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Reiner RuthenbeckREINER RUTHENBECK

Tuch mit Spannrahmen, 1973, Spannrahmen, Baumwolltuch

Als still und klassisch hat Johannes Cladders 1971 das Formenvokabular Reiner Ruthenbecks charakterisiert – nur zwei Jahre später entstand die vorliegende Arbeit, die schlichter in ihrer Form und gleichzeitigen Funktionalität nicht sein könnte. Eigenschaften wie Einfachheit und Natürlichkeit ließen sich hier ergänzen, ist doch offensichtlich, was vorliegt: ein Tuch mit Spannrahmen. Unter der Prämisse "Materialschlachten" zu vermeiden und nicht eine weitere Arbeit zu schaffen, die sich ein Sammler auf die Kommode stellen kann, beschränkt Ruthenbeck, geboren 1937, sich nicht nur in Form und Farbe, sondern auch im Material. Dabei werden die spezifischen Charakteristika der Stofflichkeit betont.  Auch ein weiteres, für Ruthenbecks Arbeiten typisches Moment ist sofort erkennbar: Polaritäten, Kontraste, Gegensätze. Diese stellt er jedoch nicht nur einander gegenüber. Auf der Suche nach einem übergeordneten Prinzip hat er die Einheit von Polaritäten und Dualismen, die Beziehung zwischen diesen beiden Phänomenen erkannt. Ziel seiner Arbeiten soll die formale Lösung ihrer scheinbaren Unvereinbarkeit sein. Um dieses zu erreichen arbeitet er vorwiegend mit Begriffspaaren wie weich/hart, hell/dunkel oder offen/geschlossen.

15.08.2011, krahn