Was ist Perspective Daily?

Wie können wir Gerechtigkeit schreiben?

von Leonie Maaß

Wer verbirgt sich hinter „Perspective Daily“?

„Perspective Daily“ wurde von Maren Urner und Han Langeslag ins Leben gerufen. Die beiden Neurowissenschaftler haben kein journalistisches Volontariat durchlaufen. Aufgrund ihres wissenschaftlichen Hintergrunds wissen sie, dass sich das menschliche Gehirn ein Leben lang weiterentwickelt. Die Erkenntnis „Ich habe mich getäuscht“ sei laut Urner ein mögliches Resultat, welches Medienbeiträge beim Leser auslösen könnten. Ziel ihrer Arbeit sei es, sowohl Probleme als auch positive Entwicklungen darzustellen. Es solle gezeigt werden „wie die Welt heute ist und morgen schon sein könnte“. Die Rezipienten sollten dazu angeregt werden, sich über die Lösung von Problemen Gedanken zu machen und positive Entwicklungen als mögliche Motivation für ihr eigenes Verhalten zu sehen.

Wie arbeitet „Perspective Daily“?

„Perspective Daily“ ist ein Web-Magazin, welches unter dem Motto „Zukunftsorientiert. Verständlich. Werbefrei.“ arbeitet. Der erste Artikel des Crowdfundings wurde am 21. Juni 2016 publiziert und finanziert sich seither nicht durch Werbung, sondern durch die Beiträge der Unterstützer. Werktags erscheint täglich ein Artikel, der sich nicht an ein Fachpublikum richtet. Probleme und Entwicklungen sollen so verständlich dargestellt werden, dass Leser ohne Hintergrundwissen die Sachverhalte verstehen und sich damit auseinandersetzen können. Durch diese Darstellungen könne eine Veränderung erreicht werden.

Was zeichnet guten Journalismus aus?

„Ein guter Journalismus bleibt bei den Fakten; er analysiert sie und bewertet sie so sachkundig wie möglich“. Diese Definition stammt von Heribert Prantl, einem der Chefredakteure der „Süddeutschen Zeitung“. Laut Prantl sei „die Hauptaufgabe des Journalismus, die Menschen zu befähigen, sich ein richtiges Bild von der Welt zu machen“. Diese Definition steht nicht im Gegensatz zu den Grundsätzen von Perspective Daily. Allerdings weiten die Gründer des Magazins diese journalistischen Grundsätze für sich aus.

Was steckt hinter dem Begriff „Konstruktiver Journalismus“?

Nach Urner beantwortet Journalismus generell die W-Fragen und wird als vierte Gewalt im Staat gesehen, um eine Kontrolle von Macht und Mächtigen zu erreichen. Der Konstruktive Journalismus erweitert dies um die Zukunftsorientierung und verfolgt die Idee, Texte mit verschiedenen Lösungen zur Verfügung zu stellen, um Interesse und Handlungsbereitschaft zu erzeugen. Perspective Daily sieht diese Art des Journalismus als diejenige an, die „fragt, wie es weitergeht“. Die W-Fragen werden erweitert durch die Frage „Was nun?“, um Sachverhalte einzuordnen und mögliche Lösungsansätze aufzuzeigen. Darüber hinaus solle eine Ermächtigung des Lesers erreicht werden, selbst über offene Fragen und Probleme nachzudenken.

Welche Verantwortung trägt Journalismus?

Prantl sieht die Hauptaufgabe des Journalismus darin, „die Bürger zu befähigen, die Zukunft der Gesellschaft so gut wie möglich mitzugestalten“. Die Welt von morgen könne gerechter werden, indem die Bürger über Probleme aufgeklärt und zum Nachdenken angeregt werden. Die benötigten Informationen sachkundig zur Verfügung zu stellen, sei die Verantwortung des Journalismus.