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Hermine AnthoineHERMINE ANTHOINE

Untitled, 1999, Bronze, Schmetterlingsflügel

Das vorliegende Werk besteht aus in Bronze gegossenen Schmetterlingsflügeln und vielen auf dem Boden ausgelegten echten Flügeln dieser farbenfrohen Insekten. Die 1973 geborene Künstlerin arbeitet vorwiegend mit traditionellen Methoden und Bronze ist eines ihrer favorisierten Materialien. Das glänzende, warme Metall verweist auf eine lange kunsthistorische Tradition des nahezu perfekten Naturabgusses. Durch den Prozess werden leichte, vergängliche und lebendige Dinge in Schweres und Beständiges transformiert. Sie verlieren aber dennoch nicht vollständig ihre ursprünglichen Eigenschaften und wirken trotz des massiven Materials noch lebensnah und zugänglich. Die Vergänglichkeit und Sterblichkeit lebender Wesen wird dem Betrachter direkt durch den Einsatz der Schmetterlingsflügel präsentiert. Dennoch vermittelt der Bronzeabguss ein Gefühl von Unveränderlichkeit und materieller Unsterblichkeit. Durch die direkte, spannungsvolle Gegenüberstellung von Abguss und Vorbild, von Bronze und natürlichen Oberflächen und Texturen wird der Übergang vom Lebendigen ins Tote, vom Natürlichen zum durch den Menschen Geschaffenen thematisiert.

15.08.2011, krahn