Mind Matters
MindMatters – mit psychischer Gesundheit gute Schule entwickeln
Psychische Gesundheitsprobleme stehen bei Schülern in enger Verbindung mit ihrer Schulleistung und sozialen Entwicklung. Bei Lehrkräften besteht ein enger Zusammenhang mit ihrer Arbeitsfähigkeit und allgemein mit ihrer Leistungsfähigkeit, sich wirksam an der Entwicklung der Bildungs- und Erziehungsqualität der eigenen Schule beteiligen zu können. Geringe Schulleistungen der Schüler und niedrige Schulabschlüsse können insbesondere durch ein hohes Ausmaß an Konzentrationsschwierigkeiten (Beurteilung durch Lehrkräfte), negativen Verhaltensweisen der Peer-Group, störendem und aggressivem Verhalten sowie – bezüglich niedriger Schulleistungen – durch den frühzeitigen Beginn eines Alkohol- und Zigarettenkonsums vorhergesagt werden. Förderlich für schulische Leistungen wie auch für das Erreichen hoher Schulabschlüsse sind hingegen eine stark ausgeprägte Verbundenheit zur Schule, das Vorhandensein sozial-emotionaler Fähigkeiten sowie Kompetenzen zur Entscheidungsfindung/Problemlösekompetenzen. Programme, die die oben genannten Risiko- und Schutzfaktoren fokussieren, frühzeitig antisoziales Verhalten unterbinden sowie die Verbundenheit zur Schule und sozialemotionale Kompetenzen fördern, sind somit geeignet, schulische Leistungen zu verbessern und unterstützen Schulen in ihrem Bildungs- und Erziehungsauftrag. Solche Ziele verfolgt auch das Programm „MindMatters“, das Ende der 1990er Jahre an 3 australischen Universitäten mit Unterstützung des „Commonwealth Department of Health and Aged Care“ entwickelt wurde. Neben dem generellen Ziel der Förderung der psychischen Gesundheit und der Prävention psychischer Störungen möchte „MindMatters“:
- einen Beitrag zu mehr Respekt und Toleranz im Unterricht leisten
- Schulen darin fördern, sowohl eine unterstützende/fürsorgliche Schulkultur auf- bzw. auszubauen als auch
- zu einer Verbesserung von Lehren und Lernen und somit zur Steigerung der schulischen Bildungsqualität beitragen.
Die deutschsprachige Adaptation (www.mindmatters-schule.de) richtet sich an Schüler, Schulleitungen, Lehrkräfte, das nicht unterrichtende Personal und Angehörige des schulischen Umfelds. Die Schulentwicklungsmaterialien thematisieren u. a. das Management der Förderung der psychischen Gesundheit in Schulen und die Aspekte Suizidprävention und Öffnung bzw. Vernetzung von Schule. Die Unterrichtshefte thematisieren den Aufbau und Erhalt von Freundschaften, den Umgang mit Stress, Mobbing (bzw. Bullying), Trauer und Verlusterlebnissen sowie den Bereich psychische Probleme/Störungen. Diese Materialien können im Regelunterricht von Schulen eingesetzt werden und richten sich an verschiedene Unterrichtsfächer und Klassenstufen. Die deutschsprachige Adaptation soll in sämtlichen Formen allgemeinbildender Schulen in Deutschland und der Schweiz eingesetzt werden. Z. Zt. werden in verschiedenen Bundesländern Trainer ausgebildet, die Schulen bei der Implementation des Programms unterstützen.
Weitere Informationen
Projektlaufzeit: 2002-2009
- BARMER, Bundesamt für Gesundheit der Schweiz (Bern) bis 2006
- Unfallkasse Nordrhein-Westfalen
- Gemeindeunfallversicherungsverband Hannover
Leiter des Programms
Mitarbeiter
- Britta Michaelsen-Gärtner, M.A.
- Dr. Dipl.-Päd. Birgitt Nieskens, Wiss. Mitarbeiter


