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Besonderheiten / FAQBESONDERHEITEN / FAQ

Diese Seite soll dazu dienen, häufige Fragen zu beantworten und die Besonderheiten des VWL-Studiums an der Leuphana Universität in Lüneburg zu beschreiben.

Was ist der Unterschied zwischen BWL und VWL?

Grundsätzlich unterscheiden sich BWL und VWL in ihrem Betrachtungsgegenstand.

Am deutlichsten sind die Unterschiede zwischen den makroökonomischen Theorien (siehe Curriculum oder Pflichtmodule) und der Betriebswirtschaftslehre. Studierende der BWL befassen sich nicht mit gesamtwirtschaftlichen Phänomenen wie Inflation, Wirtschaftswachstum oder Arbeitslosigkeit, sondern nehmen die Sichtweise eines Unternehmens ein (auch wenn diese breite Betrachtung durchaus wichtig ist für unternehmerische Entscheidungen).

Der Unterschied der BWL zur Mikroökonomie, die sich auch mit den Entscheidungen von Unternehmen befassen, besteht darin, dass Studierende der BWL lernen, wie die Prozesse innerhalb eines Unternehmens gestaltet und optimiert werden (etwa in der Produktionsplanung oder Finanzplanung). Mikroökonomisch orientierte Volkswirte hingegen analysieren die Interaktion von Unternehmen auf verschiedenen Märkten. Am einfachsten ist die Unterscheidung vielleicht am Beispiel eines Unternehmen auszumachen, das in seinem Bereich eine Monopolstellung innehält. Studierende der BWL sehen dies als Vorteil und versuchen, diese Situation bestmöglich zu nutzen. Volkswirte fragen ebenfalls, zu welchem Preis das Unternehmen seine Produkte verkaufen sollte, um seinen Gewinn zu maximieren. Allerdings fragt der Volkswirt auch danach, ob Monopole für die gesamte Volkswirtschaft schädlich sein könnten.

In der Regel werden für viele Stellen auf dem Arbeitsmarkt „Wirtschaftswissenschaftler“ gesucht, das heißt Betriebswirte, Volkswirte oder Wirtschaftsmathematiker. Dies ist darauf zurückzuführen, dass es eine Reihe von Schnittmengen zwischen den verwandten Studiengängen gibt. Beispielsweise besuchen BWLer und VWLer dieselben Mathematik- und Statistikveranstaltungen. Beide Wissenschaften argumentieren mit Hilfe theoretischer Modelle und nutzen ähnliche Vorgehensweisen.

Braucht man für das Studium gute Mathematikkenntnisse?

Das Curriculum (der Lehrplan) des Studiums der Volkswirtschaftslehre macht zwei Dinge deutlich:

  • Mathematische und statistische Fähigkeiten sind wichtig, denn zur Beschreibung volkswirtschaftlicher Prozesse bedarf es Theorien und der Überprüfung anhand von Daten – ohne fundierte Analyse keine konkreten Aussagen!
  • Mathematikanteile und Methodenveranstaltungen sind ausreichend im Lehrplan enthalten, d.h. man muss nicht als ausgebildeter Mathematiker an die Uni kommen. Ein Mathe-Leistungskurs mit 15 Punkten ist also keineswegs Voraussetzung für ein gutes VWL-Studium!

Fazit: Mathematikkenntnisse sind für einen Volkswirt unerlässlich, weshalb sie während des Studiums (!) vermittelt werden. Dennoch sollte man keine Abneigung gegenüber einer formalen Herangehensweise an Probleme haben. Gute Vorkenntnisse sind in jedem Fall hilfreich!

Wie wichtig sind gute Englischkenntnisse für einen Volkswirt?

Englischkenntnisse sind für einen Volkswirt unerlässlich. Dasselbe gilt allerdings für ein Studium der Betriebswirtschaftslehre. Ein Großteil der Forschung findet im angelsächsichen Raum statt (vor allem in den USA), sodass es eine Vielzahl von Lehrbüchern und Aufsätzen gibt, die in englischer Sprache verfasst sind. Dies bedeutet jedoch nicht, dass man einen Englisch-LK besucht haben muss. Jeder, der sich ein wenig mit der Literatur befasst, lernt schnell das gebräuchliche Vokabular und kann Lehrbücher nach kurzer Einarbeitungszeit ohne Probleme verstehen. Spätestens bei der Bearbeitung der Bachelor-Arbeit (allerspätestens beim Einstieg in das Berufsleben) sind Englischkenntnisse Grundvoraussetzung für den eigenen Erfolg.

Wo kann man später als Volkswirt arbeiten?

Die Frage nach möglichen Einsatzgebieten und Berufschancen von Volkswirten wird unter „Beruf und Karriere“ ausführlich beantwortet.

Wo kann man einen ersten Eindruck über das Studium der Volkswirtschaftslehre gewinnen?

Einen guten Eindruck vermitteln grundlegende Lehrbücher, die in den Grund- und Einführungsveranstaltungen des Studiums verwendet werden. Stellvertretend sei hier der umfassende Klassiker von Nobelpreisträger Paul Samuelson und William Nordhaus mit dem passenden Titel „Volkswirtschaftslehre“ (mi-Fachverlag, 2005) sowie das Standardwerk vom Wirtschaftsweisen Peter Bofinger („Grundzüge der Volkswirtschaftslehre“, Pearson Studium, 2006) genannt. Beide Bücher – sowie viele vergleichbare Angebote – findet man in der Bibliothek oder im Internet, wenn man eine Idee vom Fach Volkswirtschaftslehre erhalten will.

Was ist das Leuphana Semester?

Das Leuphana-Semester ist die Bezeichung für das erste Semester, das alle neuen Bachelor-Studierenden gemeinsam durchlaufen. Darin enthalten sind die Module „Verantwortung“, „Methoden“, „Geschichte“ und „Grenzen“. Im Rahmen dieses Auftakt-Semesters werden

  • fachübergreifende Kompetenzen wissenschaftlichen Arbeitens vermittelt und
  • fachspezifische Grundlagen geschaffen.

In jedem Modul haben die Studierenden die Möglichkeit aus einer Reihe von Angeboten zu wählen, wobei fachspezifische Anteile verpflichtend sind (zum Beispiel "Einführung in die Volkswirtschaftslehre"). Genauere Informationen finden Sie in der linken Navigation unter „Das Leuphana Semester“.

Auslandsaufenthalte während des Studiums?

Eine der ersten Fragen in Vorstellungsgesprächen ist die nach einem Auslandsaufenthalt, welcher Sprach- sowie kulturelle Kompetenzen und Eigenverantwortlichkeit bescheinigt. Aus diesem Grund bietet das Studium der Volkswirtschaftslehre die Möglichkeit, ein Semester an einer ausländischen Universität zu studieren. Auf den Seiten des International Office (das akademische Auslandsamt) findet sich unter dem Punkt „Kooperationen“ eine Liste der Partneruniversitäten, die u.a. Hochschulen in Schweden, Italien oder Frankreich umfassen. Fachübergreifende Kooperationen bestehen u.a. mit Universitäten aus den USA und Australien. Neben den Kooperationspartnern können sich Studierende auch an jeder anderen Hochschule bewerben.

26.04.2012, verfuerth