Major Kulturwissenschaften
Studium Kulturwissenschaften
Was sind eigentlich Kulturwissenschaften und für wen eignet sich dieser Studiengang?
Im Major „Kuwi“ sind Vielfältigkeit und unterschiedliche Blickwinkel gefragt. Sie beschäftigen sich mit verschiedenen Facetten der Kultur. Das kann in einer Vorlesung über Architektur geschehen ebenso wie bei der Lektüre philosophischer Texte oder in einem Seminar über Fernsehserien. Dabei wählen Sie Ihre eigenen Interessenschwerpunkte und verfolgen diese mit Leidenschaft.
Kulturwissenschaften in Lüneburg sollten Sie studieren, wenn Sie…
- Interesse an Kultur, an intellektuellen Herausforderungen und an Neuerungen haben
- dynamisch sind und später in kulturellen Feldern, in denen eigenständiges Handeln wichtig ist, tätig sein möchten
- sich nicht nur für ein Themengebiet und oder eine wissenschaftliche Disziplin interessieren, sondern sich für die Arbeit an Fragestellungen aus unterschiedlichen Bereichen begeistern können
- Interesse an einem produktiven Dialog mit Lehrenden und Studierenden haben, die Probleme vor ganz unterschiedlichen fachlichen Hintergründen diskutieren
- eine gründliche fachliche und methodische Ausbildung in einem Vertiefungsgebiet erhalten möchten, ohne sich dabei eng und ausschließlich auf die Beschäftigung mit diesem einen Bereich zu beschränken
- auch in einem BA-Studium eigenständig und selbstbestimmt studieren möchten
- sich auf die Herausforderung einlassen möchten, herauszufinden, für welche Bereiche der Kulturwissenschaften Sie sich begeistern können
Traditionelle Disziplinen und Studienprogramme beschäftigen sich oftmals mit einem eng definierten Gegenstandsbereich vor dem Hintergrund eines eingeschränkten Spektrums an methodischen und theoretischen Zugängen. Die Kulturwissenschaften befassen sich dagegen mit so unterschiedlichen Dingen wie Kunst, Musik, Literatur, Baukultur, Tanz und Theater, mit traditionellen und mit neuen Medien, mit Hoch- und Populärkultur. Zeichensysteme, Werte und Denkstile werden genauso thematisiert wie Lebensweisen und Praxisformen von Individuen, Gruppen oder ganzen Gesellschaften. Kommunikation, Konsens und geteilte Werte finden ebenso ihre Aufmerksamkeit wie symbolische Macht, Dissens und Kritik. Historische Analysen sind für sie gleichermaßen von Bedeutung wie gegenwartsbezogene Diagnosen.
Aus all diesen Gründen ist für die Kulturwissenschaften die Überschreitung enger fachlichen Grenzen konstitutiv. Ihre Frage- und Problemstellungen zeichnen sich dadurch aus, dass sie vor dem Hintergrund eines Blickwinkels alleine nicht mehr zufrieden stellend beantwortet werden können. Als Studentin oder Student der Kulturwissenschaften lernen Sie daher vom ersten Semester an, Dinge aus mehreren Perspektiven zu betrachten. Die Lüneburger Kulturwissenschaften zeichnen sich durch das Zusammenspiel von Geistes- und Sozialwissenschaften aus. So unterschiedliche wissenschaftliche Disziplinen wie die Philosophie und Soziologie, die Literatur-, Kommunikations-, Medien- und Musikwissenschaft, die Kulturgeographie und die Kunst- und Bildwissenschaften treten in einen Dialog ein, der in die gemeinsame, interdisziplinäre Bearbeitung übergeordneter kulturwissenschaftlicher Fragestellungen einmündet.
Der Major Kulturwissenschaften bietet Ihnen – anders als viele „verschulte“ BA-Programme – von Anfang an die Möglichkeit, in Ihrem Studium eigenständige Schwerpunkte zu bilden und Akzente je nach ihren spezifischen Interessen zu setzen. Alle Studierenden entscheiden sich dabei für eines von mehreren wählbaren Vertiefungsfächern, in denen eine gründliche fachliche Ausbildung erfolgt. Eine größere Anzahl von weiteren Modulen kann aus dem gesamten fachlichen Spektrum der Kulturwissenschaften frei mit diesem gewählten Vertiefungsfach kombiniert werden.
Verpflichtend für alle Studierenden ist der Kulturwissenschaftliche Kernbereich, der übergreifende kulturwissenschaftliche Themen und Perspektiven aufgreift. Er bietet Ihnen einen Überblick über die zentralen Fragestellungen, Paradigmen und theoretischen Konzepte der zeitgenössischen Kulturwissenschaften (z.B. Cultural Studies, Cultural Analysis, Interkulturalität und postkoloniale Theorie; Kulturelles Gedächtnis und Erinnerungskultur; Kultur und Raum, Netzwerke, Aktanten und Meme, Visual Studies, Kulturphilosophie und Soziologie der Kultur). Hier kann die interdisziplinäre kulturwissenschaftliche Diagnose- und Problemlösungskompetenz an ausgewählten Beispielen und Themengebieten erprobt werden. Der Erwerb von wissenschaftlichen Methoden, ob sie aus den Geisteswissenschaften stammen (z.B. Hermeneutik, Diskursanalyse) oder aus den Sozialwissenschaften (z.B. Interview und Befragung, survey) ist gleichfalls ein unverzichtbares Element des Studiums, weshalb auch ein Pflichtmodul in diesem Bereich vorgesehen ist. In Ringvorlesungen zu Themen von allgemeinem Interesse (z.B. Kultur und Stadt) lernen sie Gemeinsamkeiten und Differenzen verschiedener kulturwissenschaftlicher Denkstile und methodischer Zugänge kennen.




