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Gender MainstreamingGENDER MAINSTREAMING

Was ist Gender Mainstreaming?

"Gender" definiert die sozialen Geschlechtsrollen und -zuschreibungen von Männern und Frauen. Diese sind gesellschaftlich konstruiert und können auch wieder de-konstruiert werden. Geschlechterrollen sind somit kein starres Konzept. [vgl. 1]

"Mainstream" bedeutet übersetzt "Hauptströmung". Es wird hierbei definiert, was die Mehrheit tut, was die alltägliche Normen definiert. "Mainstreaming" ist ein hieraus neu erfundenes Wort. Es ist sozusagen ein substantiviertes Verb, welches das Verbsein übersprungen hat. "Mainstreaming ist also ein Prozess, eine Handlung und bedeutet, etwas im Mainstream einzubinden, zum Mainstream zu  machen". [2]

"Gender Mainstreaming" beschreibt eine politische Strategie in den öffentlichen Verwaltungen der EU- und der Bundes-, Landes-, Kommunalverwaltungen zur Gleichstellungspolitik für Männer und für Frauen und unterscheidet sich von Frauen-Gleichstellungspolitik.

Durch die Festschreibung in dem Amsterdamer Vertrag 1997 (Artikel 2 und 3 des Amsterdamer Vertrages) sind alle Verwaltungsinstitutionen in der EU sowie die einzelnen Mitgliedsstaaten auf allen Ebenen verpflichtet, die Perspektive der Geschlechterverhältnisse miteinzubeziehen und alle Entscheidungsprozesse daraufhin zu prüfen. Es ist als Top-Down Strategie der EU zu verstehen. Mit dem Gender Mainstreaming sollen mithilfe eines übergreifenden Konzeptes Ungerechtigkeiten bei beiden Geschlechtern aufgezeigt und beseitigt werden. [3]

Der Europarat hat 1998 eine Definition des Begriffes festgelegt: "Gender Mainstreaming ist die (Re-)Organisation, Verbesserung, Entwicklung und Evaluierung grundsatzpolitischer Prozesse mit dem Ziel, die geschlechterbezogene Sichtweise in alle politischen Konzepte auf allen Ebenen und in allen Phasen durch alle normalerweise an politischen Entscheidungsprozessen beteiligte Akteure einzubringen." [4]

Desweiteren wird davon ausgegangen, dass jede politische Entscheidung eine geschlechtsbezogende Dimension besitzt. Nun soll das Thema der Chancengleichheit unter den Geschlechtern in die Gesellschaftspolitik hinausgetragen werden. Damit ist es nun nicht nur Aufgabe der Politik für Chancengleichheit einzutreten, sondern es betrifft die gesamte Gesellschaft und somit jede einzelne Person.

Eine kritische Diskussion zu den beiden Strategien Frauenförderung und Gender Mainstreaming weist auf die nach wie vor strukturelle Benachteiligung von Frauen in vielen Lebensbereichen hin, die nur mit einem Frauenförderansatz berücksichtigt werden kann. So werden in vielen Politikbereichen und Handlungsfeldern beide Strategien als Doppelstrategie angewandt.

Hier geht es weiter zu Fakten zur Geschichte des Gender Mainstreaming sowie den angewendeten Methoden.

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Literatureinstieg:

[1] Rosenstreich, Gabriele (2002): Gender Mainstreaming: für wen? In: Nohr, Barbara/Veth, Silke (HG.): Gender Mainstreaming: Kritische Reflexionen einer neuen Strategie. Berlin.

[2] Rosenstreich, Gabriele (2003): Gender Mainstreaming: für wen? In Nohr, Barbara/Veth, Silke (Hg.): Gender Mainstreaming: Kritische Reflexionen einer neuen Strategie. Berlin

[3] Welpe, Ingelore; Schmeck, Marike (2005): Kompaktwissen Gender in Organisationen. Peter Lang Europäischer Verlag der Wissenschaften. 

[4] Europarat 1998: Gender Mainstreaming. Konzeptueller Rahmen, Methodologie und Beschreibung bewährter Praktiken, GR-EG(98) 1, vom Mai 1998, Strasbourg 

06.03.2013, Seidel