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Summerschool Nachhaltige Chemie: „Abfallprobleme sind international“

29.08.2017 Elektro- und Elektronikschrott wird in Zeiten zunehmender Technisierung ein immer größeres Problem. Wie Wissenschaft zur Lösung beitragen kann, wird bei der Summerschool zur nachhaltigen Chemie diskutiert. Noch bis zum 8. September können sich Interessierte anmelden.

Agbogbloshie gilt als eine der verseuchtesten Elektronikschott-Deponien der Welt. Alte Handys, Bildschirme oder Computer werden verbrannt oder verrotten. Giftige Dämpfe steigen auf. Oft suchen Kinder nach wertvollen Metallen, um sie zu verkaufen. Die Müllhalde liegt mitten in Accra, der Hauptstadt Ghanas. Der Elektronikschrott stammt aber nicht aus Afrika, sondern wird aus den USA und Europa – auch Deutschland – dorthin gebracht. Dies ist ein Grund, warum Professor Dr. Klaus Kümmerer das Thema „Elektro- und Elektronikschrott“ in diesem Jahr in den Mittelpunkt der Summerschool zur nachhaltigen Chemie stellt. „Elektronische Geräte enthalten zum Teil giftige Stoffe. Sie verursachen große Probleme – unter anderem in Entwicklungsländern“, erklärt der Chemiker. Die Wiederverwertung sei oft schwierig. „Uns fehlen in vielen Fällen geeignete Technologien“, sagt Kümmerer, der die Summerschool zusammen mit dem International Sustainable Chemistry Collaborative Centre (ISC3) organisiert. 

Rohstoffe werden knapper

Vom 25. bis 29. September stehen Vorträge und Workshops zu neuen Entwicklungen in der nachhaltigen Chemie auf dem Programm. Themen sind unter anderem Chemikalien-Management und -Leasing sowie Elektro- und Elektronikschrott in Entwicklungsländern. Internationale Referenten haben sich angekündigt unter anderen von der United Nations Industrial Development Organization (UNIDO), aber auch der Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) aus Bonn. „Abfallprobleme sind international“, sagt Kümmerer. Deshalb hält er den Austausch unter den Teilnehmenden aus aller Welt für wertvoll: „Das Thema ‚Elektroschrott‘ benötigt viel mehr Aufmerksamkeit.“ Denn bei der Wiederverwertung finge das Problem nicht an: „Die Rohstoffe werden aufgrund steigender Produktionszahlen knapper.“ Auch die Gewinnung sei problematisch: „Die Stoffe werden oft in Entwicklungsländern unter teilweise sozial und technisch äußerst schlechten Bedingungen gewonnen“, sagt Kümmerer. Sein Credo lautet deshalb: „Wir dürfen diese Mengen an Elektroschrott gar nicht erst entstehen lassen.“ Besser sei es defekte Geräte zu reparieren, keine Moden beispielsweise bei Smartphones mitzumachen und schrottreife Geräte bei offiziellen Sammelstellen abzugeben. 

Die Veranstaltung richtet sich an Hochschulabsolventen und Berufsanfänger auf dem Feld der nachhaltigen Chemie. 



Autorin: Marietta Hülsmann, Universitätskommunikation. Neuigkeiten aus der Universität und rund um Forschung, Lehre und Studium können an news@leuphana.de geschickt werden.