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Dieter RothDIETER ROTH

Selbstbildnis, 1969, Schokoladenbüste, Glassturz

Beispielhaft für die von Dieter Roth praktizierte Schaffensform  des „work in progress“  ist das „Selbstbildnis“ von 1969. Aus Schokolade gefertigt ist die Büste dem zunehmenden Verfall durch Temperaturschwankungen, Schimmelpilz und Insektenbefall ausgesetzt. Zerstörung und Gestaltungskraft begründen im Zeitverlauf die werkbestimmende Dialektik, die über den Tod des 1930 geborenen Künstlers hinaus wirkt. Als Resultat ist in dem Objekt heute, 40 Jahre nach seinem Guss, die Form einer Büste nur noch bedingt zu erkennen. Dabei ist die zeitlich begrenzte Existenz des Kunstwerkes, welche sich durch den Verfall, das „Verschwinden“ manifestiert, bei Roth Programm, wodurch der klassische Ewigkeitsanspruch der Kunst übergangen wird.

15.08.2011, krahn