Dissertationsprojekte
Forschungsinstitut Freie Berufe (FFB)
Dissertatonsprojekte von FFB-Mitarbeitern
Gründungsaktivität und Gründungserfolg von Freiberuflern – Eine empirische Untersuchung mit Daten des Sozio-ökonomischen Panels und einer eigenen Onlineerhebung
Die Arbeit „Gründungsaktivität und Gründungserfolg von Freiberuflern“ verfolgt die theoretische, methodische und empirisch fundierte Analyse des freiberuflichen Gründungsgeschehens innerhalb der Bundesrepublik Deutschland. Im Mittelpunkt der Arbeit stehen zwei zentrale Fragestellungen: 1. „Welche Determinanten beeinflussen eine freiberufliche Gründungsaktivität?“ und 2. „Welche Determinanten beeinflussen den freiberuflichen Gründungserfolg?“. Innerhalb dieser beiden Forschungsfragen wird das Spektrum freiberuflicher Gründungen über die Phasen vor der Gründung bis zur Etablierung der freiberuflichen Tätigkeit im Markt erfasst. Die Forschungsergebnisse gliedern sich in einen theoretischen- und einen praktischen Erkenntnisgewinn. Auf Grundlage einer systematischen theoretischen Auseinandersetzung in Verbindung bisheriger Erfahrungen aus der empirischen Gründungsforschung wurden Hypothesen abgeleitet und hierzu unterschiedliche Untersuchungsmodelle entwickelt.
Mikrodatenbasis ist zum einen das Sozio-ökonomische Panel (SOEP), das hinsichtlich der Freien Berufe und ihrer Kodierung aufwändig berichtigt und bereinigt wurde; zum anderen wurde eine eigene Onlineumfrage, die FFB-Onlineumfrage Freie Berufe, konzipiert, durchgeführt und für die Gründungsaktivität und den Gründungserfolg ausgewertet.
Neben der theoretischen Aufarbeitung theoretischer Ansätze besonders für die Freien Berufe quantifiziert dieses Projekt und Dissertation zentrale Einflussgrößen auf die freiberufliche Gründungsaktivität und den Gründungserfolg. Zudem zeigt diese Arbeit einen neuen Weg, die Definitions- und Klassifizierungsfragen praxisbezogen umzusetzen sowie Möglichkeiten, um die Qualität der freiberuflichen Daten zu verbessern. Nicht zuletzt erhofft sich der Autor mit dieser Arbeit eine Anregung zur Weiterentwicklung des SOEP und der freiberuflichen Gründungsforschung insgesamt.
Die Dissertation wurde im Berichtszeitraum fertiggestellt. Peter Paic wurde 2008 promoviert. Seine Dissertation konnte auch Dank der Unterstützung der Ludwig Sievers Stiftung zu Beginn von 2009 mit Paic, Peter, Gründungsaktivität und Gründungserfolg von Freiberuflern, Eine empirische Mikroanalyse mit dem Sozio-ökonomischen Panel, Baden-Baden 2009 in unserer FFB-Schriftenreihe bei NOMOS veröffentlicht werden.
Projektbetreuung
- Soz.Ök./Dipl.-Btrw. Peter Paic,
- Prof. Dr. Joachim Merz
Projektlaufzet
- Beginn: 2002 - Ende: 2/2009
Publikation
- Paic, P., (2009) Gründungsaktivität und Gründungserfolg von Freiberuflern, Eine empirische Mikroanalyse mit dem Sozio-ökonomischen Panel, FFB-Schriftenreihe Band 17, Nomos Verlagsgesellschaft, Baden-Baden
Beschäftigungsdynamik älterer Arbeitskräfte – Eine panelökonometrische Untersuchung mit Daten des IAB-Betriebspanels
In der jüngeren arbeitsmarktpolitischen Diskussion macht sich eine Neubewertung der Erwerbsbeteiligung von älteren Arbeitnehmern bemerkbar: überwogen früher die Stimmen, die den Entlastungseffekt eines frühzeitigen Ruhestandseintritts hervorhoben, gewinnt die Seite an Beachtung, die die positiven Effekte eines späteren Eintritts in den Ruhestand betonen. Daraus resultieren inzwischen oft wiederholte Forderungen nach einer Erhöhung des Renteneintrittsalters, einer Flexibilisierung der Löhne von Älteren.
Die wissenschaftliche Beachtung von Arbeitsangebot und –nachfrage sind völlig asymmetrisch: während Studien zum Renteneintrittsalter der älteren Generation seit Mitte der 90er Jahre eine starke Beachtung erfuhren, widmet sich dieses Projekt der bisher stark vernachlässigten Nachfrageseite.
Ein Grund für diesen Missstand war das Fehlen von verlässlichen Daten auf Betriebsebene, die eine gesonderte Untersuchung gerade älterer Arbeitskräfte erlaubt hätte. Das Institut für Arbeitsmarkts- und Berufsforschung, Nürnberg, stellt der wissenschaftlichen Öffentlichkeit ein Betriebspanel zur Verfügung, dessen Tiefe eine solche Untersuchung möglich macht. Dabei werden diese Betriebsdaten verbunden mit Prozessdaten der Sozialversicherungsträger.
In dieser Dissertation von Derik Burgert sollen auf der Basis dieser neu gewonnenen Individualdatensätze Determinanten auch der Arbeitsnachfrage für Prozesse der Beschäftigungsdynamik geschätzt werden, insbesondere was ihren Einfluss auf die Renteneintrittsentscheidung angeht. Dabei kommen moderne Ansätze der Überlebensanalyse zum Einsatz, die aufgrund der Paneleigenschaften auch eine betriebsindividuelle, unbeobachtete Heterogenität kontrollieren.
Ein besonderes Augenmerk der Untersuchung wird bei der Studie auch freiberuflichen Arbeitgebern und ihrer Rolle bei der Schaffung von Arbeitsplätzen zugemessen.
Die Dissertaion von Derik Burgert wurde im Berichtszeitraum abgeschlossen und publiziert.
Projektbetreuung
- Dipl.-Volksw. Derik Burgert,
- Prof. Dr. Joachim Merz
Projektlaufzeit
- Beginn: 2002 - Ende: offen
Publikationen
- Burgert, D., 2009, Mobilität auf dem Arbeitsmarkt für Ältere – die Rolle der Betriebe, Dissertation, Lüneburg.
Das Nachfrageverhalten von Versicherten in der gesetzlichen Krankenversicherung
Die Gesundheit zählt in unserer Gesellschaft zu den höchsten Gütern – dies gilt primär für jedes einzelne Individuum und äußert sich sekundär in der Größe des Marktes für Gesundheitsleistungen, dessen Volumen sich im Jahr 2004 auf 243 Milliarden Euro belief. Die komplexe Struktur dieses wirtschaftlichen Geflechts unterliegt mannigfaltigen Einflüssen, unter anderem seitens der Politik, der Gesundheitsberufe, der Krankenkassen und des technischen Fortschritts. Maßgeblich werden die Geschicke dieses Marktes jedoch von dem Nachfrageverhalten der Patienten bzw. der Versicherten bestimmt, von denen 85% den gesetzlichen Krankenkassen angehören. Die besondere Beziehung zwischen Patienten bzw. Versicherten und dem Gesundheitsmarkt liegt nicht nur in der wirtschaftlichen Dimension begründet: Während bei den übrigen Akteuren des Gesundheitssystems zumeist ökonomische Interessen im Vordergrund stehen, beispielsweise ein Betriebsergebnis oder der Beruf, so ist bei den Versicherten ihre eigene Gesundheit das zentrale Element der Beziehungen zu diesem Markt, worin die besondere Involvierung begründet liegt. Aus diesem Grunde steht die Gruppe der gesetzlich Krankenversicherten in den Untersuchungen dieser Arbeit im Vordergrund.
Je besser die Determinanten für die Nachfrage nach Gesundheitsleistungen der Versicherten verstanden werden, desto erfolgreicher wird es möglich sein, auf dem Gesundheitsmarkt im Interesse der Versicherten im Einzelnen und der Gesellschaft als Ganzes zu agieren. Dies beinhaltet sowohl die Reform- und Optimierungsbestrebungen der Politik, welche die medizinische Versorgung der Bevölkerung und die Kosten für diesen Markt in einem volkswirtschaftlich sinnvollen Gleichgewicht halten muss, als auch die Marktteilnehmer der Angebotsseite, also Krankenkassen und Ärzte, die ihre Leistungen sinnvoll und bedarfsgerecht an die Wünsche und Erfordernisse der Versicherten anpassen und weiterentwickeln können.
Auf der Basis verschiedener interdisziplinärer Modelle konnte eine Zusammenstellung von potenziellen Einflussgrößen entwickelt und Vermutungen über ihre Wirkung auf das Nachfrageverhalten aufgestellt werden. Die hierfür erforderliche Datenlage ist jedoch gerade in Deutschland recht dünn; zwar sind prozessgenerierte Daten aus dem Gesundheitssystem sowie amtliche Statistiken und einige sozioökonomische Surveys vorhanden, jedoch eignen sich diese nicht, um die aufgeworfenen Fragen zu beantworten, da sie entweder im Bereich der Gesundheitsthemen oder im Bereich der Soziodemographie Lücken aufweisen.
Aus diesem Grund wurde vor dem genannten theoretischen Hintergrund ein Fragebogen entwickelt und in Zusammenarbeit zwischen Forschungsinstitut Freie Berufe und Techniker Krankenkasse die FFB-Patientenumfrage durchgeführt.
Die gewonnenen Daten wurden mit verschiedenen ökonometrischen Methoden hinsichtlich der aus den theoretischen Modellen abgeleiteten Vermutungen überprüft. Die Ergebnisse werden vor dem Hintergrund der aktuellen Debatten über das Gesundheitssystem und der Reformvorschläge diskutiert und die Resultate der verschiedenen Untersuchungsansätze gegenübergestellt. Die Ergebnisse, die mit Hilfe der empirischen Analysen herausgearbeitet wurden konnten, werden dabei praxisnah in einen Kontext zur Beantwortung der zentralen Fragestellung dieser Arbeit gestellt.
Darüber hinaus wird ein Ausblick auf weitere Forschungsarbeiten auf der Basis des hohen Potentials der Erhebungsdaten und der Erkenntnisse aus dieser Untersuchung gegeben. Hierbei werden insbesondere die Möglichkeiten eines Mikrosimulationsmodells – beispielsweise zur Schätzung der Folgekosten bei versäumten Früherkennungen von Krankheiten – beleuchtet.
Henning Stolze hat seine Dissertation Ende 2008 fertiggestellt. Er wurde zu Beginn des Jahres 2009 erfolgreich promoviert. Die Dissertation wurde Anfang 2010 in der Schriftenreihe des FFB im Nomos Verlag publiziert.
Projektbetreuung:
- Dipl.-Kfm. Henning Stolze
- Prof. Dr. Joachim Merz
Projektlaufzeit:
- Beginn: 2002
- Ende: 2010
Publikationen:
- Stolze, H., 2010, Das Nachfrageverhalten von Versicherten in der gesetzlichen Krankenversicherung, FFB-Schriftenreihe Band 18, Nomos Verlagsgesellschaft, Baden-Baden.
Determinanten der Einkommensungleichheit in Deutschland
Die Analyse der personellen Einkommensverteilung ist ein zentraler Bestandteil der volkswirtschaftlichen Forschung. Neben der Armutsmessung ist die Quantifizierung der Einkommensungleichheit eine zentrale Größe in der Evaluierung politischer Maßnahmen. Gerade wegen der Funktion der Einkommensungleichheit als Maßstab gesellschaftlicher Entwicklung ist es von fundamentalem Interesse, die Faktoren eingehender zu analysieren, die zur Ungleichheit der Einkommen beitragen.
Bisherige Arbeiten befassen sich in erster Linie mit rein deskriptiven Betrachtungen der Einkommensungleichheit. Die meisten darüber hinausgehenden Studien thematisieren ausschließlich makroökonomische Einflussfaktoren der Einkommensungleichheit auf Länderebene.
Auf mikroökonomischem Gebiet wird zumeist die Methode der Dekomposition nach Subgruppen (Shorrocks 1982 und 1984) angewendet, um den Einfluss bestimmter Faktoren quantifizieren zu können. Allerdings wird hier nur der Einfluss von nur einer kategorialen Variable auf die Einkommensungleichheit betrachtet. Eine neuere Methode ist die Regressionsbasierte Dekomposition (Fields 2002, Murdoch und Sicular 2002, Shorrocks 1999), mit der sowohl mikroökonomische als auch makroökonomische Ansätze zur Erklärung der Einkommensungleichheit herangezogen werden können.
In der anzufertigenden Arbeit wird zunächst eine Übersicht über die bestehenden Theorien zur Erklärung der Einkommensungleichheit entwickelt. Darauf aufbauend wird im empirischen Teil der Arbeit der Einfluss der einzelnen Faktoren quantifiziert. Dies ermöglicht es, sowohl die Stärke als auch die Richtung des Einflusses der einzelnen Faktoren auf die Einkommensungleichheit zu identifizieren. Abschließend werden exemplarisch distributionspolitische Maßnahmen beschrieben und ihre Auswirkung auf die Einkommensungleichheit eingehend analysiert.
Projektbetreuung
- Dipl.-Volksw. Paul Böhm,
- Prof. Dr. Joachim Merz
Projektlaufzeit
- Beginn: 2006 - Ende: offen
Publikationen:
- Böhm, P und J. Merz, 2009, Reichtum in Niedersachsen und anderen Bundesländern – Ergebnisse aus der Steuer-Geschäftsstatistik 2003 für Selbständige (Freie Berufe und Unternehmer) und abhängig Beschäftigte, in: Habla,H. und Houben, H. (Hrsg.), Forschung mit Daten der amtlichen Statistik in Niedersachsen (FoDaSt), Statistik undWissenschaft 12, S. 107-123, auch als: FFB-Diskussionspapier Nr. 75.
- Böhm, P. und J. Merz, (im Erscheinen), Reichtum in Niedersachsen und anderen Bundesländern – Ergebnisse aus der Steuer-Geschäftsstatistik 2003 für Selbständige (Freie Berufe und Unternehmer) und abhängig Beschäftigte, in: Statistisches Bundesamt (Hrsg.), FODAST.
- Böhm, P. und J. Merz, (2008), Zum Einkommensreichtum Älterer in Deutschland – Neue Reichtumskennzahlen und Ergebnisse aus der Lohn- und Einkommensteuerstatistik (FAST 2001), in: Deutsche Rentenversicherung, Januar 2008.
Vorträge
- Böhm, Paul, Determinanten der Einkommensungleichheit in Deutschland, Forschungskolloquium Freie Berufe, Mittelstand und empirische Wirtschaftsforschung, Fakultät II – Wirtschafts-, Verhaltens- und Rechtswissenschaften, Leuphana Universität Lüneburg, Lüneburg, 6. Januar 2009
- Merz, J. und P. Böhm, Reichtum in Niedersachsen – Ergebnisse aus der Geschäftsstatistik 2003 für Selbständige (Freie Berufe und Unternehmer) und abhängig Beschäftigte, FODAST „Forschung mit Daten der amtlichen Statistik in Niedersachsen”, Hannover, Leibnizhaus, 3. April 2008
- Merz, J. und P. Böhm, Einkommensreichtum in Deutschland – Ergebnisse aus der Lohn- und Einkommenssteuerstatistik, Forschungskolloquium Freie Berufe, Mittelstand und empirische Wirtschaftsforschung, Fakultät II – Wirtschafts-, Verhaltens- und Rechtswissenschaften, Leuphana Universität Lüneburg, Lüneburg, 22. Januar 2008.
- Merz, J. und P. Böhm, Zum Einkommensreichtum Älterer in Deutschland – Ergebnisse aus der Lohn- und Einkommensteuerstatistik, Forschungsnetzwerk Alterssicherung, FNA-Workshop 'Wohlstandsverteilung und Gesetzliche Rentenversicherung', Berlin, 11. September 2007
Die Flexibilisierung der Arbeitszeiten – Mikroökonomische Analyse von Einkommenseffekten und Auswirkungen auf Arbeitsangebotsentscheidungen
Flexibilität und Flexibilisierung sind Begriffe, die Teil beinahe jeder Diskussion arbeitsmarktpolitischer Reformen der letzten Jahrzehnte gewesen sind. Dabei können mehrere Dimensionen der Flexibilisierung unterschieden werden. Neben der Flexibilisierung der Arbeitsverhältnisse – z.B. gelockerter Kündigungsschutz oder weniger regulierte Zeitarbeit – fällt insbesondere eine immer noch fortschreitende Flexibilisierung der Arbeitszeiten ins Auge. Im Rahmen dieses Projekts sollen Auswirkungen dieser Arbeitszeitflexibilisierung auf die individuellen Lebensumstände untersucht werden. So wird die Frage gestellt, wie sich unterschiedliche Arbeitszeitarrangements, und damit Flexibilitätsanforderungen, bei Arbeitnehmern, aber auch Unternehmern und Freien Berufen auf die persönliche Arbeits- und Lebenszufriedenheit auswirken.
Weiter soll untersucht werden, welche Auswirkungen die steigenden Flexibilitätsanforderungen auf die Arbeitsangebotsentscheidungen haben. Selbständige und Freiberufler verfügen traditionell über eine höhere Zeitsouveränität, können ihre Arbeitszeiten also meist selbst bestimmen. Sie tragen jedoch auch eine höhere Verantwortung und ein höheres Risiko für ihr Einkommen. Wenn abhängige Beschäftigung zu immer flexibleren Arbeitsverhältnissen führt, so kann das dazu führen, dass traditionelle Arbeitsverhältnisse im Vergleich zu selbständiger Beschäftigung an Attraktivität verlieren. Hierzu hat Boden (1999) in den USA Gründe für den Wechsel in selbständige Beschäftigung untersucht. Demnach gaben insbesondere Frauen mit Kindern unter sechs Jahren an, in Selbständigkeit gewechselt zu sein, um ihre Arbeitszeiten flexibler zu gestalten, oder weil sie Probleme bei der Kinderbetreuung und anderen familiären Verpflichtungen hatten. Für Frauen spielt demnach neben finanziellen Aspekten das familiäre Umfeld und die dadurch eingeschränkte zeitliche Flexibilität eine große Bedeutung bei der Arbeitsplatzwahl.
Es soll also die Frage beantwortet werden, ob die Flexibilisierung in Deutschland zu einem verstärkten Wechsel in selbständige oder geringfügige Beschäftigung insbesondere bei Frauen führt, und ob sich dadurch die innerfamiliale Verteilung von marktmäßiger und nicht marktmäßiger Arbeit
Projektbetreuung
- Dipl.-Volksw. Dominik Hanglberger,
- Prof. Dr. Joachim Merz
Projektlaufzeit
- Beginn: 2007 - Ende: 12/2010
Publikationen
- Hanglberger, D., 2010, Arbeitszufriedenheit und flexible Arbeitszeiten – Empirische Analyse mit Daten des Soziooekonomischen Panels, SOEPpapers on Multidisciplinary Panel Data Research No. 304, Berlin und FFBDiskussions Papier Nr. 80, Forschungsinstitut Freie Berufe, Leuphana Universität Lüneburg.
Vorträge
- Hanglberger, Dominik, Working time flexibility and job satisfaction in Germany, IX ISQOLS Confernce, Quality of Life Studies: Measures and Goals of the Progress of Societies, Instituto degli Innocenti, Florenz, 23. Juli 2009
- Hanglberger, Dominik, Arbeitszeitflexibilität und Zufriedenheit, The effect of transition to flexible working hours on job satisfaction in Germany, 6. CREPS Konferenz, Leuphana Universität Lüneburg, 26./27.November 2009
- Hanglberger, Dominik, Job satisfaction – Adaptation to flexibility, Management Revue Workshop `Job satisfaction revisited ´, Dubrovnik, 7. April 2010
- Hanglberger, Dominik, Arbeitszufriedenheit in unterschiedlichen Wohlfahrtsregimen, Forschungskolloquium `Freie Berufe,
Mittelstand und Empirische Wirtschaftsforschung´, Lüneburg, 6. Juli 2010 - Hanglberger, Dominik, Arbeitszufriedenheit im internationalen Vergleich, Symposium `20 Jahre FFB´, Lüneburg, 11. Juni 2010
- Arbeitszeitflexibilität und Zufriedenheit mit der Arbeit, FFB-Forschungskolloquium Freie Berufe, Mittelstand und empirische Wirtschaftsforschung, Fakultät II – Wirtschafts-, Verhaltens- und Rechtswissenschaften, Leuphana Universität Lüneburg, Lüneburg, 2. Dezember 2008
Freie Berufe und Mitgliedschaft in Berufsverbänden - Einkommen und Mitgliedschaftseffekte
Zu den Gründen, einem Berufsverband anzugehören, zählt für Freiberufler auch die Erwartung eines höheren Arbeitseinkommens. Kann diese Erwartungshaltung bestätigt werden? Ist es in finanzieller Hinsicht für Freiberufler lohnenswert, einem Berufsverband anzugehören? Für freiberuflich Tätige spielt hierbei die Berufsverbandsmitgliedschaft eine zentrale Rolle. Neben individueller Relevanz ist die Mitgliedschaft in Berufsverbänden im Zusammenhang mit der Deregulierung auch von gesamtgesellschaftlichem Belang.
Obige Fragestellungen sollen unter Verwendung neuerer mikroökonometrischer Evaluationsmethoden beantwortet werden. Diese Ansätze basieren auf der Berechnung des Treatment-Effekts, mit dem konsistente Schätzer einer Zielgröße berechnet werden können. Da mit dem Sozio-oekonomischen Panel mehrere Wellen betrachtet werden, können somit auch Aussagen über dynamische Aspekte getroffen werden.
Projektbetreuung
- Dipl.-Volksw. Rafael Rucha,
- Prof. Dr. Joachim Merz
Projektlaufzeit
- Beginn: 10/2007 - Ende: offen
Publikationen
- Rucha, R., 2010, Effekte einer freiwilligen Mitgliedschaft in Berufsverbänden auf das Einkommen – Eine Analyse der Einkommensdynamik bei Freiberuflern in Deutschland, FFB-Discussionpaper No. 81, Fakultät Fakultät II – Wirtschafts-, Verhaltens- und Rechtswissenschaften, Leuphana Universität Lüneburg, Lüneburg.
Vorträge
- Rucha, Rafael, Freie Berufe und Berufsverbände – Effekte einer freiwilligen Mitgliedschaft, Wissenschaftliches Symposium 20 Jahre Forschungsinstitut Freie Berufe - Empirische Forschung für Wissenschaft, Politik und Praxis,
Leuphana Universität Lüneburg, Lüneburg, 11. Juni 2010. - Rucha, Rafael, Effekte einer freiwilligen Mitgliedschaft in Berufsverbänden auf das Einkommen – Eine Analyse der Einkommensdynamik von Freiberuflern in Deutschland, 6. CREPS Konferenz “Die Dynamik tiefgreifenden Wandels in Gesellschaft, Wirtschaft und Unternehmen”, Leuphana Universität Lüneburg, Lüneburg, 27. November 2009.
- Rucha, Rafael, Approaches to the Analysis of Income of Professions with Focus on Income Effects through Voluntary Membership in Professional-specific Organisations, Fifth International Young Scholars SOEP Symposium, Hanse Institute for Advanced Study (HWK), Delmenhorst, Germany, 27. March 2009.
- Rucha, R., Approaches to the Analysis of Income of Professions with Focus on Income Effects through Voluntary Membership in Professional-specific Organisations, Fifth International Young Scholars SOEP Symposium, Hanse Institute for Advanced Study Delmenhorst, Germany, 27. March 2009
- Rucha, R., Ansätze zur Analyse von Einkommen von Freiberuflern mit Fokus auf Effekten durch Mitgliedschaft in Berufsverbänden, FFB-Forschungskolloquium Freie Berufe, Mittelstand und empirische Wirtschaftsforschung, Fakultät II – Wirtschafts-, Verhaltens- und Rechtswissenschaften, Leuphana Universität Lüneburg, Lüneburg, 9. Dezember 2008
Zeit- und Einkommensarmut – Eine Mikroanalyse mit der deutschen Zeitbudgeterhebung 2001/2002 des Statistischen Bundesamtes
In modernen Gesellschaften wie der Bundesrepublik Deutschland nimmt das Tempo des sozialen Lebens zu, bei den Menschen entsteht zunehmend das Gefühl von Zeitstress. So haben heute Waren und Dienstleistungen „Konjunktur“, die eine Zeitersparnis versprechen. Convenience-Produkte, internetfähige Handys oder Bücher über das „Sparen von Zeit“ in den Bestsellerlisten zeugen von dieser Entwicklung. Die Kosten für die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben sind entsprechend immer häufiger nicht nur in Euro und Cent sondern auch in Stunden und Minuten zu zahlen. Die Zeitressource gewinnt damit gegenüber der Einkommensressource an Bedeutung. Entsprechend sind Armuts- oder generell Wohlfahrtsanalysen, die ausschließlich das monetäre Einkommen der Menschen betrachten, unpassend. Eine zunehmende Zahl von Armutsforschern erkennt, dass Armut ein multidimensionales Phänomen ist und daher nur durch ein multidimensionales Armutskonzept wirklichkeitsnah erfasst werden kann. Mit der zusätzlichen Betrachtung der Zeit (und später weiteren Dimensionen) soll auch im Rahmen des Dissertationsvorhabens ein erster Schritt hin zu einer umfassenderen Betrachtung von Armut gelingen.
Vor dem Hintergrund der dargestellten Entwicklung werden drei zentrale Fragen empirisch aufgearbeitet:
- Wer hat verhältnismäßig wenig Zeit zur Verfügung und kann daher als zeitarm bezeichnet werden?
- Wer hat verhältnismäßig wenig Geld zur Verfügung und kann daher als einkommensarm bezeichnet werden?
- Wie können diese Dimensionen im Rahmen eines interdependenten multidimensionalen Armutskonzeptes zusammengeführt werden?
Die Ergebnisse der Zeit- und multidimensionalen Armutsanalysen stellen ein Novum dar. Sie können Ansatzpunkte für staatliche Maßnahmen zur Verringerung von Armut und des sozialen Tempos („Entschleunigung“) liefern. Durch das Aufzeigen einer neuen, multidimensionalen Perspektive bereichern die gewonnenen Erkenntnisse der Dissertation die Armutsforschung und Diskussion um die arbeitenden Armen („working poor“) in Deutschland. Mit der Verknüpfung von Zeit und Einkommen kann die Lebenssituation dieser zeit- und einkommensarmen Menschen wirklichkeitsnäher wiedergegeben werden. Die Ergebnisse unterstützen die zielgenaue Abstimmung sozialpolitischer Maßnahmen auf bedürftige Menschen und sind damit ein Beitrag für mehr Gerechtigkeit
Projektbetreuung
- Dipl.-Kfm. Tim Rathjen,
- Prof. Dr. Joachim Merz
Projektlaufzeit
- Beginn: 2008 - Ende: offen
Publikationen
- Merz, J. und T. Rathjen, 2010, Sind Selbstständige zeit- und einkommensarm? – Eine Mikroanalyse der Dynamik interdependenter multidimensionaler Armut mit dem Sozio-oekonomischen Panel und den deutschen Zeitbudgeterhebungen, FFB-Diskussionspaper No. 82, Fakultät Wirtschaft, Leuphana Universität Lüneburg, Lüneburg.
- Merz, J. und T. Rathjen, 2009, Time and Income Poverty – An Interdependent Multidimensional Poverty Approach With German Time Use Diary Data, FFB-Diskussionspaper Nr. 79, Fakultät II, Wirtschafts- Verhaltens- und Rechtswissenschaften, Leuphana Universität Lüneburg, Lüneburg. FFB-DP Nr.79 (also as IZA Discussionpaper No. 4337, Bonn 2009 and as ECINEQ Discussionpaper No. 126, Palma de Mallorca 2009)
Vorträge
- Merz, Joachim und Tim Rathjen, Are Self-Employed Time and Money Poor? Dynamics of Interdependent Multidimensional Poverty with German Time Use Diary Data, 6. CREPS Konferenz "Die Dynamik tiefgreifenden Wandels in Gesellschaft, Wirtschaft und Unternehmen", Leuphana Universität Lüneburg, Lüneburg, 26./27. November 2009
- Merz, Joachim und Tim Rathjen, Sind Selbständige zeit- und einkommensarm? Eine Analyse mit den Zeitbudgeterhebungen 1991/92 und 2001/2002, Forschungskolloquium Freie Berufe, Mittelstand und empirische Wirtschaftsforschung, Fakultät II – Wirtschafts-, Verhaltens- und Rechtswissenschaften, Leuphana Universität Lüneburg, Lüneburg, 3. November 2009
- Merz, Joachim und Tim Rathjen, Time and Income Poverty Dynamics – An Interdependent Multidimensional Approach with German Time Use Data, 32. Jahreskonferenz der International Association for Time Use Research (IATUR), Leuphana Universität Lüneburg, Lüneburg, 24. September 2009
- Merz, Joachim, Satisfaction, Time and Income – An Interdependent Multidimensional Poverty Approach with German Time Use Diary Data, International Conference Happiness and Relational Goods: Well-Being and Interpersonal Relations in the Economic Sphere, Isola di San Servolo, Venedig, 11.-13. Juni 2009
- Merz, Joachim und Tim Rathjen, Zur Dynamik von Zeit- und Einkommensarmut in Deutschland, Forschungskolloquium Freie Berufe, Mittel und empirische Wirtschaftsforschung, Fakultät II – Wirtschafts-, Verhaltens- und Rechtswissenschaften, Leuphana Universität Lüneburg, Lüneburg, 16. Juni 2009
- Merz, Joachim und Tim Rathjen, Zeit- und Einkommensarmut von Selbständigen – Ein neuer interdependenter multidimensionaler
Ansatz und Ergebnisse für die „woorking poor“, Statistische Woche Nürnberg, 16. September 2010, Nürnberg, Deutschland - Merz, Joachim, Time and Income Poverty – An Interdependent Multidimensional Poverty Approach with German Time Use Diary Data, 31st General Conference of The International Association for Research in Income and Wealth (IARIW), St. Gallen, Switzerland, 22.-28. August 2010
- Merz, Joachim und Tim Rathjen, Are Self-Employed Time and Money Poor? Results by an Interdependent Multidimensional Poverty Approach Using GSOEP and GTUS Time Use Diary Data, 9. Internationale Nutzerkonferenz des SOEP, WZB, Berlin, Deutschland, 1. Juli 2010
- Merz, Joachim, Zeit- und Einmkommensarmut von Freien Berufen und Unternehmern, 20 Jahre Forschungsinstitut Freie Berufe (FFB), Leuphana Universität Lüneburg, 11. Juni 2010 Merz, Joachim, Self-Employment and Time and Income Poverty, 32nd Annual Meeting of the International Association for
Time Use Research (IATUR), Science-Po, Paris, France, 7.-10. Juni 2010 - Merz, Joachim, Time and Income Poverty - An Interdependent Multdimensional Poverty Approach, University of Utah, Salt Lake City, USA, 27. April 2010
- Rathjen, Tim, Do Time Poor People Pay More?, 32. Jahreskonferenz der International Association for Time Use Research (IATUR), Paris, Frankreich, 8. Juli 2010
- Rathjen, Tim (2010), Do Time Poor People Pay More?, Forschungskolloquium Freie Berufe, Mittelstand und empirische Wirtschaftsforschung, Leuphana Universität Lüneburg, Lüneburg, Deutschland, 29. Juni 2010
- Merz, J. und T. Rathjen, Time and Income Poverty – A Microanalysis with the German Time Use Survey 2001/ 02, Forschungskolloquium Freie Berufe, Mittelstand und empirische Wirtschaftsforschung, Fakultät II – Wirtschafts-, Verhaltens- und Rechtswissenschaften, Leuphana Universität Lüneburg, Lüneburg, 25. November 2008
- Rathjen, T., Time and Income Poverty: A Microanalysis with the German Time Use Survey 2001/2002, 31. Jahreskonferenz der International Association for Time Use Research (IATUR), Wesley Conference Centre, Sydney, Australia, December 1-3, 2008
Dissertationsprojekte von Externen
Einkommenssituation Selbständiger im europäischen Kontext
Die Anzahl der Selbständigen in Deutschland ist seit etwa 1991 stetig angestiegen. Gleichzeitig nehmen die Heterogenität sowie die Streuung der Einkommen innerhalb der Gruppe der Selbständigen zu. Hiermit ist zum einen die Chance auf ein überdurchschnittliches Einkommen verbunden. Zum anderen wächst aber auch die Armutsgefährdung, zumal das deutsche Sozialversicherungssystem derzeit nicht darauf ausgelegt ist, Selbständige mit einzubeziehen. Auch können Wechsel zwischen dem Status der Selbständigkeit und Erwerbstätigkeit oder Arbeitslosigkeit zu Problemen führen.
Während zu der Einkommensverteilung bei Selbständigen in Deutschland bereits Untersuchungen veröffentlicht wurden, konzentrieren sich die vorliegenden Untersuchungen einerseits zu Niedrigeinkommen und Armut von Erwerbstätigen mit ihren Selbständigen. Zudem sollen in dieser Arbeit neben der Einkommensverteilung auch insbesondere die Chance zu Reichtum bei Selbständigen im europäischen Vergleich analysiert werden.
Dabei ist es Ziel dieser Arbeit zu untersuchen,
- welche Faktoren die Einkommenssituation der Selbständigen in den verschiedenen europäischen Ländern beeinflussen,
- wie Armut, Reichtum und Einkommensungleichheit unter Berücksichtigung des multidimensionalen Armutsbegriffs gemessen werden können
- und welche Variablen die Chance auf überdurchschnittliche Einkommen und die Armutsgefährdung von Selbständigen erhöhen bzw. beeinflussen.
Bei Selbständigen (in Abgrenzung zu abhängig Beschäftigten) erlangen hinsichtlich der Definition und Messung von Armut die Berücksichtigung der flexiblen Zeitgestaltung, persönlicher Motive wie Selbstbestimmung und -verwirklichung sowie die soziale Absicherung eine besondere Bedeutung. Hinsichtlich des verfügbaren Einkommens erscheint es wie auch bei den abhängig Beschäftigten interessant, zwischen den persönlichen Einflüssen, dem Haushaltskontext und anderen Faktoren zu unterscheiden. Es ist Ziel dieser Arbeit, Deutschland mit anderen europäischen Ländern zu vergleichen, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede aufzeigen zu können. Als Datengrundlage sollen hierbei in einem ersten Schritt die Paneldaten der EU-SILC (European Union Statistics on Income and Living Conditions) herangezogen werden. Hierauf aufbauend sollen dann durch Vergleiche mit anderen europäischen Ländern Lösungsansätze erarbeitet werden, wie bspw. eine Verringerung der Armutsquote von Selbständigen erreicht werden kann.
Projektbetreuung:
- Iris Burmester
- Prof. Dr. Joachim Merz
Projektlaufzeit:
- Beginn: 10/2010
- Ende: offen



