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Wie Städte sich über ihre toten Dichter positionieren
26. November 2009 Im Rahmen der Ringvorlesung Transdisziplinarität der Kulturwissenschaften spricht Dr. Gerhard Schäffner vom Leuphana Institut für Kulturtheorie, Kulturforschung und Künste am 26. November 2009 zum Thema „Genius loci. Wie Städte sich über ihre toten Dichter positionieren“.
Städte als politische Willensgemeinschaften organisieren Alltag und Zusammenleben ihrer Bewohner und sind seit den Ursprüngen der urbanen Zivilisation auch Garanten individueller Freiheit, mithin Keimzellen der Demokratie. In entwickelten Ökonomien gibt es auch einen Wettbewerb unter den Städten, der von „harten“ Standortfaktoren wie Infrastruktur und sogenanntem „Humankapital“ vor allem entlang der Kategorie „Image“ ausgefochten wird. In der Regel punkten dabei die touristischen Destinationen mit architektonischen Alleinstellungsmerkmalen oder periodischen Großveranstaltungen: zum Beispiel das romantische Heidelberg mit Schloss und Brücken, München mit dem Oktoberfest, Salzburg mit seinen Festspielen – diese Städte sind mit ihrer suggerierten Lebensqualität interessant für Investoren, beziehen daraus aber auch ihre Selbsteinschätzung.
Am Beispiel der Stadt Mannheim, deren „Goldenes Zeitalter“ vor 200 Jahren mit dem Wegzug des kurfürstlichen Hofes nach München zu Ende ging, wird Dr. Schäffner untersuchen, wie die Stadt seitdem mit der Verbindung zum Dichter Friedrich Schiller wirbt. Polyperspektivisch werden dabei wirtschafts- und sozialgeschichtliche, geistesgeschichtliche aber auch naturhistorische Faktoren eine Rolle spielen.
Dr. Gerhard Schäffner lehrt seit 1993 als Kulturwissenschaftler an der Leuphana. Von 2005 bis 2009 war er im Mandatsurlaub als Stadtrat in Mannheim und wirkte dort unter anderem im Betriebsausschuss des dortigen Nationaltheaters und im Aufsichtsrat des kommunalen Kulturzentrums mit.
Der Vortrag findet von 14.15 – 15.45 Uhr im Hörsaal 2, Campus Rotes Feld, Wilschenbrucher Weg 84, statt. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen.
Einen Überlick über die weiteren Vorträge im Rahmen der Ringvorlesung finden Sie hier.


