Konferenzwoche 2017: Zum Jubiläum begrüßt die Gerechtigkeit höchstpersönlich

Was macht die Welt gerecht? Universitätspräsident Prof. Dr. Sascha Spoun auf Spurensuche.

Ein Bericht von Lisa Esselun und Melissa Krajewski

Gerechtigkeit in Worte zu fassen, die dem Begriff auch wirklich umfassend gerecht werden, ist schwer. So könnte man die Erkenntnis der gestrigen Konferenzeröffnung wohl am besten zusammenfassen. Denn so facettenreich ist Gerechtigkeit in all ihren Ausprägungen. Das zeigte sich gleich zu Beginn, als Mohammed Amin Aslan den Studierenden erzählte, wie er selbst mit der Frage nach Gerechtigkeit konfrontiert wurde. Vor zweieinhalb Jahren kam der junge Asylbewerber nach Deutschland und engagiert sich seitdem ehrenamtlich. Als Student ist Amin auch im Konferenzteam an der Organisation beteiligt. Trotzdem wurde sein Albtraum vor zwei Wochen Gewissheit: Der Afghane soll nach Rumänien abgeschoben werden.

Amin unterbrach die eingetretene Stille im Hörsaal: Er fragte, ob es gerecht ist, dass sich ein Mensch zweieinhalb Jahre engagiert, eine Verbindung zu Mensch und Land aufbaut und Behörden diese wieder trennen? Betroffenheit. Und dann weht doch noch Hoffnung durch den Hörsaal. Der Gastgeber stellte die "no border academy" vor. Durch Unterschriften versuchen Studenten nämlich noch, ein Existenzrecht für Amin in Deutschland durchzusetzen. Daraufhin diskutierten Recht, Ethik und Moral in einer szenischen Einlage die Entscheidung der Behörden und rückten den Fokus auf das Thema der Konferenzwoche.

 

Was macht die Welt gerecht?

Universitätspräsident Prof. Dr. Sascha Spoun versuchte anschließend Gerechtigkeit zu definieren. Spoun kam jedoch zu keiner eindeutigen Antwort, sondern bezog den Unterschied zwischen Gerechtigkeit und Freundschaft mit ein, sowie die Grenzen der Freundschaft. Wir können nämlich nicht mit allen Menschen auf der Welt befreundet seien, erklärte Spoun, doch sei Dialog der Anfang der Gerechtigkeit. Mit der Aussicht, gemeinsam während der Konferenzwoche lernen und Freundschaften schließen zu können, motivierte der Präsident erneut alle Anwesenden für die kommenden Tage.

 

Gerechtigkeit – ein anerkanntes Ziel.

Das Rednerpult wurde nun Dr. Maja Göpel überlassen. Die Leiterin des Büro Berlin des Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt und Energie machte es in ihrem Vortrag deutlich: Die Wissenschaft trägt Verantwortung. Göpel stellte eine Vision für eine globale Nachhaltige Entwicklung vor, in der die soziale und ökonomische Perspektive vereint werden. Ein neuer Schritt, denn bis dato wurden diese Komponenten getrennt voneinander betrachtet. Göpel betonte, dass es wichtig sei, erst einmal Grundlagen für ein Leben in Würde für alle Menschen zu schaffen – Suffizienz war dabei ihr Stichwort: „Einfach mal genug haben und sich mit dem zufrieden geben, was man hat. 

Dr. Maja Göpel betont: „Wissenschaft trägt Verantwortung!“

 

Abschließende Worte von der Gerechtigkeit


Der Gastgeber – also die Gerechtigkeit selbst – fasste es zum Schluss noch einmal zusammen: Auf die Frage, was Gerechtigkeit nun sei, gibt es keine Antwort. Es gibt viele Dimensionen. Aber, eines ist ganz klar: Es betrifft jeden Menschen, denn es gibt nur eine Welt und wir sind die Zukunft! Daher lädt die Konferenzwoche dazu ein, eigene Erfahrungen zu machen und sich dabei inspirieren zu lassen.