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20 Jahre Forschungsinstitut Freie Berufe (FFB)

10. Juni 2010 Empirische Forschung für Wissenschaft, Politik und Praxis

Als europaweit einziges universitäres Institut widmet sich das Forschungsinstitut Freie Berufe (FFB) der Leuphana Universität Lüneburg der Erforschung der so genannten Freien Berufe. Vor gut zwei Jahrzehnten, im November 1989, wurde das FFB als Institut des Fachbereichs Wirtschafts- und Sozialwissenschaften der Universität Lüneburg gegründet. „Die Uni kann stolz sein, ein Institut wie das FFB zu haben. Seit 20 Jahren treibt die Forschungseinrichtung die Universität voran“, lobte Vizepräsident Prof. Dr. Dr. Nils Ole Oermann während der Jubiläumsfeier.
Leiter des FFB an der Leuphana: Prof. Dr. Joachim Merz.

Empirisch fundierte Analysen bilden den Schwerpunkt der Arbeit des Institutes. „Unsere Untersuchungen beschäftigen sich mit inhaltlichen Analysen, Informationen und methodischen Instrumenten zur Lage, Struktur und Entwicklung der Freien Berufe im Umfeld von Selbständigkeit und wachsender Bedeutung des Dienstleistungssektors“, beschreibt Instituts-Leiter Prof. Dr. Joachim Merz die Arbeit der Forscher. Zu den Freiberuflern zählen unter anderem Ärzte, Architekten, Rechtsanwälte, Schriftsteller oder auch Designer und Dolmetscher. „Die Freien Berufe haben eine weitreichende Bedeutung für die Gesellschaft. Sie produzieren hochwertige Güter wie zum Beispiel Gesundheit oder Recht und haben dadurch eine besondere wirtschaftliche Bedeutung für den Arbeitsmarkt“, erklärt Prof. Merz.

Prof. Merz ist seit 1991 Leiter des Forschungsinstituts. Ebenfalls europaweit einzigartig war damals die Schaffung seiner Professur für „Statistik und Freie Berufe“. Aktuelle Forschungsschwerpunkte des FFB sind beispielsweise Untersuchungen zur Reichtumsverteilung in Deutschland, zu Arbeitszeitmustern oder zu Erfolgsfaktoren für Existenzgründungen. „Das Forschungsdatenzentrum des Statistischen Bundesamtes versorgt uns unter anderem mit Mikrodaten, die wir für verschiedene Forschungsprojekte auswerten“, so Prof. Merz.

Prof. Merz und sein Team sehen die Forschung als den Kernbereich ihrer Arbeit an. zum Aufgabenspektrum des Instituts gehören aber auch Lehre, Service und Netzwerkarbeit. In der universitären Lehre, in Vorlesungen, Übungen, Seminaren, Kolloquien und Workshops wird der Forschungsschwerpunkt Freie Berufe in der empirischen Wirtschaftsforschung anwendungsbezogen vermittelt. Im Modul „Wissenschaft nutzt Methoden“ des Leuphana Semesters bietet Prof. Merz die Vorlesung „Statistik für alle“ an und richtet sich damit an Studienanfänger aller Fakultäten. Neben Vorlesungen, Seminaren und Workshops veranstaltet das FFB (Prof. Merz) zusammen mit dem Mittelstandsinstitut (Prof. Martin) in jedem Semester ein wöchentlich stattfindendes, öffentliches Diskussionsforum, das „Forschungskolloquium Freie Berufe, Mittelstand und empirische Wirtschaftsforschung“.

Das 20-jährige Bestehen feierte das FFB jetzt mit einem Empfang und einem wissenschaftlichen Symposium zum Thema „Freie Berufe – Empirische Forschung für Wissenschaft, Politik und Praxis“. Die Schirmherrschaft für die Veranstaltung hatte der Niedersächsische Wirtschaftsminister Jörg Bode übernommen. Im Rahmen des Symposiums diskutierten externe Experten sowie Wissenschaftler des FFB aktuelle Forschungsergebnisse zur Situation der Freien Berufe. „Dabei ging es um Zeit- und Einkommensarmut von Freiberuflern, die Arbeitszufriedenheit im internationalen Vergleich, die Effekte einer freiberuflichen Mitgliedschaft in Verbänden oder um die Frage, welchen Einfluss die Wirtschaftskrise auf die Freien Berufe hat“, berichtet Prof. Merz. Auch Prof. (em.) Dr. Heinz Sahner, Gründer des FFB an der Lüneburger Universität, zählte zu den Referenten.

Die Forschungsergebnisse des Instituts werden regelmäßig veröffentlicht. Sie erscheinen in der FFB-Schriftenreihe (NOMOS Verlag) und als FFB-Bücher, werden in wissenschaftlichen Zeitschriften und Büchern publiziert. FFB-Diskussionspapiere und FFB-Dokumentationen stehen kostenfrei als Download zur Verfügung.

08.11.2011, webredak