Stell Dir vor es ist 2050… … und nichts hat sich verändert

Vertrocknete Erde - Sieht so unsere Zukunft aus?

von Sarah Sophie Klaffehn

Es ist 2050 und die Lebensmittelknappheit hat sich zugespitzt. Im Vergleich zu 2015 muss die Erde laut Jonathan Foley, Executive Director der California Academy of Sciences, etwa zwei Milliarden Menschen mehr ernähren. Während die Wohlhabenden dieser Erde immer mehr Nahrung verbrauchen, werden  immer mehr Arme hungern müssen.

Um all diese Menschen ernähren zu können, muss 2050 in etwa doppelt so viel Nahrung produziert werden wie noch vor ein paar Jahrzehnten. Doch in der herrschenden wirtschaftlichen Lage ist dies kaum noch zu bewältigen. Schon 2015 gab es laut Statistiken des World Food Programm für etwa 745 Millionen Menschen nicht genügend Nahrung; Hunger war das größte Gesundheitsrisiko weltweit: Auch 2050 hat sich dies nicht geändert. Große Mengen an Lebensmitteln müssen auf immer kleiner werdendem Raum produziert werden, um die Weltbevölkerung ernähren zu können.

Massentierhaltung trotz Risiken

Massentierhaltung ist notwendig, um die Produktion stetig zu steigern. Doch dies birgt nachhaltige Risiken. Im Jahr 2050 ist der Fleischkonsum gefährlicher als je zuvor. Schon 2016 starben laut PETA ca. 30 000 Menschen jährlich an den Folgen einer Infektion, die aufgrund von Resistenzen nicht mehr mit Antibiotika behandelt werden konnte. Auch der Verzicht auf den Fleischkonsum hilft nicht, da die Bakterien durch Gülle und die Abluft der Ställe ebenso auf Gemüse übertragen werden.

Die World Health Organization warnte im Oktober 2015 in einer Presseerklärung sogar vor dem Fleischkonsum und wies auf die krebserregende Wirkung des Fleisches hin. 2050 hat sich der Anteil der Massentierhaltung an der gesamten Fleischproduktion sogar noch erhöht, die gesundheitlichen Beschwerden, die dadurch hervorgerufen werden, allerdings auch, ebenso wie Umweltprobleme. Die Massentierhaltung trägt einen hohen Anteil am CO2-Ausstoß. Laut Greenpeace wird pro Kilogramm Rindfleisch ca. 13,3 Kilogramm CO2 ausgestoßen. Vergleichsweise liegt der CO2-Wert für eine gleiche Menge Mischbrot bei ca. 0,75 Kilogramm.

Auswirkungen auf das Klima

Der Klimawandel schreitet 2050 ebenfalls immer weiter voran. Die Wüsten breiten sich aus, Gletscher ziehen sich zurück und der Treibhauseffekt setzt ein. Das Ökosystem verändert sich dramatisch. Schon 2014 hatte sich die Temperatur in Deutschland im Vergleich zu den letzten 100 Jahren laut der Experten Thomas Madry und Jonas Fischer um einen Grad Celsius erhöht. Das Umweltbundesamt beziffert die Erhöhung der weltweiten Durchschnittstemperatur im 21. Jahrhundert auf zwischen 1,8 und 4,0 Grad Celsius.

Das 2015 auf der Weltklimakonferenz in Paris ausgearbeitete weltweite 1,5-Grad-Ziel konnte 2050 entsprechend nicht eingehalten werden. Kein Land konnte seine CO2-Emissionen bis 2030 ausreichend beschränken. 2050 kämpfen die Menschen nun mit großen Überflutungen. Das Schmelzen der Polkappen hatte zur Folge, dass Küstenregionen weit bis ins Festland hinein überschwemmt wurden. Ganze Städte stehen unter Wasser.

Wollen wir, dass es so weit kommt?

Wenn wir so weiter machen wie bisher, wird unser heutiger Lebensstandard in einigen Jahren nicht mehr möglich sein. Das heißt im Klartext: Unsere Kinder und Enkelkinder würden deutlich schlechter leben als wir.

Das aber wäre nicht gerecht. Die in den Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen angesprochenen Ziele stellen einen Katalog an Aufgaben an die Regierungen der Länder unserer Erde dar. Diese müssen erfüllt werden, um ein gleichwertiges Weiterleben für spätere Generationen zu ermöglichen.