Ludwig Vandevelde
Le Poids de la mélancolie, 1989, Waage, Holzkohle, Papier, Vitrine aus gebeiztem Holz
Ludwig Vandevelde, geboren 1957, will mit seinen Arbeiten Verbindungen zwischen der Kunst und der Realität herstellen. Sein Anspruch an Kunst lautet: Wenn ein Künstler ein Objekt in die Welt setzt, muss die Frage gestellt werden, welche Beziehung dieses zur Welt hat und welche fehlt. Doch angesichts einer Krise der Bedeutung in der Kunst seit Beginn der Moderne ist ein Gefühl der Leere spürbar: Die Lesbarkeit und direkte Übertragung der Kunst in das reale Leben scheint verloren gegangen. Die daraus resultierende Hoffnungslosigkeit und Melancholie, welche wiederum den Rezeptionsvorgang erschwert und die Schönheit eines Kunstwerkes verblassen lässt, stellen ein für Vandeveldes Arbeiten typisches Thema dar.
So wird auch die Schwere der Melancholie bereits im Titel der vorliegenden Arbeit aufgegriffen. Auf der Waage wird Holzkohle mit dem Titel des Werkes auf Papier aufgewogen. Die mit den beiden Elementen verbundenen Attribute – Schwere, Last und Leichtigkeit – könnten gegensätzlicher nicht sein, und doch ist die Waage ausgeglichen, schlägt weder zur einen noch zur anderen Seite aus. Sie steht still – ein Zustand, der Melancholie auslöst, ist doch jede Form von Ausgeglichenheit ein Hindernis für Entwicklung und Fortkommen.



