Internationale Studierende
Die Globalisierung hat längst auch die Hochschulen erreicht. Ein internationaler Austausch von Wissen und Wissenschaftsnachwuchs fördert nicht nur die kulturelle Verständigung, er bereichert auch entscheidend Lehre und Forschung durch innovative und kreative Ideen und ist somit eine unabdingbare Voraussetzung für wissenschaftlichen Fortschritt.
Internationalität an deutschen Hochschulen – Zahlen und Fakten
Ein kontinuierlicher Anstieg der Zahlen von Bildungsausländerinnen und -ausländern (Studierende, die ihre Hochschulreife im Ausland erworben haben und für ein oder mehrere Semester, zwecks ihres Studiums, nach Deutschland kommen) ist besonders seit den 1990er Jahren zu verzeichnen. So lag der Anteil an allen Studentinnen und Studenten in Deutschland 1997 noch bei 5,5%, stieg aber bis 2008 auf 9,2% an.
Der Frauenanteil der Bildungsausländer-Studierenden lag 2008 mit 51,3% sogar leicht über dem Anteil der Frauen von 47,4% bei den deutschen Studierenden. Dabei ist zu beobachten, dass der Frauenanteil der Studierenden aus einkommensstarken Ländern deutlich höher ausfällt, als der der einkommensschwachen Länder. So waren im Jahre 2008 22,7% der afrikanischen Austauschstudierenden Frauen, während der weibliche Anteil der europäischen Bildungsausländerinnen und -ausländer mit 62,4% spürbar höher lag.
Die meisten ausländischen Studentinnen und Studenten Deutschlands kommen aus europäischen und asiatischen Ländern. China ist für Deutschland mit 13,5% aller Bildungsausländer-Studierenden der quantitativ wichtigste Herkunftsstaat. Polen steht in der Rangfolge auf Platz zwei, gefolgt von Bulgarien. An der Leuphana Universität Lüneburg dagegen nehmen Studierende aus den USA den weitaus größten Teil ein. China, Polen und Bulgarien sind nicht unter den Top 5 zu finden.
In Bezug auf die Studienfachwahl ist feststellbar, dass an Universitäten (einschließlich Kunsthochschulen) von Bildungsausländerinnen und -ausländern am häufigsten ein Studiengang der Gruppe Sprach- und Kulturwissenschaften gewählt wird (26,7%). Fächer, auf die dagegen vergleichsweise selten die Wahl fällt, sind beispielsweise Sport und Kunst. Im Gegensatz zu Gesamtdeutschland, sind internationale Studentinnen und Studenten in Lüneburg am häufigsten in Fächern der Ingenieurwissenschaften eingeschrieben.
Die Universität mit den höchsten Zahlen an Bildungsausländer-Studierenden (im Erststudium 2008) (3.218 an der Zahl, 11,7% aller Studierenden der Hochschule) ist die Freie Universität Berlin. Weiterhin haben auch die Technische Universität Berlin und die Uni Köln einen sehr hohen Anteil internationaler Studierender.
Als relativ kleine Universität kann die Leuphana Universität Lüneburg solch hohe Zahlen an internationalen Studierenden nicht vorweisen. Dennoch waren auch hier im Sommersemester 2009 485 Bildungsausländerinnen und -ausländer eingeschrieben, was etwa 6,5% der Gesamtstudierenden ausmacht. Für eine besonders gute Umsetzung der Mobilitätssteigerung im Rahmen des ERASMUS-Programms wurde die Universität Lüneburg mit dem „Europäischen Qualitätssiegel 2008-E-Quality“ ausgezeichnet.


