005 gut 1.500 Projekte ausgezeichnet: In Schülerfirmen etwa lernen Kinder, ökonomisch sinnvoll, umweltverträglich und sozial gerecht zu handeln. Kindergärten und Schulen richten ihr Konzept an den Prinzipien der Bildung für nachhaltige Entwicklung aus, bauen Solaranlagen oder engagieren sich für fairen Handel. Außerschulische Träger organisieren Bildungsangebote rund um das Thema nachhaltige Entwicklung. Die Leuphana verfügt jetzt über insgesamt 14 Dekadeprojekte.


Hintergrundinformationen

UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (2005-2014)
Nachhaltige Entwicklung funktioniert nur, wenn sich jeder für eine menschenwürdige Gesellschaft einsetzt. Die notwendigen Fähigkeiten dazu vermittelt Bildung für nachhaltige Entwicklung, kurz BNE. Mit der UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (2005-2014) haben sich die Staaten der Vereinten Nationen verpflichtet, diese Art des Lernens in ihren Bildungssystemen zu verankern. Auf Grundlage eines einstimmigen Bundestagsbeschlusses koordiniert die Deutsche UNESCO-Kommission die deutschen Aktivitäten zur UN-Dekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung". Sie hat ein Nationalkomitee berufen und mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung eine Dekade-Koordinierungsstelle eingerichtet.

17.01.2013, zuehlsdorff