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Aktuelle FFB EigenprojekteAKTUELLE FFB EIGENPROJEKTE

Forschungsinstitut Freie Berufe (FFB)

Human Capital Investments in Children – A Comparative Analysis of the Role of Parent-Child Shared Time in Selected Countries

Eltern investieren in ihre Kinder auf unterschiedliche Weise. Wir untersuchen wie das Ausmaß und die Zusammensetzung von Eltern-Kind Zeiten in unterschiedlichen Ländern mit differenten Wohl-fahrtsregimen variiert: Finnland, Deutschland und die Vereinigten Staaten von Amerika.
In diesem internationalen Projekt werden Eltern-Kind Zeiten als eine Form von Humankapitalinvesti-tionen in Kinder mit einem ‚propensity score treatment effects’-Ansatz untersucht. Ein solcher Ansatz aus dem Bereich der Programmevaluation berücksichtigt die mögliche Endogenität der Zeitverwen-dung in bestimmte Aktivitäten und der Humankapitalinvestition während dieser Aktivitäten. Ein Resultat: Wohlfahrtsregime haben einen signifikanten Einfluss auf die von Eltern mit ihren Kindern verbrachte Zeit. Unsere Resultate unterstützen die Hypothese, dass Eltern-Kind Zeiten, die nicht als Kinderbetreuung zu charakterisieren sind, Humankapital anreichern. Die stärkste Unterstützung wurde für die Bereiche Freizeit und gemeinsam verbrachte Essenszeiten gefunden.


Projektbetreuung: 

  • Prof. Dr. Joachim Merz, Dr. Eva Österbacka (Åbo Akademi University, Finland)
  • Prof. Cathleen D. Zick (University of Utah, U.S.A.)

Projektlaufzeit:

  • Beginn: 2009    Ende: offen


Publikationen:

  • Österbacka, E., Merz, J. und C. Zick, 2010, Human Capital Investments in Children: A Comparative Analysis of the Role of Parent-Child Shared Time in Selected Countries, FFB-Discussionpaper No. 83, Fakultät Wirtschaft, Leuphana Uni-versität Lüneburg, Lüneburg.


Vorträge:

  • Merz, Joachim, Human Capital Investment in Children – A Time Use Study for USA, Finland, and Germany, Forschungskol-loquium Freie Berufe, Mittelstand und empirische Wirtschaftsforschung, Fakultät II – Wirtschafts-, Verhaltens- und Rechtswissenschaften, Leuphana Universität Lüneburg, Lüneburg, 22. Juni 2010
  • Eva Österbacka, Human Capital Investments in Children: A Comparative Analysis of the Role of Parent-Child Shared Time in Selected Countries, 32. Jahreskonferenz der International Association for Time Use Research (IATUR), Le-uphana Universität Lüneburg, Lüneburg, 23. September 2009

Arbeitszeitmuster und Einkommensverteilung – Ein Projekt mit Tagebuchdaten der Zeitbudgeterhebung des Statistischen Bundesamtes

Die individuelle Arbeitszeit und die mit ihr verbundene ökonomische Situation ist zentrales Anliegen der Arbeitsmarktforschung. Innerhalb dieses Projekts, das auf unserem Projekt zu Arbeitszeitarrangements aufbaut, werden charakteristische Eigenschaften von unterschiedlichen täglichen Arbeitszeitmustern – vor allem typisiert durch die zeitliche Lage und die Fragmentierung – dargestellt und insbesondere ihre Auswirkungen auf die Einkommensverteilung analysiert.
Die empirischen Analysen basieren auf den individuellen Zeittagebüchern aus den Zeitbudgetstudien des Statistischen Bundesamtes aus den Jahren 1991/1992 sowie 2001/2002.

Im Berichtszeitraum wurden typische Arbeitszeitmuster herausgearbeitet und die resultierenden Einkommensverteilungen analysiert. Mit neueren mikroökonometrischen Verfahren (‚treatment effect analysis’) haben wir selektionskorrigierte Einkommensschätzungen vorgenommen und einen breiten Kranz markt- und nichtmarktmäßiger Einflussfaktoren im Rahmen eines erweiterten Humankapitalansatzes quantifiziert.

Insbesondere hat uns dabei interessiert, ob es – und wenn ja, welche – Unterschiede hinsichtlich der Arbeitszeitmuster und der resultierenden Einkommen zwischen den Selbständigen – unterteilt nach Freien Berufen und Unternehmern – und den abhängig Beschäftigten gibt.

Als methodischer Ansatz wird ein ‚treatment effects’-Ansatz eingesetzt.

Projektbetreuung

  • Prof. Dr. Joachim Merz
  • Dipl.-Volksw. Paul Böhm
  • Dipl.-Volksw. Derik Burgert

Projektlaufzeit

  • Beginn: 4/2004 - Ende: offen

Publikationen

  • Merz, J., Böhm, P. und D. Burgert, 2009, Timing and fragmentation of daily working hours arrangements and income inequality – An earnings treatment effects approach with German time use diary data, in electronic International
    Journal of Time Use Research, Vol. 9, No. 2, 200-239.
  • Merz, J. und P. Böhm, 2008, Tägliche Arbeitszeitmuster und Einkommen von Freien Berufen – Neue Ergebnisse auf der Basis von Zeittagebüchern, in: Merz, J. (Hrsg.), Freie Berufe – Einkommen und Steuern (FB€St) – Beiträge aus Wissenschaft und Praxis, Schriftenreihe Band 16, Nomos Verlagsgesellschaft, Baden-Baden, 93-118

Arbeitszeitarrangements: Wer arbeitet wann - Ein Projekt zur zeitlichen Lage der täglichen Arbeitszeit für Freie und andere Berufe

Die Flexibilisierung der Arbeitszeit ist ein zentrales Thema in der Analyse der strukturellen Änderungen des Arbeitsmarktes. Anknüpfend an die zahlreichen Mikroanalysen zur Arbeitszeit des Forschungsinstituts Freie Berufe (FFB) werden in diesem Projekt individuelle Arbeitszeitmuster untersucht.
Notwendig und besonders geeignet für die empirisch fundierte Analyse sind individuelle Zeittagebücher wie sie mit der Zeitbudgetstudie für Deutschland aus 1991/1992 und 2001/2002 vorliegen.

Im Berichtszeitraum haben wir die beiden nun vorliegenden Erhebungen miteinander verglichen und damit Entwicklungen in der tageszeitlichen Lage der Arbeitszeit für den Zehnjahreszeitraum zwischen den Erhebungen aufgezeigt. Mit neueren mikroökonometrischen Ansätzen wurden die Determinanten von Arbeitszeitmustern, die sowohl nach der tageszeitlichen Lage als auch nach der Art der Unterbrechung gebildet wurden, quantifiziert. Zudem haben faktoranalytsische Ansätze typische Muster herausarbeiten können.

Diese Arbeiten sind die Grundlage für das erweiterte Projekt zu täglichen Arbeitsmustern und Einkommensverteilung.

Projektbetreuung

  • Prof. Dr. Joachim Merz
  • Dipl.-Volksw. Derik Burgert
  • 
Dipl.-Volksw. Paul Böhm

 

Projektlaufzeit

  • Beginn: 6/2001 - Ende: offen

Die Flexibilisierung der Arbeitszeiten - Analyse von Auswirkungen auf Arbeits- und Lebenszufriedenheit sowie individuelle Arbeitsangebotsentscheidungen

Flexibilität und Flexibilisierung sind Begriffe, die Teil beinahe jeder Diskussion arbeitsmarktpolitischer Reformen der letzten Jahrzehnte gewesen sind. Dabei können mehrere Dimensionen der Flexibilisierung unterschieden werden. Neben der Flexibilisierung der Arbeitsverhältnisse – z.B. gelockerter Kündigungsschutz oder weniger regulierte Zeitarbeit – fällt insbesondere eine immer noch fortschreitende Flexibilisierung der Arbeitszeiten ins Auge.

Im Rahmen dieses Projekts sollen Auswirkungen dieser Arbeitszeitflexibilisierung auf die individuellen Lebensumstände untersucht werden. So wird die Frage gestellt, wie sich unterschiedliche Arbeitszeitarrangements, und damit Flexibilitätsanforderungen, bei Arbeitnehmern, aber auch Unternehmern und Freien Berufen auf die persönliche Arbeits- und Lebenszufriedenheit auswirken.

Weiter soll untersucht werden, welche Auswirkungen die steigenden Flexibilitäts-anforderungen auf die Arbeitsangebotsentscheidungen haben. Selbständige und Freiberufler verfügen traditionell über eine höhere Zeitsouveränität, können ihre Arbeitszeiten also meist selbst bestimmen. Sie tragen jedoch auch eine höhere Verantwortung und ein höheres Risiko für ihr Einkommen. Wenn abhängige Beschäftigung zu immer flexibleren Arbeitsverhältnissen führt, so kann das dazu führen, dass traditionelle Arbeitsverhältnisse im Vergleich zu selbständiger Beschäftigung an Attraktivität verlieren. Hierzu hat Boden (1999) in den USA Gründe für den Wechsel in selbständige Beschäftigung untersucht. Demnach gaben insbesondere Frauen mit Kindern unter sechs Jahren an, in Selbständigkeit gewechselt zu sein, um ihre Arbeitszeiten flexibler zu gestalten, oder weil sie Probleme bei der Kinderbetreuung und anderen familiären Verpflichtungen hatten. Für Frauen spielt demnach neben finanziellen Aspekten das familiäre Umfeld und die dadurch eingeschränkte zeitliche Flexibilität eine große Bedeutung bei der Arbeitsplatzwahl.

Es soll also die Frage beantwortet werden, ob die Flexibilisierung in Deutschland zu einem verstärkten Wechsel in selbständige oder geringfügige Beschäftigung insbesondere bei Frauen führt, und ob sich dadurch die innerfamiliale Verteilung von marktmäßiger und nicht marktmäßiger Arbeit verändert.
Im Berichtszeitraum wurde dieses neue Projekt, das mit dem obigen Projekt zu Arbeitsarrangements eng verknüpft ist, begonnen. Erste Ergebnisse wurden bereits der Öffentlichkeit vorgestellt.

Projektbetreuung

  • Dipl.-Volksw. Dominik Hanglberger
  • Prof. Dr. Joachim Merz

Projektlaufzeit

  • Beginn: 2007 - Ende: offen

Publikationen

  • Hanglberger, D., 2010, Arbeitszufriedenheit und flexible Arbeitszeiten – Empirische Analyse mit Daten des Sozio-oekonomischen Panels, FFB-Diskussions Papier Nr. 80, Forschungsinstitut Freie Berufe, Leuphana Universtität Lüneburg.Und SOEPpapers on Multidisciplinary Panel Data Research No. 304, Berlin.

Vorträge

  • Hanglberger, Dominik, Arbeitszufriedenheit in unterschiedlichen Wohlfahrtsregimen, Forschungskolloquium `Freie Berufe,
    Mittelstand und Empirische Wirtschaftsforschung´, Lüneburg, 6. Juli 2010
  • Hanglberger, Dominik, Arbeitszufriedenheit im internationalen Vergleich, Symposium `20 Jahre FFB´, Lüneburg, 11. Juni 2010
  • Hanglberger, Dominik, Job satisfaction – Adaptation to flexibility, Management Revue Workshop `Job satisfaction revisited´, Dubrovnik, 7. April 2010
    Hanglberger, Dominik, Working time flexibility and job satisfaction in Germany, IX ISQOLS Confernce, Quality of Life Studies: Measures and Goals of the Progress of Societies, Instituto degli Innocenti, Florenz, 23. Juli 2009
  • Hanglberger, Dominik, Arbeitszeitflexibilität und Zufriedenheit, The effect of transition to flexible working hours on job
    satisfaction in Germany, 6. CREPS Konferenz, Leuphana Universität Lüneburg, 26./27.November 2009
  • Hanglberger, D., Arbeitszeitflexibilität und Zufriedenheit mit der Arbeit, FFB-Forschungskolloquium Freie Berufe, Mittelstand und empirische Wirtschaftsforschung, Fakultät II – Wirtschafts-, Verhaltens- und Rechtswissenschaften, Leuphana Universität Lüneburg, Lüneburg, 2. Dezember 2008

Einkommen und Einkommensverteilung von Selbständigen als Freie Berufe und Unternehmer und abhängig Beschäftigten - Mikroanalysen mit der Einkommensteuerstatistik

Zentrale Ressource, Motor wie Resultat gesellschaftlichen Handelns ist das Einkommen. Einkommen und seine Verteilung ist daher internationales Forschungsanliegen von Wohlfahrtsanalysen. Aufbauend auch auf eigenen FFB-Arbeiten zur internationalen Wohlfahrtsanalyse (FFB-Projekt: Wohlfahrtsanalysen erweiterter Einkommen – Extended Income Inequality and Poverty Dynamics of Labour Market and Valued Household Activities; sowie: The Well-Being of the Elderly in a Comparative Context: Equivalence Scales and the Cost of Disability, National Institute of Aging (NIA) Project) steht im Zentrum dieses Projektes die Einkommenssituation und die Verteilungsanalyse (Ungleichheit, Armut) von Einkommen gerade der Freien Berufe, der Selbständigen und der abhängig Beschäftigten eben mit besonderem Schwerpunkt auf den Selbständigen.

Die entsprechenden Mikroanalysen basieren auf individuellen Einkommensteuer-informationen von 1992 und 1995, 1998 und (simuliert) 2003 und werden zusammen mit dem Statistischen Bundesamt bearbeitet und ausgewertet.

Im Berichtszeitraum wurden darauf aufbauend und mit neuen Mikrodaten der Einkommensteuerstatistik weitere Ergebnisse zu hohen Einkommen und zur Einkommensverteilung generell und für einzelne Gruppen, wie insbesondere für Freie Berufe, Unternehmer und abhängig Beschäftigte oder bspw. für Ältere erarbeitet und publiziert. Dabei wurden auch die ersten Wellen des Taxpayer Panels einbezogen. Dieses Projekt ergänzt somit das entsprechende Drittmittelprojekt (siehe oben).

Projektbetreuung

  • Prof. Dr. Joachim Merz
  • Dipl.-Volksw. Markus Zwick (Statistisches Bundesamt)

Projektlaufzeit

  • Beginn: 6/1998 - Ende: offen

Über diesen Link gelangen sie zu den Publikationen des Projekts.

Determinaten der Einkommensungleichheit in Niedersachsen und Deutschland für Freie und andere Berufe

Die Analyse der Einkommensungleichheit ist zentraler Bestandteil der volkswirtschaftlichen Forschung. Gerade wegen der Funktion der Einkommensungleichheit als Maßstab gesellschaftlicher Entwicklung ist es von fundamentalem Interesse, die Situation zielgenau zu beschreiben und die
Faktoren eingehender zu analysieren, die zur Ungleichheit der Einkommen beitragen.
Als Datengrundlage dieses Projektes dient in erster Linie die Lohn- und Einkommensteuerstatistik, die für die Jahre 1992, 1995, 1998, 2001 ein umfassendes Spektrum an Einkommensinformationen
der Steuerpflichtigen bereitstellt. Daneben werden mit dem Taxpayer Panel und dem Soziooekonomischen Panel (SOEP) auch Längsschnittdatensätze genutzt, um die zeitliche Entwicklung zu kennzeichnen.
Im Berichtszeitraum wurden neben spezifischen regionalen Reichtumsanalysen für Niedersachsen mit den Mikrodaten der aktuellen Einkommensteuerstatistik (Geschäftsstatistik 2003) auch erste 24 FFB-Jahresbericht 2009/2010
Analysen mit dem Sozio-oekonomischen Panel (SOEP) durchgeführt.

Projektbetreuung

  • Dipl.-Volksw. Paul Böhm
  • Prof. Dr. Joachim Merz

Projektlaufzeit

  • Beginn: 2008 - Ende: offen

Publikationen

  • Böhm, P und J. Merz, 2009, Reichtum in Niedersachsen und anderen Bundesländern – Ergebnisse aus der Steuer- Geschäftsstatistik 2003 für Selbständige (Freie Berufe und Unternehmer) und abhängig Beschäftigte, in: Habla, H. und Houben, H. (Hrsg.), Forschung mit Daten der amtlichen Statistik in Niedersachsen (FoDaSt), Statistik und Wissenschaft 12, S. 107-123, auch als: FFB-Diskussionspapier Nr. 75 erschienen.

Vorträge

  • Böhm, Paul, Determinanten der Einkommensungleichheit in Deutschland, Forschungskolloquium Freie Berufe, Mittelstand und empirische Wirtschaftsforschung, Fakultät II – Wirtschafts-, Verhaltens- und
    Rechtswissenschaften, Leuphana Universität Lüneburg, Lüneburg, 6. Januar 2009

Zeit- und Einkommensarmut - Zur Dynamik eines multidimensionalen interdependenten Armutsansatzes

Eine zunehmende Zahl von Armutsforschern erkennt, dass Armut ein multidimensionales Phänomen ist und daher nur durch ein multidimensionales Armutskonzept wirklichkeitsnah erfasst werden 25 FFB-Jahresbericht 2009/2010 kann. Die klassischen einkommensorientierten Ansätze greifen zu kurz. Obwohl diese Einsicht immerhin einen Vorschritt darstellt, fehlen in den bisherigen Ansätzen zwei wesentliche Punkte: Zum einen bleibt die Zeitdimension – und damit die Berücksichtigung zunehmender Zeitknappheit und Verdichtung – meist unberücksichtig, zum anderen werden die verschiedenen Dimensionen meist ausschließlich separat betrachtet, das heißt, die gegenseitige Abhängigkeit/Interdependenz der Dimensionen bleibt unberücksichtigt.

Im Rahmen dieses Forschungsprojektes soll beiden Dimensionen Rechnung getragen werden. Die persönliche Freizeit und das Einkommen des Einzelnen stellen die beiden zentralen Ressourcen für die Beantwortung der Frage nach der sozialen Ausgrenzung dar und sind entsprechend Kern eines multidimensionalen interdependenten Armutskonzeptes. Die  Abhängigkeit/Interdependenz/Substitution der beiden Dimensionen wird von uns über die personelle Bewertungen der Gesamtbevölkerung (aus der SOEP-Umfrage) erfasst, indem eine CES-Nutzenfunktion mit Freizeit und Einkommen als Inputgrößen und Nutzen/Wohlfahrt als Output mit den Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) geschätzt wird. Mit den detaillierten Zeittagebuchinformationen der Zeitbudgeterhebung des Statistischen Bundesamtes erfolgt dann eine individuelle Zuordnung zu den verschiedenen Sektoren multidimensionaler Armut und eine Quantifizierung von interdependenter Zeit- und Einkommensarmut.

Insbesondere wollen wir der Frage nachgehen, welchen Einfluss die gewisse Zeitsouveränität der Selbständigen als Freie Berufe und Unternehmer auf eine solche multidimensionale Analyse von Zeit- und Geldknappheit hat. Mit neueren mikroökonometrischen Ansätzen wird zudem die Dynamik zwischen den Armutssektoren für verschiedene Bevölkerungsgruppen analysiert. Im Berichtszeitraum haben wir die Arbeit an diesem Projekt weiter vertieft und Ergebnisse auch auf internationalen Tagungen zur Diskussion gestellt. Zudem sind wir der Frage nachgegangen, ob zeitarme Personen erhöhte Konsumausgaben haben. Datenbasis dafür ist die Einkommens- und
Verbrauchsstichprobe (EVS) des Statistischen Bundesamtes mit mehr als 40.000 befragten Haushalten.

Projektbetreuung

  • Dipl.-Kfm. Tim Rathjen,
  • Prof. Dr. Joachim Merz

Projektlaufzeit

  • Beginn: 2008 - Ende: offen

Publikationen

  • Merz, J. und T. Rathjen, 2010, Sind Selbstständige zeit- und einkommensarm? – Eine Mikroanalyse der Dynamik interdependenter multidimensionaler Armut mit dem Soio-oekonomischen Panel und den deutschen Zeitbudgeterhebungen,FFB-Diskussionspaper No. 82, Fakultät Wirtschaft, Leuphana Universität Lüneburg, Lüneburg.
  • Merz, J. und T. Rathjen, 2009, Time and Income Poverty – An Interdependent Multidimensional Poverty Approach With German Time Use Diary Data, FFB-Diskussionspaper Nr. 79, Fakultät II, Wirtschafts- Verhaltens- und Rechtswissenschaften, Leuphana Universität Lüneburg, Lüneburg. FFB-DP Nr.79 (also as IZA Discussionpaper No. 4337, Bonn 2009 and as ECINEQ Discussionpaper No. 126, Palma de Mallorca 2009).

Vorträge

  • Merz, Joachim und Tim Rathjen, Zeit- und Einkommensarmut von Selbständigen – Ein neuer interdependenter multidimensionaler
    Ansatz und Ergebnisse für die „woorking poor“, Statistische Woche Nürnberg, 16. September 2010, Nürnberg, Deutschland
  • Merz, Joachim, Time and Income Poverty – An Interdependent Multidimensional Poverty Approach with German Time Use Diary Data, 31st General Conference of The International Association for Research in Income and Wealth (IARIW), St. Gallen, Switzerland, 22.-28. August 2010
  • Rathjen, Tim, Do Time Poor People Pay More?, 32. Jahreskonferenz der International Association for Time Use Research (IATUR), Paris, Frankreich, 8. Juli 2010
  • Merz, Joachim und Tim Rathjen, Are Self-Employed Time and Money Poor? Results by an Interdependent Multidimensional Poverty Approach Using GSOEP and GTUS Time Use Diary Data, 9. Internationale Nutzerkoferenz des SOEP, WZB, Berlin, Deutschland, 1. Juli 2010
  • Merz, Joachim, Zeit- und Einmkommensarmut von Freien Berufen und Unternehmern, 20 Jahre Forschungsinstitut Freie Berufe (FFB), Leuphana Universität Lüneburg, 11. Juni 2010
  • Merz, Joachim, Self-Employment and Time and Income Poverty, 32nd Annual Meeting of the International Association for Time Use Research (IATUR), Science-Po, Paris, France, 7.-10. Juni 2010
    Merz, Joachim, Time and Income Poverty - An Interdependent Multimensional Poverty Approach, University of Utah, Salt Lake City, USA, 27. April 2010
  • Merz, Joachim und Tim Rathjen, Are Self-Employed Time and Money Poor? Dynamics of Interdependent Multidimensional Poverty with German Time Use Diary Data, 6. CREPS Konferenz "Die Dynamik tiefgreifenden Wandels in Gesellschaft, Wirtschaft und Unternehmen", Leuphana Universität Lüneburg, Lüneburg, 26./27. November 2009
  • Merz, Joachim und Tim Rathjen, Sind Selbständige zeit- und einkommensarm? Eine Analyse mit den Zeitbudgeterhebungen 1991/92 und 2001/2002, Forschungskolloquium Freie Berufe, Mittelstand und empirische Wirtschaftsforschung, Fakultät II – Wirtschafts-, Verhaltens- und Rechtswissenschaften, Leuphana Universität Lüneburg, Lüneburg, 3. November 2009
  • Merz, Joachim und Tim Rathjen, Time and Income Poverty Dynamics – An Interdependent Multidimensional Approach with German Time Use Data, 32. Jahreskonferenz der International Association for Time Use Research (IATUR), Leuphana Universität Lüneburg, Lüneburg, 24. September 2009
  • Rathjen, Tim (2010), Do Time Poor People Pay More?, Forschungskolloquium Freie Berufe, Mittelstand und empirische Wirtschaftsforschung, Leuphana Universität Lüneburg, Lüneburg, Deutschland, 29. Juni 2010
  • Merz, Joachim und Tim Rathjen, Zur Dynamik von Zeit- und Einkommensarmut in Deutschland, Forschungskolloquium Freie Berufe, Mittel und empirische Wirtschaftsforschung, Fakultät II – Wirtschafts-, Verhaltens- und Rechtswissenschaften, Leuphana Universität Lüneburg, Lüneburg, 16. Juni 2009
  • Merz, Joachim, Satisfaction, Time and Income – An Interdependent Multidimensional Poverty Approach with German Time Use Diary Data, International Conference Happiness and Relational Goods: Well-Being and Interpersonal Relations in the Economic Sphere, Isola di San Servolo, Venedig, 11.-13. Juni 2009
  • Rathjen, T., Time and Income Poverty: A Microanalysis with the German Time Use Survey 2001/2002, 31. Jahreskonferenz der International Association for Time Use Research (IATUR), Wesley Conference Centre, Sydney, Australia, December 1-3, 2008
  • Merz, J. und T. Rathjen, Time and Income Poverty – A Microanalysis with the German Time Use Survey 2001/ 02, Forschungskolloquium Freie Berufe, Mittelstand und empirische Wirtschaftsforschung, Fakultät II – Wirtschafts-, Verhaltens- und Rechtswissenschaften, Leuphana Universität Lüneburg, Lüneburg, 25. November 2008

Freie Berufe und Mitgliedschaft in Berufsverbänden - Einkommen und Mitgliedschaftseffekte

Zu den Gründen, einem Berufsverband anzugehören, zählt für Freiberufler auch die Erwartung eines höheren Arbeitseinkommens. Kann diese Erwartungshaltung bestätigt werden? Ist es in finanzieller Hinsicht für Freiberufler lohnenswert, einem Berufsverband anzugehören? Für freiberuflich Tätige spielt hierbei die Berufsverbandsmitgliedschaft eine zentrale Rolle. Neben individueller Relevanz ist die Mitgliedschaft in Berufsverbänden im Zusammenhang mit der Deregulierung auch von gesamtgesellschaftlichem Belang.

Obige Fragestellungen sollen unter Verwendung neuerer mikroökonometrischer Evaluationsmethoden beantwortet werden. Diese Ansätze basieren auf der Berechnung des Treatment-Effekts, mit dem konsistente Schätzer einer Zielgröße berechnet werden können. Da mit dem Sozio-oekonomischen Panel mehrere Wellen betrachtet werden, können somit auch Aussagen über dynamische Aspekte getroffen werden.

Projektbetreuung

  • Dipl.-Volksw. Rafael Rucha,
  • Prof. Dr. Joachim Merz

Projektlaufzeit

  • Beginn: 10/2007 - Ende: offen

Publikationen

  • Rucha, R., 2010, Effekte einer freiwilligen Mitgliedschaft in Berufsverbänden auf das Einkommen – Eine Analyse der Einkommensdynamik bei Freiberuflern in Deutschland, FFB-Discussionpaper No. 81, Fakultät Wirtschaft, LeuphanaUniversität Lüneburg, Lüneburg.

Vorträge

  • Rucha, Rafael, Freie Berufe und Berufsverbände – Effekte einer freiwilligen Mitgliedschaft, Wissenschaftliches Symposium 20 Jahre Forschungsinstitut Freie Berufe - Empirische Forschung für Wissenschaft, Politik und Praxis, Leuphana Universität Lüneburg, Lüneburg, 11. Juni 2010.
  • Rucha, Rafael, Effekte einer freiwilligen Mitgliedschaft in Berufsverbänden auf das Einkommen – Eine Analyse der Einkommensdynamik von Freiberuflern in Deutschland, 6. CREPS Konferenz “Die Dynamik tiefgreifenden Wandels in Gesellschaft, Wirtschaft und Unternehmen”, Leuphana Universität Lüneburg, Lüneburg, 27. November 2009.
  • Rucha, Rafael, Approaches to the Analysis of Income of Professions with Focus on Income Effects through Voluntary Membership in Professional-specific Organisations, Fifth International Young Scholars SOEP Symposium, Hanse Institute for Advanced Study (HWK), Delmenhorst, Germany, 27. March 2009.
  • Rucha, R., Approaches to the Analysis of Income of Professions with Focus on Income Effects through Voluntary Membership in Professional-specific Organisations, Fifth International Young Scholars SOEP Symposium, Hanse Institute for Advanced Study Delmenhorst, Germany, 27. March 2009
  • Rucha, R., Ansätze zur Analyse von Einkommen von Freiberuflern mit Fokus auf Effekten durch Mitgliedschaft in Berufsverbänden, FFB-Forschungskolloquium Freie Berufe, Mittelstand und empirische Wirtschaftsforschung, Fakultät II – Wirtschafts-, Verhaltens- und Rechtswissenschaften, Leuphana Universität Lüneburg, Lüneburg, 9. Dezember 2008

Beschäftigungseffekte des deutschen Kündigungsschutzgesetztes - eine mikroökonomische Untersuchung mit Daten des IAB-Betriebspanels

Eines der am häufigsten genannten Vorschläge, um den deutschen Arbeitsmarkt zu flexibilisieren, ist die Lockerung des Kündigungsschutzgesetzes. Es findet Anwendung für Betriebe, die einen Schwellenwert an Mitarbeitern überschreiten. In dem Projekt soll die These überprüft werden, dass diese Schwelle im Gesetz Kleinbetriebe daran hindere, Einstellungen vorzunehmen.

Auf Grundlagen der Daten des IAB-Betriebspanels wurde das Einstellungsverhalten von Kleinbetrieben untersucht, die von den Schwellenwerteffekten betroffen sein könnten. Änderungen im Schwellenwert in den späten 1990er Jahren bilden die Basis für die Identifikation eines möglichen Effektes. Als mikroökonometrischer Auswertungsansatz wurde ein Regression Discontinuity Design gewählt, für das diese Änderungen als natürliche Experimente verwendet werden. Lokale Treatmenteffekte können dann nicht-parametrisch mittels lokaler linearer Regression geschätzt werden.

Aufgrund der oben genannten, nicht antizipierten Gesetzesänderungen kann man für Selbstselektion kontrollieren, und muss sich bei der Schätzung nur auf minimale Annahmen bezüglich der Modellspezifikation stützen.

Die Ergebnisse stimmen mit früheren Untersuchungen überein, die keine solchen beschäftigungshemmenden Effekte für Kleinbetriebe nachweisen konnten.

Im Berichtszeitraum wurden frühere Versionen überarbeitet und das Thema ausgeweitet auf eine Untersuchung der Auswirkungen des speziellen Kündigungsschutzes Älterer auf die Einstellungschancen dieser Gruppe. Die Arbeiten sind zudem Bestandteil der Dissertation von Dipl.-Vw. Derik Burgert, die im Berichtszeitraum publiziert werden konnte,

Projektbetreuung:

  • Dipl.-Volksw. Derik Burgert,
  • Prof. Dr. Joachim Merz

Projektlaufzeit

  • Beginn: 2003 - Ende: 2009

Publikationen

  • Burgert, D., 2009, Mobilität auf dem Arbeitsmarkt für Ältere – die Rolle der Betriebe, Dissertation, Lüneburg.

Beschäftigungsdynamik älterer Arbeitskräfte - Einen panelökonemetrische Untersuchung mit Daten des IAB-Betriebspanels

In der jüngeren arbeitsmarktpolitischen Diskussion macht sich eine Neubewertung der Erwerbsbeteiligung von älteren Arbeitnehmern bemerkbar: überwogen früher die Stimmen, die den Entlastungseffekt eines frühzeitigen Ruhestandseintritts hervorhoben, gewinnt die Seite an Beachtung, die die positiven Effekte eines späteren Eintritts in den Ruhestand betonen. Daraus resultieren inzwischen oft wiederholte Forderungen nach einer Erhöhung des Renteneintrittsalters, einer Flexibilisierung der Löhne von Älteren.

Die wissenschaftliche Beachtung von Arbeitsangebot und –nachfrage sind völlig asymmetrisch: während Studien zum Renteneintrittsalter der älteren Generation seit Mitte der 90er Jahre eine starke Beachtung erfuhren, widmet sich dieses Projekt der bisher stark vernachlässigten Nachfrageseite.
Ein Grund für diesen Missstand war das Fehlen von verlässlichen Daten auf Betriebsebene, die eine gesonderte Untersuchung gerade älterer Arbeitskräfte erlaubt hätte. Das Institut für Arbeitsmarkts- und Berufsforschung, Nürnberg, stellt der wissenschaftlichen Öffentlichkeit ein Betriebspanel zur Verfügung, dessen Tiefe eine solche Untersuchung möglich macht. Dabei werden diese Betriebsdaten verbunden mit Prozessdaten der Sozialversicherungsträger.

In dem Projekt sollen auf der Basis dieser neu gewonnenen Individualdatensätze Determinanten auch der Arbeitsnachfrage für Prozesse der Beschäftigungsdynamik geschätzt werden, insbesondere was ihren Einfluss auf die Renteneintrittsentscheidung angeht. Dabei kommen moderne Ansätze der Überlebensanalyse zum Einsatz, die aufgrund der Paneleigenschaften auch eine betriebsindividuelle, unbeobachtete Heterogenität kontrollieren.

Ein besonderes Augenmerk der Untersuchung wird bei der Studie auch freiberuflichen Arbeitgebern und ihrer Rolle bei der Schaffung von Arbeitsplätzen zugemessen.

Im Berichtszeitraum wurden die ökonometrischen Analysen vertieft und die zugehörige Dissertation von Dipl.-Vw. Derik Burgert weiter erarbeitet und weitgehend fertiggestellt.

Projektbetreuung

  • Dipl.-Volksw. Derik Burgert,
  • Prof. Dr. Joachim Merz

Projektlaufzeit

  • Beginn: 2002 - Ende: 2009

Publikationen

  • Burgert, D., 2009, Mobilität auf dem Arbeitsmarkt für Ältere – die Rolle der Betriebe, Dissertation, Lüneburg.

Aktuelle Steuerreform und ihre Wirkungen auf Freie Berufe, Unternehmer und abhängig Beschäftigte – Eine MICSIM Mikrosimulationsanalyse der Verteilungseffekte

Neben den beiden traditionell geprägten Leitideen, Deckung der Staatsausgaben über die Steuereinnahmen und Verteilungsgerechtigkeit, hat sich in den letzten zwanzig Jahren ein weiterer Aspekt der Besteuerung etabliert: der Aspekt der Verteilungswirkungen. Damit verbunden ist die Frage nach den Umverteilungswirkungen des Steuer- und Transfersystems überhaupt.

In diesem Projekt setzen wir uns damit auseinander, wie die konkurrierenden Ansätze der Besteuerung um die aktuelle Steuerreform 2000 (inklusive der ‚Karlsruher Entwürfe’) auf die Einkommensverteilung von unterschiedlichen Gruppen von Steuerpflichtigen wirken. Explizit werden wir die Situation der Selbständigen mit ihren Freien Berufen und den Unternehmern als auch der abhängig Beschäftigten analysieren. Neben dem Fiskalziel, angebotene staatliche Leistungen durch entsprechende Einnahmen zu decken, ist es seit langer Zeit in Deutschland politischer Wille, eine als nicht sozial sachgerecht empfundene Markteinkommensverteilung unter dem Aspekt der Umverteilung mittels der Besteuerung auf der Ebene des verfügbaren Einkommens auszugleichen. Wir betrachten daher die jeweilige Verteilungssituation vor und nach Steuern betrachten und die damit verbundene Umverteilung quantifizieren.

Gerade für eine Analyse der Einkommen der Selbständigen ist eine anspruchsvolle Datenbasis notwendig. Zudem müssen die vielen Einzelregelungen adäquat abbildbar sein. Mit unserer 10%-Stichprobe der aktuell verfügbaren Einkommensteuerstatistik 1995 steht uns eine solche Datenbasis auf der Individualebene anonymisiert zur Verfügung. Mit dem Instrument der Mikrosimulationsanalysen wird auf der Basis dieser anonymisierten Mikrodaten die Wirkungsanalyse – in enger Zusammenarbeit mit dem Statistischen Bundesamt – durchgeführt. Dabei wird die bisherige Version von MICSIM, ein Mikrosimulationsmodell für die Politikanalyse auf der Individualebene, weiterentwickelt.

Im Berichtszeitraum wurden die Ergebnisse dieses Projekts aufbereitet und publiziert.

Projektbetreuung

  • Prof. Dr. Joachim Merz,
  • Dipl.-Kfm. Henning Stolze,

  • Dipl.-Volksw. Markus Zwick (Statistisches Bundesamt)

Projektlaufzeit

  • Beginn: 2002 - Ende: offen

Publikationen

  • Merz, J., Stolze, H. und M. Zwick, 2008, Wirkungen alternativer Steuerreformmodelle auf die Einkommensverteilung von Freien und anderen Berufen, in: Merz, J. (Hrsg.), Freie Berufe – Einkommen und Steuern (FB€St) – Beiträge aus Wissenschaft und Praxis, Schriftenreihe Band 16, Nomos Verlagsgesellschaft, Baden-Baden, 261-300

Gründungserfolg und Gründungsaktivität - Mikroanalysen mit Daten des Sozio-ökonomischen Panels und eigenen empirischen Erhebungen

Die theoretisch und empirisch fundierte Analyse der Gründungsaktivität und des Gründungserfolges freiberuflicher Existenzgründungen ist das Thema dieses Projekts. Der Untersuchungsbereich umschließt die freiberuflichen Existenzgründungen in der Bundesrepublik Deutschland. Im Mittelpunkt der Betrachtung stehen zwei noch vollkommen unerforschte Bereiche im Kontext der Freien Berufe. Dies sind zum einen die Frage nach den Erfolgsfaktoren einer freiberuflichen Existenzgründung und zum anderen die Frage nach den Erfolgsfaktoren der freiberuflichen Gründungsaktivität. Als Datenbasis dient das Sozio-ökonomische Panel welches durch eine eigene bundesweite Online-Erhebung ergänzt und verglichen werden soll.

Da im Rahmen der Fragestellung erstmalig umfangreiche Daten zum freiberuflichen Gründungsgeschehen gesammelt und ausgewertet werden, sollen über die zentrale Fragestellung hinaus auch grundlegende Fragen zur Population der freiberuflich Tätigen und ihrer einzelnen Gruppen Berücksichtigung finden. Der Forschungsansatz wird hinsichtlich seiner theoretischen Fundierung, der Datenbasis sowie der Auswertungsverfahren auf Basis vorhandener nationaler und internationaler Ergebnisse der Gründungsforschung entwickelt.

Im Berichtsraum wurde die entsprechende Dissertation von Dipl.-Betriebswirt, Dipl.-Sozialökonom Peter Paic publiziert.

Projektbetreuung

  • Soz.Ök./Dipl.-Btrw. Peter Paic,
  • Prof. Dr. Joachim Merz

Projektlaufzeit

  • Beginn: 2002 - Ende: 2/2009

Publikationen

  • Paic, P., 2009, Gründungsaktivität und Gründungserfolg von Freiberuflern, Eine empirische Mikroanalyse mit dem Sozioökonomischen Panel, FFB-Schriftenreihe Band 17, Nomos Verlagsgesellschaft, Baden-Baden.

Patient und Arzt – Analysen und Prognosen für das Gesundheitssystem – Ein Mikrosimulationsansatz

Der wirtschaftliche Handlungsbedarf auf diesem Gebiet ist, nicht zuletzt durch die starke Präsenz des Themas in den Medien, offensichtlich geworden. Politik, Krankenkassen und Ärztevereinigungen machen unterschiedliche Vorschläge, um die Leistungsfähigkeit des Gesundheitssystems wiederherzustellen.

Das Verhalten von Ärzten und Patienten spielt bei den Erfolgsaussichten der verschiedenen Sanierungsprogrammen eine zentrale Rolle, ganz gleich ob politische Vorgaben oder eine weitere Liberalisierung des Gesundheitsmarktes gefordert werden. Ziel dieses Projektes ist es, mit Hilfe eines Mikrosimulationsmodells das Gesundheitssystem zu durchleuchten, Schwachstellen festzustellen und Handlungs-alternativen aufzuzeigen und zu bewerten. Dabei werden auch neue und bestehende Kooperationsformen im Gesundheitswesen thematisiert.

Da knapp die Hälfte aller Freiberufler im Bereich der Heilberufe aktiv ist, ist dieses Projekt auch zentral für die Freien Berufe und in der Verknüpfung mit anderen Unternehmensformen im KMU-Bereich von besonderer Bedeutung.
Neben der Verwendung von bereits vorhandenen Mikrodaten zu Gesundheitsfragen (z.B. aus dem Sozio-ökonomischen Panel) sind im Berichtszeitraum eine eigene Erhebung in Zusammenarbeit mit der Techniker Krankenkasse (FFB-Patientenumfrage) durchgeführt und Ergebnisse zur Situation der Patienten erarbeitet worden.

Im Berichtszeitraum wurde die Dissertation von Dipl.-Kfm. Henning Stolze fertiggestellt. Henning Stolze hat zu Beginn des Jahres 2009 erfolgreich seine Promotion abgeschlossen.

Projektbetreuung

  • Dipl.-Kfm. Henning Stolze,
  • Prof. Dr. Joachim Merz

Projektlaufzeit

  • Beginn: 2002 - Ende: 2009

Publikationen

  • Stolze, H., 2010, Das Nachfrageverhalten von Versicherten in der gesetzlichen Krankenversicherung, FFB-Schriftenreihe Band 18, Nomos Verlagsgesellschaft, Baden-Baden.
  • Stolze, Henning, 2008, Die Nachfrage ärztlicher Leistungen von Versicherten in der gesetzlichen Krankenversicherung, eingereichte Dissertation, Lüneburg

Mikrosimulation in Forschung und Lehre: MICSIM Neukonzeption – Ein Mikrosimulationsmodell

Mikrosimulationsmodelle (MSM) sind in den letzten Jahren generell mehr und mehr für quantitative Analysen individueller Wirkungen von ökonomischen und sozialen Politikalternativen eingesetzt worden. Ein großes Manko bisheriger MSM war die Benutzerunfreundlichkeit und hohe Komplexität des dafür eingesetzten Softwaresystems. Hierzu entwickeln wir im Institut MICSIM, ein benutzerfreundliches PC-Mikrosimulationsmodell für Forschung und Lehre.
Im Berichtszeitraum wurde mit der Konzeption einer völlig neuen Version von MICSIM begonnen. Diese soll durch die Verwendung eines Client-Server-Modells eine größere Kompatibilität mit Arbeitsumgebungen und zugleich das gemeinschaftliche Arbeiten an größeren Projekten vor allem für die Lehre ermöglichen. Dabei sollen vorhandene C++-Module mit der hohen Leistungsfähigkeit des open-source Datenbanksystems mySQL verbunden werden. Das Benutzerinterface soll zukünftig serverbasiert über eine PHP-Schnittstelle in einem beliebigen Internetbrowser liegen.
Im Berichtszeitraum wurden vor allem Teilkomponenten von MICSIM eingesetzt. Das bisherige MICSIM mit seinen verschiedenen auch stand alone-Komponenten (wie ADJUST oder DISTRI) wird bereits für zahlreiche inhaltliche Analysen in unterschiedlichen FFB-Forschungsprojekten verwendet:

  • Tageszeitliches Nachfrageverhalten (ServSim)
  • Steuerreformanalysen
  • Gesundheitssystem
  • Gemeindefinanzierung.

Projektbetreuung

  • Prof. Dr. Joachim Merz,
  • Dipl.-Kfm. Henning Stolze

Projektlaufzeit

  • Beginn: 1/1992 - Ende: offen

ADJUST FOR WINDOWS: Hochrechnung von Mikrodaten für repräsentative Stichproben

Ein zentrales Problem bei der Arbeit mit Umfragen und Stichproben generell ist die Repräsentativität für die dahinter stehende Grundgesamtheit. Wegen vielerlei Fehler können selbst bei Zufallsstichproben ‚Verzerrungen’ auftreten, so dass neue Gewichte für eine Verbesserung Repräsentativität sorgen.
Mit dem Optimierungsansatz des minimalen Informationsverlustes unter den Restriktionen der zu erreichenden Aggregatdaten wurde im Berichtszeitraum das von Prof. Dr. Joachim Merz entwickelte Programmpaket Adjust verbessert und erweitert. Dieses effiziente Paket errechnet neue Gewichtungs- oder Hochrechnungsfaktoren, mit denen die einzelnen Daten der Mikroeinheiten neu gewichtet werden können. Adjust wird bereits in zahlreichen Statistischen Ämtern und Institutionen international eingesetzt.

Im Berichtszeitraum konnte das Programmpaket Adjust der interessierten Öffentlichkeit in der neuen Version Adjust for Windows Version 1.1 zur Verfügung gestellt und für die Benutzer vielfältiger Support angeboten werden.
Nach vielfältigem Feedback der verschiedenen Benutzer des Programms befindet sich die nächste, vollkommen überarbeitete Version 2 mit neuer Datenbankschnittstelle derzeit in der Entwicklung am FFB.

ADJUST wird nicht nur extern nachgefragt und international eingesetzt, sondern dient auch unseren FFB-Projekten zur Hochrechnungen wie bspw. für die

  • FFB-Ärzteumfrage
  • FFB-(Online und Offline)Patientenumfrage
  • FFB-Onlineumfrage zu Freien Berufen (Existenzgründung und Existenzsicherung).

Projektbetreuung

  • Prof. Dr. Joachim Merz,
  • Dipl.-Kfm. Henning Stolze

Projektlaufzeit

  • Beginn: 4/1998 - Ende: offen

Publikationen

  • Merz, J. and H. Stolze, 2010, Adjust for Windows Version 1.1 - A Software Package to Achieve Representative Microdata by the Minimum Information Loss Principle, Manual, Forschungsinstitut Freie Berufe, Fakultät II Wirtschafts-,Verhaltens- und Rechtswissenschaften, Universität Lüneburg, Lüneburg.
  • ffb.uni-lueneburg.de/adjust

Vorträge:

  • Merz, J., 2007, Microsimulation and the Calibration of Microdata - Adjustment by the Minimum Information Loss Principle, ADJUST Software and Practical Applications, IMA 2007 Microsimulation Conference, European Centre for Social Welfare Policy and Research, Vienna, Austria, August 20-22, 2007

R-INEQ, INEQ, DECOM und DISTRI/MICSIM: Erweiterung der Programmpakete zur Verteilungsanalyse

Ein Mikrosimulationsmodell arbeitet mit Mikrodaten. Damit steht die Beschreibung der Verteilung eines Phänomens im Vordergrund, um die Wirkung von Politikanalysen für unterschiedliche gesellschaftliche Gruppen deutlich zu machen. Gesucht ist somit ein Werkzeug, das Verteilungsinformationen liefert.

Da zwar in unterschiedlichen statistischen Programmpaketen einige Maße zur Verteilung berechnet werden, es aber bisher kein effizientes und umfangreiches Programmpaket gibt, das die wichtigsten Maße unter Windows und unter einer gemeinsamen Datenversorgung kalkuliert, haben seinerzeit Prof. Dr. Joachim Merz (Konzept) und Dipl.-Inf. Ferdinand Plönnigs (Realisierung/Programmierung) DISTRI/MICSIM entwickelt. DISTRI wird zugunsten einer mit dem international verbreiteten statsistischen PProgrammpakets SPSS verbundenen Erweiterung z.Zt. nicht weiter aktualisiert.

Im Berichtszeitraum wurde damit unser SPSS Programmpaket INEQ zur Verteilungsanalyse und DECOM zur Dekomposition der Ungleichheit in unterschiedliche Gruppen weiter entwickelt. Mit R-INEQ haben wir neu entwickelte Reichtumskennzahlen auch als SPSS Programm realisiert.

Diese Programmpakete wurden bereits für unterschiedliche FFB-Projekte zur Einkommensverteilungsanalyse (Einkommensverteilung in Europa (LIS-Projekt), Steuerreform, Hohe Einkommen) wie auch im Statistischen Bundesamt erfolgreich eingesetzt

Projektbetreuung

  • Prof. Dr. Joachim Merz,
  • Dipl.-Volksw. Paul Böhm

Projektlaufzeit

  • Beginn: 1/1996 - Ende: offen

FFB e-learning Angebot

Wir verfolgen mit unserem neuen e-learning-Projekt zum Fach Statistik mehrere Ziele: Einerseits soll damit eine weitere vertiefende Auseinandersetzung mit Statistik angeboten werden. Andererseits soll es zur Entlastung der voll besetzten Tutorien führen und somit eine inhaltliche Vertiefung auch in
den Tutorien ermöglichen. Zudem wollen wir weiteren Entwicklern unsere Erfahrungen mit expliziter Beschreibung der e-learning-Erstellung zur Verfügung stellen. Dazu haben wir zunächst bereits existierende e-learning-Angebote (Programme, Internetplattformen etc.) zusammengestellt. Wir haben uns darauf aufbauend für den Ansatz entschieden, eine audiovisuelle Präsentation mit Aufgabenlösungen bereitzustellen. Zentrale Bausteine sind das inhaltliche
Konzept (Parametertests als ein Teil von Statistik II:  Wahrscheinlichkeitsrechnung und induktive Statistik) sowie die technische (Hard- und Software) Umsetzung des Projekts. Anschließend erfolgte eine Bewertung des e-learning-Projektes durch die Studierenden auf Basis einer Befragung durch einen Fragebogen. Ein Resultat: Insgesamt wurde das Angebot von zwei Dritteln der Studierenden genutzt und überwiegend gut bewertet, wobei der Wunsch geäußert wurde, die e-learning-Einheiten
als Ergänzung, nicht aber als Ersatz herkömmlicher Tutorien, anzubieten.
Im Berichtszeitraum wurde unser e-learning Angebot erfolgreich in der Lehre eingesetzt und entscheidend weiter entwickelt: Es erfolgte die Neuentwicklung einer e-learning Plattform, die mit unterschiedlichen inhaltlichen Modulen erweitert werden kann.  Aktuell konnten wir – auch Dank der Förderung aus den Studiengebühren – folgende Teilmodule in unserer e-learning Plattform integrieren:

  • Korrelation
  • Lineare Regression (deskriptiv)
  • Lineare Regression (stochastisch)

Diese Module stehen den Studierenden und anderen Nutzern der Universität ab sofort zur Verfügung.


Danken möchte ich meinem Mitarbeiter, Herrn Dr. Henning Stolze, für die Realisierung dieses Projekts, der Studienkommission und vor allem den Studierenden dafür, dass Sie dieses Projekt für eine verbesserte Lernstruktur damit erfolgreich gefördert haben.
Durch die Veranstaltung Statistik für alle haben wir im WS 10/11 ca. 1000 Studierende des Leuphana Semesters und damit ca. 80% aller neuen Studierenden erreicht. Sie können bereits den Bereich der Korrelation mit dem entsprechenden Teilmodul für die jetzige Vorlesung vertiefen und ergänzend einüben. Außerdem haben auch die anderen Bachelor- und Masterstudierenden aus FFBLehrveranstaltungen bereits ihren individuellen Zugang. Der individuelle Zugang erlaubt das Abspeichern von individuellen Notizen, das individuelle stufenweise Vorgehen und vieles mehr, und steht dann für jeden einzelnen Nutzer individuell im Internet jederzeit zur Verfügung.

Projektbetreuung

  • Prof. Dr. Joachim Merz,
  • Stud. rer. pol. Hauke Hillebrecht,
  • cand. rer. pol. Hanno Schlüter
  • Dipl.-Kfm. Henning Stolze

Projektlaufzeit

  • Beginn: 5/2006 - Ende: offen

Publikationen

  • Merz, J. and H. Stolze, 2010, FFB e-learning: Lineare Regression – Deskriptives Modell, Ein interaktives audio-visuelles internetbasiertes Modul, Lüneburg.
  • Merz, J. and H. Stolze, 2010, FFB e-learning: Lineare Regression – Stochastisches Modell, Ein interaktives audiovisuelles internetbasiertes Modul, Lüneburg.
  • Merz, J. and H. Stolze, 2010, FFB e-learning: Korrelation, Ein interaktives audio-visuelles internetbasiertes Modul, Lüneburg.
  • Merz, J. und H. Stolze, 2009, FFB e-learning: Parametertests, Ein interaktives audio-visuelles internetbasiertes Modul, Lüneburg.
  • http://www.leuphana.de/institute/ffb/lehre/e-learning.html

FFB EDV-Infrastruktur

Die neue Homepage des Forschungsinstituts Freie Berufe (FFB)

Die Homepage des FFB wurde auf das Content-Management System Typo3 umgestellt und dem Stil des Leuphana Webauftritts angepasst. Die Daten werden nun größtenteils auf dem Universitätsserver verwaltet. Der Internetauftritt der vom FFB veranstalteten Konferenzen und der vom FFB betreuten wissenschaftlichen Netzwerke verbleiben weiterhin auf dem Institutsserver. Eine Neuerung zur alten Homepage sind die Personenseiten, auf denen zu jedem Mitarbeiter explizit die Lehrangebote, Publikationen und Forschungsprojekte einsehbar sind. Des Weiteren werden nun auf der Startseite der Homepage aktuelle Meldungen und Termine veröffentlicht.
Materialien zu Lehrveranstaltungen werden nicht mehr auf der Homepage bereitgestellt, sondern können von den Studierenden unter „mystudy“ abgerufen werden. Eine große Hilfestellung für die Studenten bietet die neu auf der Homepage veröffentlichte e-Learning-Einheit, in der Themenblöcke Korrelation und Lineare Regression (deskriptiv und stochastisch)
behandelt werden.

Betreiben eines Computerlabors zum Einsatz in der Lehre

Für das laufende Lehrangebot des Forschungsinstituts Freie Berufe, für Seminare und vorlesungsbegleitende Übungen wurde 2005 ein Computerlabor mit sechs Arbeitsplätzen in den Räumen des FFB eingerichtet. Die Arbeit der Studierenden wurde intensiv betreut.

Laufende Pflege des FFB-Computernetzes

Zu den ständigen Arbeiten gehört die Pflege des FFB-Netzwerks mit eigenem Server und neun Clientrechnern (plus sechs Arbeitsplätzen im institutseigenen Computerlabor; siehe oben). Hierzu gehören die Pflege der Betriebssysteme, Anwendersoftware, Datensicherung und der Betrieb der Serverdienste (Webserver, Datenbankserver etc.) auf dem FFB-Server. Ebenfalls werden die Mitarbeiter bei Fragen und Problemen im EDV-Bereich betreut.

FBIS – Freie Berufe Informationssystem

FBIS – Freie Berufe Informationssystem soll als zentrale Informationsquelle einmal im FFB und für die interessierte Öffentlichkeit gut verständlich in Form eines Expertensystems aktuelle Informationen über die Lage, Struktur, Entwicklung und Bedeutung der Freien Berufe (Selbständige/Dienstleistungsbereich) in Wirtschaft und Gesellschaft problemorientiert auf dem PC zur Verfügung stellen.

Von Statistiken für die Freien Berufe, über Adressen von Verbänden, Kammern und Organisationen der Freien Berufe, über die mittlerweile mehr als 11.000 Titel umfassende FFB-Literaturdatenbank unter LIDOS, Mikrodaten und aufbereitete Statistiken, Exzerpte zur aktuellen politischen Diskussion bis zu Förderprogrammen bündelt FBIS vieles erstmals benutzerfreundlich für die Freien Berufe.
Aus Kapazitätsgründen wurde auch im Berichtszeitraum nur der Kern, die FFB-Literatur und Schlagwortdatenbank unter LIDOS weiter ausgebaut.

Projektbetreuung

  • Prof. Dr. Joachim Merz

Projektlaufzeit

  • Beginn: 1/1992 - Ende: offen

Publikationen

  • Forschungsinstitut Freie Berufe (FFB) , FBIS - Freie Berufe Informationssystem, Pilotversion, Lüneburg (o.J.)
  • Forschungsinstitut Freie Berufe (FFB), Freie Berufe Bibliothek (unter LIDOS)

Weiterentwicklung neuerer statistischer Methoden für eine angewandte, empirische Wirtschaftsforschung

Neben der Entwicklung statistischer Analyseinstrumente, wie zur Hochrechnung von Mikrodaten, zu Verteilungsanalysen oder der Mikrosimulation als wirtschafts- und sozialpolitisches Analyseinstrument, wird an der Professur 'Statistik und Freie Berufe' im Zusammenhang mit mikroökonometrischen Schätzungen von diskreten Entscheidungsmodellen im Panelzusammenhang an neuen Analysemethoden gearbeitet. Die gewonnenen Forschungserkenntnisse werden konkret in benutzerfreundliche Computerprogramme für eine anwendungsorientierte empirische Wirtschaftsforschung umgesetzt.

Dazu gehören auch unsere entsprechenden Lehrangebote in der empirischen Wirtschaftsforschung, die neben der theoretischen Fundierung immer auch die praktische Umsetzung anhand fortgeschrittener Programmpakete (EViews, Stata, LIMDEP, SPSS etc.) mit entsprechenden Modulen vermitteln.

Mikroanalysen Freier Berufe aus sozioökonomischer Perspektive

Die individuelle Vielfalt und Besonderheit gerade in Freien Berufen macht es notwendig, individuelles Handeln vor allem auf der ihr adäquaten Ebene des Einzelnen, des Bewirkenden und des Betroffenen zu analysieren. Entsprechende Mikroanalysen benötigen eine anwendungsorientierte Statistik und Ökonometrie, die alle Stufen einer Mikroanalyse unterstützt; nämlich beginnend von der Bereitstellung und Aufbereitung von Mikrodaten, der Deskription der empirischen Tatbestände, der theoriegeleiteten Modellierung und Spezifikation, der mikroökonometrischen Schätzung und Analyse sowie zur Politikanalyse alternativer wirtschafts- und sozialpolitischer Maßnahmen und neuer Vorschläge mit dem Instrumentarium der Mikrosimulation.

Die schon weiter oben beschriebenen Forschungsaktivitäten zeigen, in welch breiter Weise Mikroanalysen die Forschung der Freien Berufe im Bereich der Selbständigen und im Dienstleistungsbereich befruchten. Neben aggregierten Analysen entwickeln und setzen wir daher verstärkt die Mikroanalyse in der Professur 'Statistik und Freie Berufe'/Forschungsinstitut Freie Berufe ein, um interdisziplinäre unterschiedliche Erklärungsansätze aus den Wirtschafts- und Sozialwissenschaften und der beruflichen Praxis adäquat auf der Individualebene für die Freien Berufe untersuchen zu können.

Rechtliche Aspekte der Freien Berufe

Prof. Dr. Harald Herrmann vertritt und bearbeitet die rechtlichen Aspekte der Freien Berufe im FFB. Er hat eine C4-Professur mit dem Lehrstuhl für Privat- und Wirtschaftsrecht der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg.

Nähere Informationen zu den Forschungsprojekten und zu den Publikationen finden sich unter der Homepage: www.precht.wiso.uni-erlangen.de

Soziologische Aspekte der Freien Berufe

Die soziologischen Aspekte der Freien Berufe werden im FFB von Prof. Dr. Heinz Sahner (emeritiert seit 2004), Institut für Soziologie der Universität Halle-Wittenberg, vertreten.

Nähere Informationen zu den Forschungsprojekten und zu den Publikationen finden sich unter der Homepage http://www.soziologie.uni-halle.de/sahner/index.html

24.01.2012, webredak