Studienprogramm

Den Kern des Studienprogramms bilden das Basis- und das Forschungskolleg. Während im Basiskolleg theoretische Grundlagentexte zum Thema Kritik erörtert werden, dient das Forschungskolleg der regelmäßigen Diskussion der Promotionsvorhaben, die Fallstudien gewidmet sind. So wird, der Forschungsidee entsprechend, der Bezug zwischen Theorien von Kritik und konkreten kritischen Praktiken stets wachgehalten.

Im ersten Jahr werden theoretisch-philosophische Begriffsbestimmungen und Problemlagen zum Themenkomplex „Kulturen der Kritik“ erarbeitet. Die darauffolgenden drei Semester sind den disziplinären Zugängen in den drei Schwerpunktbereichen Kunstkritik, Medienkritik und Sozialkritik gewidmet, um deren heterogene Bestimmungen und Entfaltungen von Kritik wechselseitig zu erhellen. Weiterhin vorgesehen sind Workshops in Lüneburg sowie im Ausland, Gastvorträge und eine internationale Tagung.

Veranstaltungstypen

Im Zentrum des Studienprogramms stehen die Basis- und Forschungskollegs, die je 2 SWS umfassen und an einem wöchentlichen Jour fixe stattfinden. In der vorlesungsfreien Zeit wird der Turnus auf ein monatliches Forschungskollegtreffen reduziert. Basis- und Forschungskollegs werden jeweils von der Sprecherin und dem stellvertretenden Sprecher gemeinsam mit einer_m weiteren Antragsteller_in (im Semesterwechsel) betreut, wobei die Kollegiat_innen aktiv in die Veranstaltungsplanung und -durchführung eingebunden werden.

Basiskolleg (obligatorisch): Im wöchentlich stattfindenden Basiskolleg werden theoretische und methodische Kerntexte zum Thema „Kulturen der Kritik“ durch die Kollegiat_innen im Response-Verfahren vorgestellt und gemeinsam diskutiert. Je nach Bedarf ist das Basiskolleg offen für thematische Abweichungen und Fokusverschiebungen. Die Texte werden vor Semesterbeginn von den Kollegiat_innen gemeinsam mit den veranstaltenden Professor_innen ausgewählt.

Forschungskolleg (obligatorisch): Im wöchentlich stattfindende Forschungskolleg berichten alle Kollegiat_innen einmal im Semester zum Stand der Dissertations- oder anderer Kollegprojekte (Vorstellung von Exposés, Kapiteln, Arbeitsergebnissen sowie Methodenreflexionen), ebenfalls im Response-Verfahren. Bei der Präsentation von Dissertationsprojekten sind die jeweiligen Betreuer_innen anwesend. Gäste, etwa Assoziierte oder weitere Kolleg_innen aus der Leuphana, können auf Wunsch hinzugezogen werden.

Workshops (Wahlpflicht): Die intensiven, teils mehrtägigen oder in Serie angelegten Arbeits- und Diskussionsveranstaltungen finden i.d.R. zweimal im Semester statt, auch – je nach Forschungsinteresse – in kleineren Gruppen. Die Kollegiat_innen haben hier regelmäßig die Möglichkeit, bis zu drei Gastwissenschaftler_innen aus dem In- oder Ausland einzuladen, um spezifischere Themen aus dem Forschungsprogramm und aktuelle Forschungsfragen aus den Dissertationen zu diskutieren. Die Workshops werden so geplant, dass sie die im dritten bis fünften Semester fachdisziplinär strukturierten Themen des Basiskollegs interdisziplinär öffnen. (Wahlpflicht: Teilnahme an mindestens einem Workshop pro Semester)

Hochschulöffentliche Abendvorträge (obligatorisch): Pro Semester sind im Regelfall vier Abendvorträge von Gastwissenschaftler_innen (darunter die Workshop-Gäste und die Mercator-Fellows) zu einem für das jeweilige Semester relevanten Thema geplant. Die Vorträge werden von den Kollegiat_innen moderiert.

Feedback-Workshops (Wahlpflicht): In kleinen Diskussionsrunden können die Kollegiat_innen einmal im Semester ihre Einzelprojekte mit Workshop-Gästen oder eigens geladenen Wissenschaftler_innen besprechen. Die Terminierung erfolgt in Eigenregie der Kollegiat_innen, die Organisation übernimmt die_der Koordinator_in. (Die Teilnahme an mindestens einem der Feedback-Workshops während der dreijährigen Förderdauer ist verbindlich.)

Schreibwerkstätten (Wahlpflicht): In einer dichten Verklammerung von Theorie und Praxis des kritischen Schreibens werden in den Werkstätten Wirkungspotenziale unterschiedlicher Schreibstile und verschiedener medialer Darstellungsverfahren durch eigenhändige Erprobung reflektiert. Kooperationen mit Kritiker_innen der FAZ, der SZ, Kunstforum international, Merkur und Texte zur Kunst sichern die Praxisnähe und erlauben die Vernetzung in mögliche Berufsfelder. Die Zusammenarbeit mit Onlineplattformen wie terra critica bezieht digitale Publikationsformen von Kritik ein. Auf Wunsch können die Kollegiat_innen eine_n der eingeladenen Kritiker_innen als Mentor_in wählen, die_der sie beim Schreibprozess während der Promotionszeit begleitet. Die Leitung dieses Bereichs liegt bei Prof. Dr. Andreas Bernard. (Der Besuch einer Schreibwerkstatt ist einmalig verpflichtend.)

Internationale Konferenz (obligatorisch): Am Ende des zweiten Jahres wird eine internationale Konferenz zu einem in Absprache mit den Kollegiat_innen zu bestimmenden Themenkomplex stattfinden. Die Beschränkung auf nur eine Konferenz pro Kohorte ist dem Anliegen geschuldet, den Kollegiat_innen genug Raum für intensives, auf den zügigen Abschluss der Dissertationen gezieltes Arbeiten zu gewähren. Der regelmäßige Austausch mit auswärtigen Wissenschaftler_innen wird durch kleinere, daher spezifischere Formate wie Workshops und Feedbackworkshops gewährleistet, die auf die Fragestellungen der Projekte zugeschnitten sind.

Einbindung in das Promotionsprogramm der Leuphana

Das für jede_n Kollegiat_in verpflichtende Studienprogramm des Graduiertenkollegs ist mit dem Promotionsstudium der Leuphana Graduate School abgestimmt. Neben der eigenständigen Arbeit an der Dissertation und der Disputation sieht die Promotionsordnung der Fakultät Kulturwissenschaften der Leuphana den Erwerb von 25 CP durch den Besuch von Modulveranstaltungen vor. Diese Leistungsanforderungen werden vom Studienprogramm des Graduiertenkollegs vollständig abgedeckt.

Über das verpflichtende, kolleginterne Studienprogramm hinaus steht es den Kollegiat_innen frei, die Veranstaltungen der Promotionskollegs der Leuphana wahrzunehmen, etwa die fachübergreifenden Module zur Wissenschaftspraxis/-ethik, Wissenschaftstheorie sowie die fachspezifischen Methodenmodule (z.B. in den Promotionskollegs Darstellung Visualität Wissen, Philosophie, Literatur & Geschichte, Wissenskulturen & Digitale Medien und Soziologie & Kulturorganisation). Flankierende Veranstaltungen zur Vermittlung von Schlüsselqualifikationen wie Präsentationstechniken und Rhetorik werden den Kollegiat_innen empfohlen.

Studienprogramm im Überblick

Eingangsphase 1. Sem.

Basiskolleg
wöch., 2-std.

anr. als: Modul „Wissenschaftstheorie“*

Forschungskolleg
wöch., 2-std.

anr. als Modul „Forschungsmethoden“*

Workshop
1 × pro Sem.

2. Sem.

Basiskolleg
wöch., 2-std.

Forschungskolleg
wöch., 2-std.

anr. als: Modul „(Fachbezogenes) Forschungskolloquium“*

Workshop
2 × pro Sem.

Feedbackworkshop
1 × pro Sem.

Schreibwerkstatt
1 × mehrtägig

anr. als Modul „Wissenschaftspraxis und -ethik“*

Hauptphase 3. Sem.

Basiskolleg
wöch., 2-std.

Forschungskolleg
wöch., 2-std.

anr. als: Pflichtveranstaltung „Kolloquiumsvortrag“*

Workshop
2 × pro Sem.

Feedbackworkshop
1 × pro Sem.

Schreibwerkstatt
1 × mehrtägig

4. Sem.

Basiskolleg
wöch., 2-std.

Forschungskolleg
wöch., 2-std.

anr. als: Pflichtveranstaltung „Kolloquiumsvortrag“*

Workshop
1 × pro Sem.

Internationale Konferenz

Feedbackworkshop
1 × pro Sem.

5. Sem.

Basiskolleg
wöch., 2-std.

Forschungskolleg
wöch., 2-std.

Workshop
2 × pro Sem.

Feedbackworkshop
1 × pro Sem.

Schreibwerkstatt
1 × mehrtägig

Schlussphase 6. Sem.

Basiskolleg
optional

Forschungskolleg
wöch., 2-std.

Feedbackworkshop
optional

*Anmerkung: Die mit einem Asterisk gekennzeichneten Veranstaltungen des Graduiertenkollegs lassen sich für die jeweils ausgewiesenen Module des Promotionsstudiums der Leuphana anrechnen.