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HyperKult XX: Werden Computer zu trivialen Maschinen?

12. Juli 2011 Zum Ende der achtziger und Beginn der neunziger Jahre rückten Computer ins Blickfeld der Kulturwissenschaften. Es gab zwar digitale Medientechniken, aber erst noch sehr wenige sinnvolle Anwendungen im Kultursektor, so dass noch völlig offen war, welche Formen digitale Medien annehmen werden würden. So entstand innerhalb der Kulturinformatik an der Universität Lüneburg in Kooperation mit der Informatik an der Universität Bremen und der Kulturwissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin die Idee, eine Tagung zu diesem Phänomen zu veranstalten.

Ehrengast der HyperKult XX: Prof. Dr. Ivan Sutherland

Die von den Lüneburger Kulturinformatikern um Dr. Martin Warnke ausgerichtete Tagung »Hypersystem-Konzepte in Medien und kultureller Produktion« fand im Juli 1991 unter lebhafter Beteiligung statt und wurde zur Reihe »HyperKult«. In diesem Jahr fand die Veranstaltung zum zwanzigsten Mal in Lüneburg statt. Von Anfang an spielte neben der Technik auch die Ästhetik, Produktion und Rezeption und angrenzende Gebiete eine Rolle. Nicht nur Text als Medientyp, der als einziger schon länger wirklich gut und ohne wesentliche Abstriche in gängigen Rechnern verarbeitbar war, wurde thematisiert, es ging auch um Bild, Bewegtbild und Klang. Künstlerinnen und Künstler, Entwicklerinnen und Entwickler zeigten ihre Arbeiten in einer angeschlossenen Ausstellung.

Die Tagungen wurden von der Leuphana Universität Lüneburg und der Fachgruppe "Computer als Medium" in der Gesellschaft für Informatik ausgerichtet.

In diesem Jahr bearbeitete die HyperKult XX das Thema "Trivialisierung", das durch die berührungssensitiven Oberflächen von Smartphones und Tablet-Computern angeregt wurde. Als Ehrengast konnten die Veranstalter Ivan Sutherland begrüßen. Er ist der Erfinder des Sketchpad, das als erstes interaktive Computergrafik zeigte, der virtuellen Realität und des Head Mounted Display. Sutherland hielt einen Festvortrag und beteiligte sich an der Konferenz.

Zwei Sammelbände zu den Veranstaltungen sind bisher erschienen, "HyperKult", Basel, 1997 und "HyperKult II", Bielefeld, 2005. Unter www.hyperkult.de sind die Video-Mitschnitte und andere Materialien der letzten Tagungen einsehbar.

Über die aktuelle Tagung berichtete die Frankfurter Allgemeine Zeitung.

17.01.2013, Vogt