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Implementierung eines Leuphana Weiterbildungs- modellsIMPLEMENTIERUNG EINES
LEUPHANA WEITERBILDUNGS-
MODELLS

Diese Teilmaßnahme dient der vollständigen Implementierung, Etablierung sowie der kontinuierlichen Weiterentwicklung und Anpassung eines Weiterbildungsmodells mit jährlich zwei bis drei zukunftweisenden Weiterbildungsangeboten, die zum Aufbau von innovationsfördernden Kompetenzen in der Region führen. Im Zentrum sollen dabei in der Endausbaustufe etwa 20 Qualifikationsprogramme (Master- oder Zertifikatskurse) für Fach- und Führungskräfte stehen, die durch die damit einhergehende dauerhafte Steigerung des Humankapitals die Absorptionsfähigkeit und somit die Innovationsfähigkeit der regionalen Unternehmen, öffentlichen Organisationen und Non-Profit-Oganizations erhöhen sollen. Der Ausbau eines konsistenten Weiterbildungsmodells ist somit die konsequente Umsetzung der strategischen Entscheidung, den Bereich Lebenslanges Lernen und Transfer als gleichberechtigten Eckpfeiler neben Forschung und grundständiger Lehre an der Universität zu etablieren.

Schon heute zeichnet sich die Universität insbesondere durch die vielfältigen Aktivitäten der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als transferorientierte
Hochschule aus. Das integrierte Weiterbildungsmodell als Kernelement der
neuen Professional School stärkt diese praxisnahe Universitätsausrichtung entscheidend und macht einen bedeutenden Schritt zur Institutionalisierung der Idee des Lebenslangen Lernens aus.

Zwar wurden auch bislang schon einzelne Weiterbildungsangebote von der Universität angeboten, die vollständige Implementierung und Umsetzung des Leuphana Weiterbildungsmodells ist jedoch nur als Teilmaßnahme des Innovations-Inkubators Lüneburg möglich. Da für den Ausbau dieses Angebotes erhebliche Investitionen nötig sind, die sich nicht aus den Einnahmen der wenigen bereits laufenden Weiterbildungsangebote erwirtschaften lassen, bedarf es hier einer Anschubförderung.

In der heutigen Arbeitswelt reicht fachliches Wissen alleine in der Regel nicht mehr aus, um den wachsenden Anforderungen an die Berufsbilder des 21. Jahrhunderts gerecht zu werden. Wesentlicher Eckpunkt für die detaillierte Ausarbeitung des Weiterbildungsmodells ist daher die Integration von fachlichen mit überfachlichen Lerninhalten. Die Vermittlung von Selbst-, Sozial-, Führungs- und Organisationskompetenz dient dabei als Basis für die inhaltlich-modulare Ausgestaltung der Fachinhalte. Auf diese Weise werden kognitive und praktische Fähigkeiten vernetzt und der Mobilisierungsgrad des verfügbaren Wissens optimiert.

Die Implementierung des Weiterbildungsmodells orientiert sich sowohl an den Anforderungen der Praxis als auch an den Ergebnissen eigener wissenschaftlicher Studien. Die wissenschaftlich fundierten Weiterbildungsprogramme der Professional School erfordern eine interdisziplinäre Kompetenzvermittlung, ein integriertes Qualitätsmanagement, verhaltensnahe und handlungsorientierte Methodik sowie eine flexible und individualisierte Durchführung. Dem soll insbesondere durch den Einsatz einer innovativen Blended Learning-Didaktik sowie die Entwicklung eines ergänzenden Coaching-Angebots Rechnung getragen werden. In diesem Zusammenhang ist auch die Schaffung einer unterstützenden Lernökologie in Form eines virtuellen Lernnetzwerkes geplant, das die Studienzeit weit überdauert. Dieses ist zugleich Garant für eine Institutionalisierung der Idee des Lebenslangen Lernens wie auch für eine dauerhafte Vernetzung der Professional School mit der Praxis. Diesem Zweck dient neben der Inten-sivierung der Alumniarbeit auch die Schaffung einer Projektstelle „Durchlässigkeit“, die sinnvolle Modelle zur Anerkennung beruflich erworbener Kompetenzen im Rahmen wissenschaftlicher Weiterbildungsangebote entwickeln soll.

Insgesamt sollen bis zu 400 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer jährlich ein universitäres Weiterbildungsangebot der Professional School nutzen.
Thematisch sollen sich die Weiterbildungsangebote primär an den regionalen Bedürfnissen orientieren, wie sie durch die vorgenannte ESF-Studie ermittelt wurden. Demnach besteht ein besonderer Weiterbildungsbedarf zum einen in den regionalen Wachstumsbranchen Gesundheits- und Sozialwesen sowie Erziehung/Unterricht. Zum anderen werden branchenübergreifend Weiterbildungsangebote im Bereich des angewandten/verhaltensorientierten Managements stark nachgefragt. Eine der Hauptzielgruppen werden regionale KMU sein.

Die Weiterbildungsangebote der Leuphana Professional School werden sich aufbauend auf den in der vorbereitend durchgeführten ESF-finanzierten Bedarfsanalyse und Machbarkeitstudie erfassten regionalen Weiterbildungsbedarfen im Kern auf die inhaltlichen Cluster „Gesundheit und Soziales“ sowie „Wirtschaft und Management“ konzentrieren. Diese Bereiche sind regionalwirtschaftlich von herausragender Bedeutung und entsprechen außerdem dem universitären Kompetenzprofil der Leuphana.

Die zu vermittelnden Inhalte orientieren sich am Ziel, die vorhandenen Professionalisierungsdefizite insbesondere der regionalen KMU sowie der regionalen Gesundheits- und Sozialwirtschaft auszugleichen. Dazu sollen passgenaue Weiterbildungsangebote nicht nur auf Master-Ebene, sondern auch im Sinne von berufsbegleitenden Bachelorangeboten oder universitären Zertifikatskursen entwickelt und angeboten werden. Somit können auch Zielgruppen erreicht und akademisiert werden, die bislang über keinen ersten Hochschulabschluss verfügen, deren Weiterqualifizierung aber nicht nur angesichts des demographischen Wandels von zentraler gesellschaftlicher Bedeutung ist. Beispielhaft seien hierfür die Entwicklung entsprechender Angebote für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter regionaler KMU („KMU-Management“) genannt.

Bei den Studienangeboten im Masterbereich soll der Fokus stärker auf spezialisierte Managementinhalte in den genannten Clustern gelegt werden, ohne dabei den generalistischen und überfachlichen Ansatz der Professional School zu vernachlässigen.

Die Weiterbildungsangebote zielen somit einerseits auf die Überführung von der Fachkraft zur Führungskraft, andererseits auf die Befähigung von Nachwuchsführungskräften zu Führungskräften/ Geschäfts-führern. Der systematisch-verhaltensorientierte, modulare und auf die Qualifizierungsbedürfnisse der regionalen Wirtschaft ausgerichtete Ansatz des Leuphana Weiterbildungsmodells unterstützt dabei den unmittelbaren Praxis-nutzen und die Nachhaltigkeit der Weiterbildungsmaßnahmen entscheidend. Darüber hinaus fördert die Professional School neben der Weiterqualifizierung und damit dem Wissenstransfer in die Region auch zentral den Informationstransfer aus der regionalen Wirtschaft in die Universität. Durch den über die Professional School zu fördernden Zugang zu Fachkräften der regionalen Wirtschaft sollen insbesondere die regionalen forschungsrelevanten Bedarfe identifiziert werden. Auf Basis dieses Informationsrückflusses in die Universität sollen aktuelle Bedarfe und Probleme der regionalen Wirtschaft über die mit der Professional School eng verbundenen Kompetenztandems bzw. in der assoziierten Graduate School wiederum zum Gegenstand praxisorientierter internationaler Spitzenforschung gemacht werden beziehungsweise im Rahmen von praxisorientierten Master- oder Promotionsstipendien fundiert wissenschaftlich reflektiert werden.

Die Ergebnisse dieser Forschungsleistungen werden schließlich den Unternehmen der Region zur Positionierung im Wettbewerb zugänglich gemacht. Durch diesen Kreislauf und der über die Professional School zu fördernden Institutionalisierung der gegenseitigen Informations- und Wissensvermittlung zwischen Wissenschaft und Wirtschaft soll die zwingend gebotene Schnittstelle für eine Regionalentwicklung aus einer Universität heraus gebildet werden.

28.07.2010, Krey