Gegenüberstellung Schattenbauweise - Plantagenanbau

Die nachfolgende Tabellestellt die wesentlichen Unterschieden zwischen beiden Anbauformen in Form einer Gegenüberstellung dar:
 
 

Schattenkaffee

Technisierter Kaffeeanbau

Beschreibung des Produktsystems

Kaffee unter Baumstockwerk und oft in Mischkultur mit weiteren Nutzpflanzen

Kaffee in Monokultur

Sorten und Saatgut

traditionelle, an die Standorte angepasste Sorten

Hochertragssorten aus nationaler oder internationaler Agrarforschung

Pflanzdichte und Neubepflanzungen

weitbeständig, ca. 1.000-2.000 Pflanzen je Hektar, Schattenbäume unterschiedlich dicht (ca. 100/ha), Neubepflanzung nach 20-25 Jahren

engständig, oft 5.000-6.000 Pflanzen je Hektar, geringere Lebensdauer der Hochertragssorten, daher kürzere Zyklen der Neubepflanzung

Bodenstruktur und Düngung

Eintrag organischen Materials durch Laubfall der Schattenbäume, Leguminosen (Hülsenfrüchte) als Schattenbäume sorgen für natürliche Stickstoffbindung

kein Laubeintrag, geringer Gehalt an organischen Material, große Ernte-mengen entziehen viele Nährstoffe, umfangreiche Mineraldüngung notwendig

Mikroklima und Wasserhaushalt

Schattenbäume führen zu einem ausgeglichenen Mikroklima, geringe Bodenerwärmung (max. 30°C), hohe Restfeuchte im Boden während der Trockenzeit

Aufheizung der bodennahen Luft-schichten bis 75°C, Absterben von Mikroorganismen, geringe Rest-feuchte, hoher Pflanzenstress

Beikräuter

geringer Lichteinfall reduziert den Aufwuchs

starker Aufwuchs, Beseitigung erfolgt oft durch Unkrautvernichtungsmittel

Schädlings- und Krankheitsbefall

Mischkultur ermöglicht artenreiche Fauna, natürliche Schädlings-kontrolle; in regenreichen Lagen kann Schatten jedoch den Befall durch Pilze (Kaffeerost) fördern

Monokultur fördert die Verbreitung von Schädlingen (z.B. Kaffeekirschenkäfer, Einsatz von Insektenvernichtungsmittel) und Pflanzenkrankheiten

Erosionsgefahr

Wurzeln der Schattenbäume halten den Boden, Kronen schützen vor Starkregen und Winderosion

größere Erosionsgefahr gegenüber Schattenkaffee aber als Dauerkultur Vorteile gegenüber einjährigen Kulturen

externe ökologische Effekte

Lebensraum für Flora und Fauna, Holz der Schattenbäume reduziert Druck auf natürliche Baumbestände (als Brennholz verfügbar)

Eintrag von Agrarchemikalien in Grund- und Oberflächenwasser, Gesundheitsrisiken bei unsachgemäßer Verwendung der Chemikalien und bei Unfällen

 
Schattenkaffee und technisierter Plantagenkaffee im Vergleich

Quelle: Nestel 1995, ergänzt durch Stamm mit Informationen von costaricanischen und honduranischen Produzenten in Stamm 1999.