Nachhaltige Geschäftsmodelle

Wie kann ein Unternehmen seine Wettbewerbsfähigkeit stärken, indem es ökologischer und sozialer handelt? Forscher der Leuphana Universität Lüneburg zeigten einen Weg.

Höhere Wettbewerbsfähigkeit durch mehr Nachhaltigkeit: Jedes Unternehmen hat implizit oder explizit ein Geschäftsmodell, bei dem durch das Schaffen von Werten Geld verdient werden soll. Doch gehen von dieser Grundlogik positive oder negative Nachhaltigkeitswirkungen aus? Wie können Unternehmen ihr Geschäftsmodell so weiterentwickeln, dass ihre Kernaktivitäten zu einer nachhaltigen Entwicklung beitragen?

Nachhaltigkeitswissenschaftler der Leuphana Universität Lüneburg suchten Antworten auf diesen Fragen. Sie entwickelten eine Methode, mit der Unternehmen ihr Geschäftsmodell auf Nachhaltigkeit prüfen und optimieren können. Gemessen, bewertet und verbessert wurden zum Beispiel Merkmale wie CO2-Emissionen, ethische Arbeitsbedingungen oder Ressourcenbedarf. „Wer sich systematisch mit seinem Geschäftsmodell auseinandersetzt, kann neue Wege zur Lösung gesellschaftlicher und ökologischer Probleme öffnen und gleichzeitig seine Wettbewerbsfähigkeit erhalten oder sogar ausbauen“, ist der Leiter des Centre for Sustainability Management und Projektleiter Prof. Dr. Stefan Schaltegger überzeugt. „Nachhaltige Unternehmen können als Arbeitgeber und Anbieter neuer Lebensstile langfristig eine nachhaltige gesellschaftliche Entwicklung wesentlich voran bringen und dabei den Unternehmenserfolg stärken.“

Das Wissenschaftlerteam mit Birte Freudenreich, Marten Stock und Iolanda Saviuc entwickelte die neue Methode gemeinsam mit sechs regionalen Unternehmen mit Hilfe von Workshops, Testläufen und Gesprächsrunden.

Das Forschungsprojekt „Nachhaltigkeitsorientierte Geschäftsmodellentwicklung“ („Sustanability-oriented business model assessment“, kurz „SUST-BMA“) lief bis zum 31. Juli 2015. Es wurde am Centre for Sustainability Management durchgeführt. Als Teil des Regionalentwicklungsprojektes Innovations-Inkubator der Leuphana Universität Lüneburg wurde es als Modellvorhaben von der Europäischen Union gefördert. Das Centre for Sustainability Management ist ein international tätiges Kompetenzzentrum zu wissenschaftlicher Weiterbildung Forschung, Lehre und Transfer in den Bereichen unternehmerisches Nachhaltigkeitsmanagement, Corporate Social Responsibility (CSR) und Sustainable Entrepreneurship. Der MBA Sustainability Management bot als weltweit erster Studiengang eine einzigartige Verknüpfung von Praxis, Wissenschaft und Netzwerk im unternehmerischen Nachhaltigkeitsmanagement.

Mehr zum Forschungsinstitut CSM unter www.leuphana.de/csm , www.sustainment.de.

Hier finden Sie den im Zuge des Projektes entwickelten Leitfaden „Wie nachhaltig ist ihr Geschäftsmodell?“

Internationale Handwerksmesse 2015

Das Projekt Nachhaltige Geschäftsmodelle war auf der Internationalen Handwerksmesse 2015 vertreten, um das auf nachhaltige Entwicklung von Geschäftsmodellen ausgerichtete Konzept vorzustellen.