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Ein Forschungsprojekt vom Institut für Psychologie der Leuphana geht um die wissenschaftliche Welt

10. Februar 2011 Web-basierte Rehabilitationsnachsorge zur Transferförderung nach stationärer psychosomatischer Rehabilitation (W-Rena)

Das Forschungsprojekt aus dem Bereich E-Mental-Health zielt auf die nachhaltige und kosteneffektive Stabilisierung von stationären psychotherapeutischen Erfolgen. Stationär behandelte Patienten mit einer psychischen Störungen erzielen im Rahmen der Therapie oft große Erfolge, haben aber vielfach Schwierigkeiten diese in ihre individuelle Lebenswelt zu integrieren und langfristig aufrechtzuerhalten. Neben dem individuellen Leid für den einzelnen Patienten verursachen dadurch entstehende Rückfälle immense ökonomische Kosten für Versicherer, Arbeitgeber und die Volkswirtschaft als Ganzes. Im Rahmen des W-RENA Konzeptes werden teilnehmende Patienten 3 Monate lang nach ihrem stationären Aufenthalt weiter über das Internet begleitet  und bei diesem komplexen Anpassungsprozess professionell unterstützt. Eine randomisiert klinische Studie mit 400 Patienten zeigt, dass Rückfällen so effektiv vorgebeugt werden kann.

Das Konzept wurde seit 2007 am Institut für Psychologie der Leuphana Universität Lüneburg entwickelt, erprobt und evaluiert.

Die durchgeführte Evaluationsstudie gehört zu den weltweit ersten randomisierten klinischen Studien, die das Potenzial des Mediums Internet zur Rückfallprävention nach initialen psychotherapeutischen Erfolgen  untersuchte. Dementsprechend wird dem Konzept und den Ergebnissen im aktuellen internationalen wissenschaftlichen Diskurs viel Aufmerksamkeit geschenkt.

David Ebert, ehemaliger Student der Leuphana und inzwischen Mitarbeiter im Fachbereich Psychologie der Philipps-Universität Marburg, hat die inzwischen vorliegenden Ergebnisse aus dem Projekt 2010 auf weltweit bedeutenden Kongressen der Kognitiven Verhaltenstherapie, wie dem EABCT (Congress of the European  Association for Behavioural & Cognitive Therapies in Mailand, Italien  sowie auf dem ABCT (Congress of the American  Association for Behavioural & Cognitive Therapies) in San Francisco, USA, vorgestellt.

Darüber hinaus wurde in 2010 vom BMBF ein Nachfolgeprojekt mit dem Titel  „Evaluation einer online-basierten Transferförderung nach stationärer Depressionstherapie (OTF-D)“ für rund 380.000€   bewilligt (vgl. Berking, Hautzinger, Ebert, 2010).

David Ebert wurde inzwischen von der International Society for Research on Internet Interventions (ISRII) eingeladen, seinen Beitrag beim „E-Health  State-of-the-Art Forum“ am 6. April 2011 in in Sydney an der Australian National University zur Diskussion zu stellen.

Titel:  Back home – but not alone: 12 month outcome of a transdiagnostic internet based continuation treatment after inpatient cognitive behavioural therapy

Die Erfahrungen sowie die wissenschaftlichen Beziehungen zur internationalen scientific community aus diesem Projekt werden Prof. Dr. Matthias Berking und David Ebert zusammen mit internationalen Tandem-Partnern in das bewilligte Inkubator-Projekt „Internetbasierte Gesundheitsinterventionen“   http://www.leuphana.de/inkubator/inkubator/teilmassnahmen/kompetenztandems/internetbasierte-gesundheitsinterventionen.html einbringen.

Ebert, D. Tarnowski, T. Dippel, A. Sieland, B. Berking, M. (2010, November). Back Home but not Alone: Evaluating the Effectiveness of a Transdiagnostic Internet-based Continuation Treatment following Inpatient Cognitive Behavioral Therapy - Results of a Randomized Clinical Trial. Paper presented at the 45th Annual Convention of the Association of Cognitive and Behavioral Therapy (ABCT), San Francisco, USA.

Ebert, D., Tarnowski, T. Berking, M., Sieland, B. (2008): Vernetzung von Psychotherapie und Alltag. Ein webbasiertes

Nachsorgekonzept zur Förderung von stationären Therapieerfolgen. In: Bauer, S., Kordy, H. (Hrsg.): Neue Medien in der psychosomatischen Rehabilitation. Heidelberg: Springer. 251-265.

Ebert, D., Tarnowski, T., Mewes, R., Dippel, D., Sieland, B. Berking, M. Evaluation einer online-basierten Transferförderung nach stationärer Psychotherapie. Zeitschrift für Klinische Psychologie und Psychotherapie, 39(Suppl. 1), 47.

Ebert D., Tarnowski, T. (2010): KESS in der Patientennachsorge - Methoden der Transfersicherung am Beispiel der stationären Psychotherapie In: Sieland, B. Heyse, H.: Die KESS-Methode - Handbuch für Lehrgangsleiter mit Arbeitsbuch für Kursteilnehmer. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht.

Ebert, D., Wyler, H., Tarnowski, T., Sieland, B., Berking, M. (2009). Einsatz neuer Medien in der psychosomatischen Rehabilitation. Erste Ergebnisse einer Machbarkeitsstudie. DRV-Schriften, 83, 91-93, Frankfurt/Main: VDR.

 

 

 

04.04.2013, IfP