Der Minor Raumwissenschaften

Die Raumwissenschaften beinhalten eine größere Bandbreite wissenschaftlicher Disziplinen und Arbeitsfelder, deren Gemeinsamkeit in der Analyse und planerischen Gestaltung von Natur- und Kulturräumen besteht. Teilgebiete sind zum Beispiel Natur- und Kulturgeographie, Ökonomie, Boden- und Wasserwirtschaft und Raumplanung. Eine übergreifende thematische Zielsetzung ergibt sich durch das Prinzip der Nachhaltigkeit: Raumnutzung soll wirtschaftlich dauerhaft erfolgsversprechend und ökologisch verträglich sein. Außerdem soll sie soziale Verteilungsgerechtigkeit berücksichtigen, kulturelle sowie Genderbelange beachten bzw. fördern und gesellschaftliche Beteiligung (Partizipation) erlauben. In dieser Vielfalt gilt es, Strukturen zu entdecken und zu analysieren, theoretische Zusammenhänge zu beschreiben, politische und planerische Handlungsnotwendigkeiten aufzuzeigen und Handlungsoptionen zu entwickeln.
Profil
Im Mittelpunkt des Minor Raumwissenschaften stehen folgende Inhalte und Kompetenzen:
- Natur- und Kulturlandschaften in ihrer Entstehung erklären
- Nutzungsmöglichkeiten und Schutzerfordernisse analysieren
- Nutzungsrisiken und -konflikte erkennen
- Konzeptionelle Kenntnisse aus den Ingenieurwissenschaften (Hochbau, Tiefbau und Wasserbau)
- Optimierungsstrategien für die Raumentwicklung entwerfen
- Bei Optimierungsstrategien sozio-ökonomische und ökologische Belange berücksichtigen
Diese Aspekte werden in vielerlei Hinsicht sowohl in wissenschaftlichen als auch in beruflichen Umfeldern benötigt. Dazu gehören die Standortfindung von Anlagen in Industrie, Handel oder Tourismus, die allgemeine kommunale oder regionale Entwicklungsplanung, die Ausweisung von Schutzzonen für Natur oder die Entwicklung von Anpassungsstrategien an den Klimawandel. In diesem Sinne soll der Minor die Absolventinnen und Absolventen dazu befähigen, nicht nur an fachwissenschaftlichen, sondern auch an gesellschaftlichen Debatten und Entscheidungsprozessen aktiv teilzunehmen.
Pflichtmodule
Im Minor Raumwissenschaften gibt es keine Pflichtmodule. Es werden in den Semestern 2 bis 5 insgesamt 8 Module angeboten, aus denen Sie wählen können. Im 2. und 4. beziehungsweise im 3. und 5. Semester stehen jeweils die gleichen Module zur Auswahl. Es wird empfohlen, die Module Wirtschaftsgeografie und Physische Geografie zu belegen, insbesondere am Beginn des Minor-Studiums.
Im 2. Semester: Wahl von 1 aus folgenden 4 Modulen:
- Wirtschaftsgeografie
- Bodenschutz und Bodenmanagement
- Wasserwirtschaft
- Fachplanungen/Projektmanagement, z.B. Agrargeographie, Einzelhandelsgeographie und -management, Mobilität und Verkehr, Projektseminare zu aktuellen Themen
Im 3. Semester: Wahl von 1 aus folgenden 4 Modulen:
- Physische Geografie (1 von 2 Veranstaltungen: Geomorphologie oder Klima & Wetter)
- Bauwerkserhaltung und Revitalisierung
- Grundlagen der räumlichen Planung
- Wertermittlung und nachhaltige Investitionsrechnung
Im 4. Semester: Wahl von 2 aus folgenden 4 Modulen:
- Wirtschaftsgeografie
- Bodenschutz und Bodenmanagement
- Wasserwirtschaft
- Fachplanungen/Projektmanagement, z.B. Agrargeographie, Einzelhandelsgeographie und -management, Mobilität und Verkehr, Projektseminare zu aktuellen Themen
Im 5. Semester: Wahl von 2 aus folgenden 4 Modulen:
- Physische Geografie (1 von 2 Veranstaltungen: Geomorphologie oder Klima & Wetter)
- Bauwerkserhaltung und Revitalisierung
- Grundlagen der räumlichen Planung
- Wertermittlung und nachhaltige Investitionsrechnung
Für eine weitergehende Beschäftigung mit den Studieninhalten des Minor empfehlen wir die fachspezifische Anlage. Diese erhalten sie auf den Seiten des Prüfungsamts über den Link in der Fußzeile.
Beruf und Karriere
Der Minor Raumwissenschaften bietet Ausbildungsinhalte für folgende Berufsfelder:
- Privatwirtschaftliche Standortplanung und Planungsbüros
- Kommunale/regionale Wirtschaftsförderung
- Öffentliche Planung und Politikberatung
- (touristische) Entwicklung, aber auch Schutz von Natur- und Kulturlandschaften
Entscheidend für die Gesamtqualifikation ist die inhaltliche Orientierung innerhalb des Minor bei der Wahl der Module/Veranstaltungen (z.B. mehr ökonomisch oder mehr umweltbezogen, mehr forschungsbezogen oder mehr planungsbezogen) sowie die Kombination mit einem Major.


