NACHHALTIGE BESCHAFFUNG IN STÄDTEN UND GEMEINDEN

Die Kommunen in Deutschland müssen künftig nachhaltiger einkaufen

Jährlich werden in Deutschland mehr als 300 Milliarden Euro für die öffentliche Beschaffung ausgegeben, die Hälfte davon von Städten und Gemeinden. Hier liegt großes Potential, den Einkauf nicht nur nach wirtschaftlichen, sondern auch nach ökologischen und sozialen Kriterien auszurichten. Der Professor für Nachhaltigkeit und Politik, Harald Heinrichs, und seine Mitarbeiterin analysieren im Forschungsprojekt „Nachhaltige Beschaffung in Städten und Gemeinden“ des Innovations-Inkubators die Vorgaben und Möglichkeiten nachhaltigen Einkaufs für Kommunen und für ihre meist klein- und mittelständischen Zulieferer. „Als größter Einkäufer des Landes besitzt der Staat eine deutliche Marktmacht“, sagt Heinrichs. „Wir wollen Möglichkeiten aufzeigen, wie der Einkauf von Städten und Gemeinden nachhaltiger erfolgen kann.“ Zulieferer und Dienstleister könnten sich  als umweltbewusste und sozial faire Anbieter besser im Wettbewerb positionieren. Insbesondere klein- und mittelständische Unternehmen (KMU) könnten bei Nachhaltigkeitsanforderungen noch viel aufholen.

Ökologische und soziale Kriterien sind bereits seit 2009 im deutschen Vergaberecht verankert. Auf EU- und Bundesebene laufen zurzeit zahlreiche Initiativen, öffentliche Beschaffung künftig noch verbindlicher mit nachhaltigen Merkmalen zu gestalten. „Wir gehen deshalb davon aus, dass unsere Ergebnisse deutschlandweit für Städte und Gemeinden und ihre Zulieferer von großem Nutzen sein werden“, ist Prof. Heinrichs überzeugt.

Thematisch konzentriert sich das Projekt auf Beschaffungen im Hoch- und Tiefbau, wie z.B. die Konstruktion von Verwaltungsgebäuden, Schulen und Kitas, Sanierungsarbeiten oder Straßenbau. Hier bestehen sowohl auf Verwaltungs- als auch auf Unternehmensseite große Unsicherheiten, wie Aufträge die drei Nachhaltigkeitskriterien Wirtschaftlichkeit, Umwelt und Soziales erfüllen können.