FeQuan-Sensorsystem

Neuer Sensor warnt vor Rostschäden

Umweltchemikern der Leuphana Universität Lüneburg ist ein Durchbruch gelungen: Sie haben einen Sensor für die Online-Überwachung von Rost und Ablagerungen in Brunnen und Wasserrohren entwickelt. Das Lüneburger Spezialsensorik-Unternehmen Franatech arbeitet jetzt gemeinsam mit der Leuphana an der Herstellung eines marktreifen Prototyps. Eine Laborversion war unter anderem im Berliner Reichstag und in anderen Anlagen getestet worden.  „Unsere Sensoren werden die ersten auf dem Markt sein, die eine kontinuierliche Messung und Überwachung aus der Ferne ermöglichen“, erklärt der Umweltchemiker Professor Wolfgang Ruck. Teure Einzelmessungen vor Ort und deren Auswertung im Labor seien nicht mehr nötig.

System ermöglicht große Einsparungen

Der Sensor schlägt Alarm, sobald er innerhalb von Leitungen kritische Werte registriert. So können Betreiber Schäden an Brunnen, Pumpen, Filtern und anderen Systemteilen durch vorbeugende Maßnahmen verhindern. „Damit läßt sich viel Geld sparen “, ist Professor Ruck überzeugt. In der Automobilindustrie, in Kokereien und der Papierbranche verschlingen Wartungskosten, Nutzungsausfälle und der vorbeugende Korrosionsschutz von Wassersystemen derzeit jährlich etwa vier Prozent des Umsatzes. Auch für Brunnen zur Trinkwassergewinnung, die Getränke- und Lebensmittelindustrie sowie für Heiz- und Energiesysteme von Gebäuden sieht der Lüneburger Wissenschaftler gute Einsatzmöglichkeiten. Ablagerungen und Verstopfungen von Rohren und Wärmetauschern erhöhen auch dort den Strombedarf von Pumpen – große Mengen Energie werden so verschwendet.

Lüneburger Sensorhersteller Franatech entwickelt Prototypen

In dem neuen Sensor sind mehrere Sonden vereinigt. Am Ende des Entwicklungsprozesses, der gemeinsam mit Franatech insbesondere mit dem Fokus auf komplexe Korrosionsprozesse in industriellen Anlagen fortgeführt wird, wird er etwa faustgroß sein. Der Sensor hat hervorragende Marktchancen. Das bestätigen Einschätzungen möglicher Kunden und erste globale Verwertungsrecherchen. Franatech prüft deshalb den späteren Einstieg in eine Serienproduktion. „Die Zusammenarbeit mit den Umweltchemikern der Leuphana eröffnet uns die Möglichkeit, ein weiteres Geschäftsfeld zu erschließen“, sagte Franatech-Geschäftsführer Dr. Michel Masson. Der Kontakt zur Universität war durch die Lüneburger Wirtschaftsförderung zustande gekommen. Die kann sich jetzt über die erfolgreiche Vermittlung freuen, denn seit Beginn der Partnerschaft 2009 wächst die Belegschaft des Unternehmens kontinuierlich. Die Franatech hat derzeit fast ausschließlich Kunden aus dem Ausland. Die Zusammenarbeit mit der Leuphana trägt dazu bei, Lüneburg dennoch als zentralen Unternehmensstandort auch langfristig zu festigen.

Das Projekt „FeQuan – Sensorsystem zur Früherkennung von Verockerungs-tendenzen“ des Innovations-Inkubators der Leuphana Universität Lüneburg wurde über drei Jahre mit insgesamt 190.000 Euro von der Europäischen Union gefördert.

Wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter waren Oliver Opel, Tanja Eggerichs, Tobias Otte.