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Gary KuehnGARY KUEHN

Untitled, 1967, Baumwolle, Holz, Metall

Das spannungsvolle Verhältnis der Gegensätze zu untersuchen, ist ein Ziel der Arbeiten des 1939 geborenen Gary Kuehn. Der heute in New York arbeitende Künstler stammt aus einer Generation, die den konfliktreichen Strömungen der sechziger Jahre in Form des abstrakten Expressionismus und des Konstruktivismus eine neue Art der Kunst entgegensetzen wollten. So trat die Konzentration auf das Material und den Prozess des Kreierens in den Vordergrund.

Bei dem in der Großen Ratsstube ausgestellten Werk handelt es sich um eine seiner frühen Skulpturen aus dem Jahre 1967 und wieder um die Thematisierung eines Gegensatzes, denn Ordnung und Chaos stehen sich gegenüber, spannungsreich umfasst von Metall. So korrespondiert das Werk mit dem Raum über die Darstellung der Stadt Lüneburg als Stadt der Tugenden an der rechten Südwand. Im Zentrum des Bildes ist das geordnete, tugendhafte Leben zu finden, während außerhalb Chaos, Krieg und Krankheit wüten. Auch bei Kuehn wird das Durcheinander der Schnüre gebändigt, hier nicht mit Hilfe der Gottesfurcht, sondern durch die gewaltsame Kraft der metallenen Schraubzwingen. Wie die Bilder der Ratsstube erscheint das Werk als mahnender Vergleich zwischen Ideal und Wirklichkeit.

15.08.2011, krahn