Curriculum Volkswirtschaftslehre

Das dreijährige Bachelor-Studium der Volkswirtschaftslehre am College (6 Semester, 180 Credit Points) beginnt mit dem Leuphana Semester, das Sie zusammen mit den Studienanfängerinnen und –anfängern der anderen Major absolvieren. Ab dem 2. Semester folgt die Spezialisierung in den Major VWL und in den von Ihnen gewählten Minor. Der Major bildet mit fünf Fachsemestern den thematischen Schwerpunkt Ihres Studiums,. Der Minor ergänzt diesen Schwerpunkt um ein zweites Wissensgebiet. Zusätzlich zum Fachstudium aus Major und Minor absolvieren Sie gemeinsam mit Studierenden anderer Major ab dem 2. Semester das interdisziplinär angelegte Komplementärstudium.
Die Module des Majors umfassen in den ersten Semestern eine Reihe von Veranstaltungen, die Ihnen die methodischen Grundkenntnisse der Volkswirtschaftslehre näher bringen sollen, d.h. insbesondere mathematische und statistische Grundlagen, ohne die eine handfeste Analyse volkswirtschaftlicher Problemstellungen nicht möglich ist.
Zudem wird in den ersten beiden Fachsemestern das fachliche Fundament für den angehenden Volkswirt gelegt. Es umfasst die grundlegenden Veranstaltungen „Makroökonomie“ und „Mikroökonomie“:
- Die Makroökonomie versucht gesamtwirtschaftliche Phänomene wie z.B. Inflation, Arbeitslosigkeit und Wirtschaftswachstum zu erklären. Typische Fragen dieses Teilgebiets der VWL sind „Sollte die Zentralbank den Leitzins senken?“ oder „Wie sinnvoll sind Eingriffe des Staates?“.
- Die Mikroökonomie versucht, das Verhalten einzelner Wirtschaftssubjekte ( ein Haushalt, eine Firma) zu erklären und deren Verhalten auf verschiedenen Märkten (z.B. dem Arbeitsmarkt) zu analysieren. Typische mikroökonomische Fragestellungen lauten „Sollte es einen Mindestlohn in der Postbranche geben?“ oder „Warum verdienen Männer mehr als Frauen?“.
Im 4. und 5. Semester wird auf dieses Grundgerüst zurückgegriffen. In Wahlfächern haben Sie die Möglichkeit, Ihre eigenen Interessen zu vertiefen und thematische Schwerpunkte zu setzen. Die Wahlveranstaltungen können zum Beispiel das Thema Geldpolitik, Wirtschaftspolitik, Wirtschaftswachstum, Glücksforschung, die ökonomische Analyse des Rechts umfassen.
Spätestens im Modul „VWL-Forscher/innen in Aktion“ und dem Lehrforschungsprojekt kommen Sie erstmals mit aktuellen Forschungsthemen aus der Praxis von Volkswirten in Kontakt. „VWL-Forscher/innen in Aktion“ zeigt, welche Berufsfelder Volkswirten offen stehen. Im Lehrforschungsprojekt nehmen Sie aktiv an der Formulierung einer Forschungsfrage teil und sind an der Wahl der theoretischen Modelle, der Datenerhebung und -auswertung beteiligt. Der direkte Praxisbezug dient der Vorbereitung der ersten eigenen wissenschaftlichen Ausarbeitung – der Bachelor-Arbeit.
Die Bachelor-Arbeit (auch Thesis) rundet das Bachelor-Studium mit Schwerpunkt Volkswirtschaftslehre ab. Hier können Sie zeigen, dass Sie die erlernten Grundlagen und Methodenkenntnisse auf ein eigenes Thema anwenden und innerhalb eines neunwöchigen Bearbeitungszeitraums eine eigene wissenschaftliche Auseinandersetzung mit aktuellen Fragestellungen bewerkstelligen können.
Mit dem Abschluss des Bachelor-Studiums mit Schwerpunkt Volkswirtschaftslehre erwerben Sie den Bachelor of Science (B.Sc.).
Pflichtmodule
Sie werden während des Studiums im Rahmen des Majors VWL folgende Pflichtmodule absolvieren:
- Mathe/Statistik für Wirtschaftswissenschaftler I und II
- Einführung in Regressionsverfahren
- Einführung in die Volkswirtschaftslehre
- Makroökonomie I, II und III
- Mikroökonomie I, II und III
- VWL-Forscher/-innen in Aktion
- Lehrforschungsprojekt
- VWL Aktuell
Die Module zu den Themen Mathematik, Statistik und Regressionsverfahren schaffen die methodischen Grundlagen für eine fundierte Analyse volkswirtschaftlicher Fragestellungen. Ausreichende mathematische Grundlagen helfen, die theoretischen Grundlagen und Modelle der Volkswirtschaftslehre zu verstehen, welche dann mit Hilfe statistischer und ökonometrischer Werkzeuge überprüft werden können. Ohne diese Werkzeuge kann eine Fragestellung meist nur intuitiv angegangen werden, ohne verlässliche Aussagen ableiten zu können.
Neben den methodischen Grundkenntnissen, die bereits im 1. Semestergelegt werden, soll die Einführung in die VWL Ihnen erste ökonomische Konzepte näherzubringen, z.B. die Arbeit mit Modellen. Anschließend folgen die fachspezifischen Module „Makroökonomie“ und „Mikroökonomie“. Diese beiden Teilgebiete der VWL stellen die Grundpfeiler des Studiums dar. Die Module sollen Sie in die Lage versetzen, Probleme, die in aktuellen wirtschaftspolitischen Debatten auftauchen, mit den Augen eines Ökonomen zu sehen und die Grundzusammenhänge wirtschaftlichen Handelns in vereinfachter Form darzustellen.
Die Module „Forscher/-innen in Aktion“, „VWL Aktuell“ sowie das Lehrforschungsprojekt bringen Sie näher an die aktuelle Wissenschaftspraxis, indem Sie (a) Kontakt zu Volkswirten aus Wissenschaft und Praxis erhalten, die über aktuelle Themen oder Forschungsbereiche vortragen (Forscher/-innen in Aktion), (b) unter Betreuung eines Professors erste eigene Forschungsarbeit leisten, Daten sammeln und analysieren (Lehrforschungsprojekt) und (c) ein aktuelles Thema der Volkswirtschaftslehre im Rahmen eines Seminars selbst bearbeiten und eine Hausarbeit anfertigen.
Die Kombination aus Methodenkenntnissen, Fachkenntnissen und wissenschaftlicher Praxis bietet eine moderne und praxisnahe volkswirtschaftliche Ausbildung, die mit der Bachelor-Arbeit ihren Abschluss findet.
Wahlpflichtmodule
Innerhalb des Studiums gibt es eine Reihe von Wahlpflichtmodulen. Die Wahlpflicht besteht im 4. und 5. Semester. Sie haben so die Möglichkeit, innerhalb des Majors eigene Schwerpunkte zu setzen und Ihre Studieninhalte zu individualisieren.
Die Inhalte dieser Wahlpflichtmodule sind ausgerichtet auf aktuelle volkswirtschaftliche Fragestellungen und die Forschungsgebiete der Lehrenden. Auf diese Weise werden ökonomische Grundlagen und wirtschaftspolitisch relevante Aspekte miteinander verknüpft und ein expliziter Praxisbezug hergestellt. Kernthemen, die im Rahmen dieser Wahlpflichtmodule behandelt werden, umfassen die Themen Geldpolitik, Glücksforschung, Wirtschaftswachstum, Außenwirtschaft, Finanzwissenschaft und Arbeitsökonomik.
Neben den Pflicht- und Wahlpflichtmodulen gibt es eine Reihe weiterer Angebote, deren Besuch nicht verpflichtend, aber durchaus lohnenswert ist. Hierzu zählen – neben der Möglichkeit weitere Veranstaltungen aus dem Fächerkanon des Leuphana Bachelors zu wählen – auch Vortrags- und Diskussionsreihen, in denen Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik zu bestimmten Themen an der Leuphana vortragen. In der Vergangenheit gab es z.B. eine Vortragsreihe zur aktuellen Wirtschafts- und Finanzkrise, in der u.a. der Wirtschaftsweise Prof. Dr. Christoph Schmidt und der Direktor des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, Prof. Dr. Joachim Möller, zu Gast waren.
Bachelor-Arbeit
Die Bachelor-Arbeit, die Sie im letzten Semester Ihres Studiums innerhalb einer neunwöchigen Bearbeitungszeit anfertigen und in einem Kolloquium verteidigen, stellt den Abschluss der wissenschaftlichen Ausbildung einer angehenden Volkswirtin oder eines angehenden Volkswirts dar.
Im Rahmen der Abschlussarbeit können Sie zeigen, dassSie die erlernten Methoden und Theorien auf ein bestimmtes volkswirtschaftliches Themengebiet anwenden, die Ergebnisse der Untersuchung bewerten und daraus Schlussfolgerungen ziehen können. Zudem treffen Sie mit der Wahl des Themas eine Weichenstellung für Ihre weitere Karriere, indem Sie sich das erste Mal tiefer mit einer bestimmten Problematik beschäftigen. Mit der Bachelor-Arbeit beweisen Sie auch, dass Sie es verstehen, wissenschaftlich zu arbeiten, d.h. Ihre Aussagen ausreichend zu belegen und wissenschaftliche Standards einzuhalten.
Informationen für Studierende
Informationen über die Anfertigung der Bachelor-Arbeit finden Sie in der aktuellen Rahmenprüfungsordnung (RPO) sowie in der aktuellen fachspezifischen Anlage (FSA) für den Major VWL.





