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GesundheitsförderungGESUNDHEITSFÖRDERUNG

Referenzrahmen schulischer Gesundheitsförderung – Gesundheitsqualität im Kontext von Schulqualität Handreichung mit Indikatorenlisten und Toolbox

Im Rahmen des Projektes wurde ein umfangreiches, ausgearbeitetes Analyserater entwickelt, das sich an den Bildungs- und Erziehungsaufträgen von Schule orientiert und gleichzeitig Gesundheitsindikatoren integriert. Der Referenzrahmen schulischer Gesundheitsförderung ist ein Checklisten gestütztes Selbstevaluations-verfahren, das Schulen gestattet, die Gesundheitsqualität ihrer Schule im Rahmen ihrer Bildungsqualität zu bestimmen. Darüber hinaus dient er den Schulen in Verbindung mit den in den Bundesländern üblichen Fragebögen zur Einschätzung der Bildungsqualität ("Gute Schule") zur Planung und Steuerung von Maßnahmen zur Verbesserung ihrer Bildungsqualität durch Gesundheitsinterventionen. Der Rahmen gliedert sich in zwei Teile.

Im ersten Teil kann die Schule eine eher allgemein gehaltene Einschätzung vornehmen. Damit bekommt sie einen ersten Überblick über die Gesundheitsqualität ihrer Schule in Bezug auf die Gesundheitsziele „Bewegung“, „Ernährung“ und „psychische Gesundheit/Stressprävention“.

Im zweiten Teil kann sie die Einschätzung für die Themenfelder "Ernährung", "Bewegung" und "Stress/psychische Gesundheit" konkretisieren. Zu jedem Thema steht jeweils eine eigene umfassende Checkliste zur Verfügung. Hier kann die Schule jeweils prüfen, inwieweit Gesundheitsbildung mit dazu beiträgt, den umfassenden Bildungs- und Erziehungsauftrag der Schule zu unterstützen bzw. inwieweit die Schule den jeweiligen Gesundheitsbildungsauftrag unterstützt. In der Selbsteinschätzung bestimmt ein Team von repräsentativen Mitgliedern der Schulgemeinschaft (z.B. "Schulgesundheitsteam") bei jedem einzelnen Indikator zum einen das Ausmaß der Erfüllung und zum anderen den Handlungsbedarf. Die Einschätzungen erfolgen in den acht Dimensionen des Referenzrahmens mit jeweils mehreren Indikatoren. Die Ergebnisse können anhand eines Auswertungsbogens von den Schulen selbst ausgewertet und in Form einer "Sonne" visualisiert werden. Der zeitliche Aufwand ist variabel, je nachdem, in welchem Umfang Schulen das Verfahren nutzen wollen. Genaue Zeitangaben können deshalb nicht macht werden. Für den ersten Teil des Referenzrahmens ("Überblick") ist aber von ca. 2-4 Stunden für ein "Schulgesundheitsteam" auszugehen. Der Referenzrahmen, in dem diese Einschätzungen vorgenommen werden, ist aus einer Analyse der Qualitätsrahmenkonzepte für Schulen gewonnen worden, die die Kultusministerien und obersten Senatsbehörden der Bundesländer vorgelegt haben. Hinzugezogen wurden darüber hinaus auch die Qualitätskonzepte größerer bundesdeutscher Projekte schulischer Gesundheitsförderung, die auch Bezüge zur Bildungsqualität aufweisen u.a. OPUS-NRW, Anschub.de, Audit gesunde Schule, Gesund leben lernen. Die Auswahl der Indikatoren erfolgte in einem mehrstufig angelegten inhaltsanalytischen Prozess, der begleitet wurde durch Einschätzungen und Korrekturen einer das Projekt begleitenden Expertengruppe aus der AG 1 des deutschen Forums Prävention und Gesundheitsförderung. Es wird vorgeschlagen, den Referenzrahmen auf den Webseiten der jeweiligen Bildungsserver als Download anzubieten - so entstehen den Trägern und Schulen keinerlei Kosten. Neben dem Referenzrahmen selbst wurde eine Toolbox entwickelt, die Hinweise und weiterführende Links zu den Handlungsfeldern der Gesundheitsbildung, zu wichtigen Aspekten der Qualitätsentwicklung in der Schule und zur schulischen Gesundheitsförderung enthält. Sie können zur Umsetzung der aus der Analyse hervorgegangenen Vorhaben in den Schulen genutzt werden. Der Referenzrahmen ist für jede Schulform geeignet. In einer Machbarkeitsstudie ist er an Berliner Schulen erprobt worden. Nach einer 20-minütigen Einführungspräsentation in das Verfahren hatten die Schulentwicklungs- bzw. Gesundheitsteams der Schulen die Möglichkeit, sich intensiv mit dem Verfahren auseinander zu setzen, um dann in einem Fragebogen zu verschiedenen Aspekten des Verfahrens (u.a. Akzeptanz, Handhabbarkeit, Gesamtidee) Stellung zu beziehen. Sowohl der Referenzrahmen als auch die Toolbox wurden als sehr nützlich und handhabbar bewertet.

Weitere Informationen

 

Projektlaufzeit: 12/2005 -4/2008

Auftraggeber:

  • Bundesministerium für Bundesministeriums für Gesundheit (ehemals Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung)
  • Deutsches Forum Prävention und  Gesundheitsförderung
  • Arbeitsgruppe 1 „Gesunde Kindertagesstätten und Schulen“

Leitung

  • Prof. Dr. Peter Paulus

Projektmitarbeiterin

  • Britta Michaelsen-Gärtner, M.A.
17.01.2013, IfP