Der Minor Wirtschaftspsychologie

Psychologie ist die Wissenschaft vom Erleben und Verhalten. Psychologen suchen mit natur- und sozialwissenschaftlichen Methoden nach Gesetzmäßigkeiten psychischer Funktionen und Prozesse. Dazu gehören zum Beispiel Wahrnehmung, Gedächtnis, Lernen, Denken, Aufmerksamkeit, Emotionen, Motivation, Kommunikation und Motorik.
Wirtschaftspsychologinnen und -psychologen untersuchen diese Funktionen im wirtschaftsnahen Kontext. Im Fokus ihrer Tätigkeit stehen dynamische Fragen: „Wie wirken administrative und wirtschaftliche Entscheidungen und Prozesse auf das Erleben und Verhalten der beteiligten und betroffenen Personen? Und wie beeinflusst deren Verhalten die Entscheidungsfindung von Managerinnen und Managern, Politikerinnen und Politikern oder Behördenvorständen?“
Der Minor Wirtschaftspsychologie vermittelt Ihnen Wissen über psychologische Prozesse und Gesetzmäßigkeiten und informiert über die Grundlagen psychologischer Methodik. Die Studierenden werden in die „psychologische Denkweise“ eingeführt und dafür sensibilisiert, psychische Erlebens- und Verhaltensmuster zu erkennen. Sie lernen psychologisches Fachwissen aufzunehmen, gezielte Fragen zu stellen, zwischen seriösen und unseriösen psychologischen Angeboten bzw. Verfahren zu unterscheiden und bei fachlich qualifizierten Psychologinnen und Psychologen professionelle Antworten zu suchen.
Hinweis: Der Minor Wirtschaftspsychologie ist zulassungsbeschränkt. Näheres hierzu finden Sie unter "Besonderheiten".
Profil
In diesem Minor lernen Sie grundlegende psychologische Theorien und Gesetzmäßigkeiten kennen und Sie gewinnen einen Einblick in die methodische Vorgehensweise von Psychologinnen und Psychologen. Auf diesen Kenntnissen aufbauend gestalten Psychologinnen und Psychologen effiziente, sichere und gesundheitsverträgliche Arbeitsplätze und -prozesse, analysieren soziale Strukturen und optimieren Personalauswahl, Personaleinsatz und Kommunikationsstrukturen. Sie erkunden Wünsche oder Bedürfnisse von Verbraucherinnen und Verbrauchern, entwerfen benutzerfreundliche Produkte und Werbekonzepte, ermitteln den Bedarf nach Weiterbildung für Individuen und in Organisationen, gestalten und organisieren Trainings, betreiben Qualitätsmanagement, untersuchen, was die Zufriedenheit von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, Kundinnen und Kunden ausmacht oder beraten Verkehrs- und Umweltplanerinnen und -planer bei der menschengerechten Gestaltung von Verkehrs- und Lebensräumen.
Pflichtmodule
- 2. Semester: Allgemeine Psychologie I (Biologische Grundlagen und Wahrnehmung)
- 3. Semester: Allgemeine Psychologie II (kognitive Prozesse)
- 4. Semester: Forschungsmethoden II (Experimentelle Methoden in der Psychologie)
- 5. Semester: Sozial- und Kommunikationspsychologie, Differentielle Psychologie
Für eine weitergehende Beschäftigung mit den Studieninhalten des Minor empfehlen wir die in der Fußzeile verfügbare Übersicht zu den einzelnen Modulen bzw. die fachspezifische Anlage.
Besonderheiten
Der Minor Wirtschaftspsychologie eröffnet den Studierenden neben ihrem Major eine psychologische Perspektive und damit verbundene Kompetenzen. In den beiden Modulen der allgemeinen Psychologie lernen die Studierenden die Grundlagen der Wahrnehmung und reizverarbeitender Vorgänge kennen und beschäftigen sich eingehend mit den kognitiven Prozessen des Menschen. Sie werden verstehen, wie das menschliche Gedächtnis funktioniert, wie wir lernen und denken und wie Wissen, Verhalten und Sprache entstehen.
Im Rahmen des Moduls Forschungsmethoden II werden die Studierenden die Methodik der psychologischen Forschung erarbeiten und anhand eines eigenen kleinen Experimentes praktisch anwenden. Sie erhalten einen Überblick, wie psychologisches Wissen gewonnen wird und lernen, wie wissenschaftliche Studien durchgeführt werden und wie deren Befunde zu bewerten sind.
Die Sozial- und Kommunikationspsychologie eröffnet den Studierenden Einblicke in das Sozial- und Gruppenverhalten des Menschen. Wie entsteht Aggression? Was für Werte und Einstellungen haben wir und woher kommen diese? Warum helfen wir fremden Menschen? Welche gruppendynamischen Prozesse wirken auf uns und unser Verhalten? Diese und weitere Fragen stehen im Fokus des Moduls. Weiterhin werden Kommunikationsmodelle und Kommunikationstechniken vorgestellt, analysiert und in Seminarform auch praktisch angewendet.
Die differentielle Psychologie befasst sich im Gegensatz zur allgemeinen Psychologie nicht mit den psychologischen Gemeinsamkeiten, sondern hier geht es um die interindividuellen Unterschiede, die die Persönlichkeit eines Menschen ausmachen und um die Frage wie diese Unterschiede zustande kommen. Der Fokus liegt auf den Persönlichkeitseigenschaften und ihren Auswirkungen für die Person. Gleichzeitig werden Konzepte wie Intelligenz und Kreativität behandelt und ihre Relevanz für die Persönlichkeit eines Menschen erläutert. Ferner lernen die Studierenden Methoden der Persönlichkeitsmessung kennen und wenden sie auch selbst an.
Der Minor richtet sich an diejenigen Studierenden, die sich für psychologische Inhalte wie das Erleben des Menschen, sein Verhalten und seine psychischen Bedürfnisse interessieren und weiterhin die Methoden der Psychologie erlernen und anwenden wollen. Gerade die methodischen Herangehensweisen der Psychologie sind hilfreich, um zum Beispiel wissenschaftliche Untersuchungen und Studien auf ihre Gütekriterien hin bewerten zu können.
Anmerkung: Bei dem Minor Wirtschaftspsychologie handelt es sich um einen zulassungsbeschränkten Minor.
Bekommen Sie bei der Bewerbung zum 1. Semester keinen Studienplatz im Minor Wirtschaftspsychologie, dann haben Sie die Möglichkeit, sich erneut zum 2. Semester (Formular Mitteilung/Antrag über den Wechsel eines Minors) um einen Studienplatz zu bewerben (Bewerbungsfrist 15. Januar). Eine Vergabe von Studienplätzen zum 2. Semester erfolgt jedoch nur im Falle bis dahin eventuell frei gewordener Studienplätze. Nähere Informationen erhalten Sie auf Anfrage beim Infoportal.
Beruf und Karriere
Der Minor Wirtschaftspsychologie ist eine ideale Möglichkeit für Studierende verschiedener Bereiche, ihre Kompetenzen um interessante psychologische Aspekte zu bereichern.
Für Studierende der Betriebswirtschaftslehre eröffnet er neben der materiell-unternehmerischen Sichtweise eine auf den Menschen bezogene und an seinen Bedürfnissen orientierte Perspektive. Gleichzeitig werden methodische Kenntnisse vermittelt, die zum Beispiel eine wichtige Rolle in Marktforschung oder Marketing spielen.
Ein Wirtschaftsrechtstudent, der später im Personalbereich arbeiten möchte, in dem sowohl Juristen als auch Psychologen eine bedeutende Rolle spielen, kann durch den Minor Wirtschaftspsychologie in Ergänzung zu seinen arbeitsrechtlichen Kenntnissen psychologische Kompetenzen erwerben und so beispielsweise in den Feldern der Personalauswahl oder –entwicklung sowohl auf Kenntnisse des Arbeitsrechts als auch der Psychologie zurückgreifen.
Studierende der Kulturwissenschaften können im Minor Wirtschaftspsychologie Fähigkeiten erwerben, die sich in Bereichen des Kulturmarketings oder der Kulturkommunikation anwenden lassen. Beispielsweise können Marketingkampagnen für Ausstellungen oder Kulturevents psychologisch fundiert konzipiert und nach außen kommuniziert werden.
Angehende Umweltwissenschaftler können im Minor Wirtschaftspsychologie wichtige Kompetenzen erwerben, wenn sie beispielsweise im Bereich Marketing nachhaltiger Produkte Fuß fassen wollen oder in einer Unternehmensberatung im Bereich Nachhaltigkeitsberatung oder Corporate Social Responsibility arbeiten wollen.



