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JuLit 2000, 4, 55-57 (Reinbert Tabbert)

„Das Fachgebiet kinderliterarischer Komparatistik zu entwickeln, ist eine gewaltige Aufgabe, knüpfen doch schon beide Ausgangsbereiche, Vergleichende Literaturwissenschaft und Kinderliteraturforschung, an die Arbeit verschiedener Einzeldisziplinen an. Emer O'Sullivan hat sich in ihrer Habilitationsschrift, die seit kurzem im Druck vorliegt, dieser Aufgabe gestellt; und sie bringt dazu beste Voraussetzungen mit – als irische Germanistin und Anglistin und langjährige wissenschaftliche Mitarbeiterin am Frankfurter Institut für Jugendbuchforschung. Sie hat Bücher über das Englandbild der deutschsprachigen und das Deutschlandbild der britischen Kinderliteratur geschrieben sowie zahlreiche Artikel zum kinderliterarischen Übersetzen. Eingeübt ist sie in das, was man heute als kinderliterarische Komparatistik versteht: die Betrachtung von Literaturen verschiedener Sprache und/oder kultureller Herkunft von einem „supra-nationalen Standpunkt“ aus (S.21). Der vorliegende Band ist gleichsam zwischen die Vergangenheit und eine Zukunft gespannt, die schon begonnen hat: Das erste der 11 Kapitel ist den Pionieren des Fachgebiets gewidmet, das Letzte führt von dem Themenkomplex „Weltliteratur, Kanon, Klassiker“ hin zu der Frage der Globalisierung auch im Bereich der Kinderliteratur.“ […]

„Am Ausgangspunkt ihrer Arbeit hat die Verfasserin eine „wechselseitige Nichtwahrnehmung von Komparatistik und Kinderliteraturforschung“ diagnostiziert (S.25). Der vorliegende Band hat [...] das Zeug dazu, dieser Blindheit abzuhelfen. Vertreterinnen und Vertreter beider Tätigkeitsfelder sollten ihn in ihrer Bücherei haben.

JuLit 2000, 4, 55-57 (Reinbert Tabbert)

17.01.2013, brodesser