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Wirtschaftsinformatiker lassen Drohne tanzen
14. Juli 2011 Lüneburg. Die Wirtschaftsinformatik-Studierenden der Leuphana Universität Lüneburg können beim Lernen ihrem Spieltrieb freien Lauf lassen. In einem Seminar zur Einführung in die mobile Anwendungsentwicklung haben sie nicht nur Softwareentwicklungsansätze kennen gelernt, sondern auch einer Drohne das Tanzen beigebracht.
Software-Architekturen und Programmiertechniken für mobile Anwendungen kennenzulernen, darum ging es für die Studierenden in einem Seminar von Stefan Kleine Stegemann und Prof. Dr. Burkhardt Funk. Damit aber nicht nur theoretisches Basiswissen in die Köpfe gelangt, wurden die Prinzipien und Technologien gleich an einem praktischen Beispiel angewendet. Eine Parrot AR.Drone sollte mit Hilfe mobiler Endgeräte gesteuert und so für spezielle Anwendungen programmiert werden. Der Quadrocopter lässt sich einfach über ein WLAN mit Steuergeräten wie dem iPad oder dem iPhone verbinden. Das akkubetriebene Fluggerät wiegt gerade einmal 350 Gramm, ist mit zwei Kameras und Ultraschall-Sensoren ausgestattet.
Die Arbeit mit der Drohne bringt die Studierenden nicht nur zur praktischen Entwicklung mobiler Anwendungen („App“), sie hat auch einen gewissen Spaßfaktor. Eine Seminargruppe brachte dem kleinen Roboterflugzeug sogar das Tanzen bei. Der Code dafür wurde auf einem Rechner in Java implementiert, das Musikstück als MIDI-Datei angewendet, die mit 127 Tönen eine gute Grundlage für die Steuerung bietet. Das Programm analysiert die Musikdatei und lässt die Drohne zur Musik passende Manöver fliegen. Dafür werden nicht nur die Tonpassagen verglichen, auch das Tempo der Musik wird mit der „Drohnen-Zeit“ synchronisiert. Ganz reibungslos funktionierte das nicht auf Anhieb: Die Reaktionszeit der Drohne stellte zunächst ein Problem dar. „Die Kommandos kamen so schnell, dass die Drohne gar nicht rechtzeitig reagieren konnte“, sagt Wirtschaftsinformatik-Student Ismail Güzel. Die Differenz herauszurechnen, gelang schließlich mit einer Anleihe bei einem vergleichbaren Projekt der ETH Zürich.
Das Department Wirtschaftsinformatik der Leuphana ist mit seiner Arbeit an der Schnittstelle zwischen Wirtschaft und Informatik angesiedelt. Forschung und Lehre in diesem Bereich zielen darauf ab, betriebswirtschaftliche Probleme mit Hilfe der Informatik zu lösen. Im Studium geht es deshalb nicht nur um theoretische Konzepte der Informatik, sondern auch um die praxisnahe Softwareentwicklung und um betriebswirtschaftliche Grundlagen. Anders als reine Informatiker arbeiten Wirtschaftsinformatiker vorwiegend als Generalisten, ein Profil, das derzeit am Arbeitsmarkt sehr gefragt ist.
Weitere Informationen zum Wirtschaftsinformatik-Studium an der Leuphana:
www.leuphana.de/wirtschaftsinformatik-studium-bachelor.html



