Gesundheit
Neue Konzepte für das Gesundheitssystem der Zukunft
Mit dem Themenschwerpunkt Gesundheit widmet sich der Innovations-Inkubator Lüneburg der Frage, wie eine gerechte und qualitativ hochwertige medizinische Versorgung gestaltet und auch in Zukunft finanziert werden kann. Denn das Gesundheitssystem befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel: Auf der einen Seite wachsen mit dem technischen Fortschritt die Möglichkeiten einer medizinischen Versorgung, auf der anderen Seite müssen die Kosten einer zunehmend älter werdenden Gesellschaft von immer weniger Erwerbstätigen getragen werden. Auch die Entwicklung zur mobilen Gesellschaft und neue Kommunikationstechnologien wirken sich auf die Gesundheitsversorgung aus. Noch gilt die Gesundheitsversorgung in Deutschland – auch im weltweiten Vergleich – als führend. Aber die Grenzen sind unverkennbar. Um auch für die folgenden Generationen ein qualitativ hochwertiges Gesundheitssystem erhalten zu können, ist daher heute aktives Handeln notwendig.
Das Kompetenzzentrum Gesundheit
Um zur Modernisierung und Reformierung des deutschen Gesundheitswesens beizutragen, hat der Innovations-Inkubator gemeinsam mit der Leuphana Universität das Kompetenzzentrum Gesundheit gegründet. Ziel des Kompetenzzentrums Gesundheit ist die nachhaltige Verankerung des gesellschaftlich relevanten Themas Gesundheit an der Leuphana. Neben grundlagen- und anwendungsorientierter Forschung steht der aktive Austausch zu aktuellen gesundheitspolitischen Themen mit Politik und Gesellschaft sowie die Verknüpfung von Wissenschaft und Wirtschaft mithilfe von Kooperationen und Netzwerken im Vordergrund. Die wissenschaftliche Leitung übernimmt Prof. Dr. Wulf Rössler, die Geschäftsleitung liegt bei Dr. Frauke Wildvang.
Forschungsprojekte mit Wirtschaftskooperationen
"Vernetzte Versorgung" untersucht neue Wege in der Versorgung psychisch Erkrankter. Durch ein integriertes Versorgungssystem von ambulanten Bezugstherapeuten, Psychiatern und Ärzten können Patienten statt stationär im häuslichen Lebensumfeld behandelt werden. In den Modulen "Onlinetherapie" und "SEplus" entwickelt das Forschungsteam psychotherapeutische Behandlungsmöglichkeiten durch das Internet bzw. sucht nach neuen Wegen, wie Mitarbeitende trotz psychischer Beschwerden ihren Arbeitsplatz erhalten oder nach psychosozialen Erkrankungen wieder in ihren Beruf integriert werden können.
Das Projekt „GET.ON GesundheitsTraining.Online“ entwickelt onlinegestützte Trainings- und Therapieprogramme, die psychische Erkrankungen wie Depression, Panikstörung oder arbeitsbezogenen Stress vorbeugen und behandeln sollen. Die Onlinemodule nutzen dabei unter anderem Programme für Smartphones – sogenannte Apps. So sind die Programme jederzeit nutzbar.
Das Kompetenztandem "Management-Modelle in der integrierten Versorgung – Neue Ansätze für chronische Erkrankungen" entwickelt Geschäftsmodelle für eine integrierte Behandlung von Hochkostenerkrankungen wie Diabetes und chronischen Wunderkrankungen.
Wie berufsbedingten Erkrankungen vorgebeugt und Erkrankten der Weg zurück ins Berufsleben erleichtert werden kann, erforscht „Gesund im Beruf“. Dazu baut das Kompetenztandem lokale Einrichtungen auf, die kleinen und mittleren Unternehmen Leistungen im Bereich Prävention Versorgung und Eingliederungsmanagement anbieten.
Das Forschungprojekt "Einfach gute Pflege finden" hilft Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen bei der Suche nach geeigneten Pflegeanbietern. Gemeinsam mit dem Lüneburger Pflegeberater DPR Deutscher Pflegering wollen die Forscher die Pflegesituation und das Wohlbefinden der hilfebedürftigen Menschen in der Region langfristig verbessern.
Das „Forschungsnetz Organisationale Gesundheit“ untersucht seit April 2012 mit dem Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste (bpa) und 26 Pflegeheimen der Region, wie sich Mitarbeiterbindung und Innovationsfähigkeit in der Pflegebranche verbessern lassen.
Studium und Forschung
Zur Stärkung von Lehre und Forschung im Bereich Gesundheit vergibt der Innovations-Inkubator Gastprofessuren: Prof. Monika Rulle forscht zu „Gesundheitstourismus in der Region“, Prof. Mirella Cacace im Bereich „Gesundheitsökonomie in der Region“. Zudem bietet der Inkubator Master- und Promotionsstipendien in der Graduate School an.
Berufsbegleitend studieren und sich für das Gesundheitswesen ausbilden lassen – Der Bachelor „Integriertes Care Management“ bereitet auf Fach- und Führungsaufgaben in der Pflege älterer Menschen vor. Der Master „Prävention und Gesundheitsförderung“ qualifiziert in den Bereichen Gesundheitswissen-schaften und Management und richtet sich an künftige Führungskräfte aus dem Sozial-, Bildungs- und Gesundheitswesen und der freien Wirtschaft.
In der Case Study „Wer pflegt uns in Zukunft?“ entwickeln Studierende der Professional aus der Region Strategien, wie mehr Menschen im Projektgebiet Lüneburg für den Pflegeberuf gewonnen werden können.
Veranstaltungen
In der Konferenzreihe beleuchten Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft und dem öffentlichen Sektor unterschiedliche Perspektiven und Herausforderungen des Gesundheitssystem. Die 1. Leuphana Gesundheitsgespräche fanden 2011 zu dem Thema "Privatisierung im Gesundheitswesen" statt. 2012 wurde in den 2. Leuphana Gesundheitsgespräche der tatsächliche Nuzten von betrieblichem Gesundheitsmanagement diskutiert.
Die Leuphana Startwoche stand im Jahr 2011 unter dem Thema Gesundheitsökonomie. Begleitet von Experten des deutschen Gesundheitswesens entwickelten 1.800 Erstsemesterstudierende in einer Verhandlungsfallstudie ein tragfähiges Modell zur Finanzierung des deutschen Gesundheitssystems.

















