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Stiftungsrat stärkt Leuphana-Präsidium

16. Juli 2010 Der Stiftungsrat der Leuphana Universität Lüneburg hat in seiner heutigen Sitzung entscheidende Weichen für die weitere erfolgreiche Entwicklung der Hochschule gestellt. Das 7köpfige Gremium, die oberste Entscheidungsinstanz der Universität, wählte Dr. Volker Meyer-Guckel zum neuen Vorsitzenden. Der 49jährige Wissenschaftler ist seit 2005 stellvertretender Generalsekretär des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft in Berlin und leitet dort den Bereich Programm und Förderung. Als wichtigste Sachentscheidung beauftragte der Stiftungsrat das Universitäts-Präsidium, die weiteren Schritte zum Ausbau des Leuphana-Campus einzuleiten. Das Gremium stellt sich hinter die Pläne für das neue Zentralgebäude und etwaige Nebenbauten nach Entwürfen des US-amerikanischen Stararchitekten und Leuphana-Professors Daniel Libeskind. Es votierte für die Weiterführung des ÖPP-Projekts (öffentlich-private Partnerschaft) zu Bau und Betrieb durch einen privaten Partner. Außerdem bekräftigte der Stiftungsrat ebenso wie zuvor schon das Präsidium die Planungen der Universität für den weiteren Ausbau der Lehrerbildung in Lüneburg.

Meyer-Guckel gehört dem Stiftungsrat seit April dieses Jahres an. Als Vorsitzender folgt er nun Prof. Dr. Marion Schick. Sie war kürzlich zur neuen Bildungsministerin des Landes Baden-Württemberg berufen worden und hatte deshalb den Stiftungsratsvorsitz niederlegen müssen. Meyer-Guckel studierte Anglistik, Philosophie und Chemie in Kiel, Belfast und New York. Er unterrichtete Amerikanische Kulturwissenschaft an der Universität Kiel, wo er 1992 auch promovierte. 1993 ging er zur Studienstiftung des deutschen Volkes, arbeitete von 1997 bis 1999 im Stab des damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog und wechselte anschließend zum Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft. „Die Leuphana befindet sich mitten in einem tiefgreifenden Reformprozess und gehört derzeit zu den innovativsten Hochschulen in Deutschland“, sagte Meyer-Guckel nach seiner Wahl.


Als Symbol des vor vier Jahren eingeleiteten Umbaus der Universität Lüneburg zu einer Modellhochschule im Zuge des Bologna-Prozesses steht das neue Zentralgebäude. Dieses Projekt wird im Rahmen einer öffentlich-privaten Partnerschaft (ÖPP) realisiert. Mehrere Angebote privater Partner liegen vor. Mit einem Vertragsabschluss wird noch in diesem Jahr gerechnet. In seiner heutigen Sitzung hat sich der Stiftungsrat intensiv mit dem Stand der Planungen beschäftigt. Er beauftragte das Universitäts-Präsidium, jetzt in die entscheidende Phase des Vergabeverfahrens einzutreten und den besten Bieter zu ermitteln. Leuphana-Vizepräsident Holm Keller dankte dem Stiftungsrat: “Mit der heutigen Entscheidung hat das Projekt eine wichtige Hürde genommen, wir danken dem Stiftungsrat für seine klare Unterstützung." Die Pläne sorgen bereits seit längerer Zeit für große Aufmerksamkeit über die Grenzen Lüneburgs hinaus. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie hatte das integrative, nachhaltige Konzept beim Wettbewerb „Architektur mit Energie“ im Mai 2009 ausgezeichnet. Als eines von drei Beispielen zukunftsweisender Architektur wird der Entwurf derzeit auf der Weltausstellung in Shanghai präsentiert.

Eingehend befasste sich der Stiftungsrat auch mit der Entwicklungsplanung der Universität. Neben zahlreichen Berufungsverfahren für neue Professoren, mit denen die Qualität der Lehre weiter verbessert wird, stand auch die Zukunft der Lehrerbildung in Lüneburg zur Debatte. Befürchtungen von Studierenden, die Lehrerbildung sei gefährdet, wies der Stiftungsrat ausdrücklich zurück. Er verwies dazu auf die seit dem gestrigen Donnerstag vorliegende Akkreditierung für den Studiengang und auf Aussagen von Universitäts-Präsident Sascha Spoun, der unlängst erklärt hatte, die Lehrerbildung in Lüneburg werde wie geplant ausgebaut und bleibe ein integraler Bestandteil des Lehrangebots der Leuphana.

 

Einen aktuellen Film mit Impressionen des geplanten Zentralgebäudes sehen Sie hier.

13.01.2012, zuehlsdorff