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ForschungFORSCHUNG

Forschungsfelder der Lüneburger Kulturphilosophie

  • Kulturelle Prozesse und ihre Institutionalisierung am Beispiel von Wissenschaft (Universität): Die Transformation und Bedeutung des Wissens, der Wissenschaft, der Forschung, Lehre und Bildung soll im Kontext einer historisch-systematischen Untersuchung von Universitätsreden ausgehend vom Deutschen Idealismus und bis hin zu Nietzsche und Derrida sinnfällig gemacht werden.
  • Künstlerische Wissensformen/ Kunst als Forschung: Eine der derzeitigen Herausforderungen der Kunst besteht in ihrer Grenzüberschreitung in Richtung auf die Theorie. Die zeitgenössische Kunstpraxis zeichnet sich vielfach dadurch aus, in so hohem Maße von theoretischem Wissen gesättigt zu sein, dass sie selbst zu einer forschenden Praxis gerät. Zunehmend bildet sich die Kunst zu einer selbstständigen Wissensform aus, die aufgrund ihrer interdisziplinären Informiertheit in provokante Nähe zur kulturwissenschaftlichen Forschung tritt.
  • Mythos und Gesellschaft: Gefragt wird weniger nach der Präsenz mythischer Inhalte als vielmehr nach der Fortdauer mythischer Strukturen in der vorgeblich mythenlosen Gesellschaft der Gegenwart. Wer, so muss gefragt werden, übernimmt heute einerseits die Deutungsaufgabe, andererseits die gemeinschaftsstiftende und –stabilisierende Funktion, die der Mythos in traditionalen und antiken Gesellschaften hatte?
  • Theorie der Repräsentation:
  1. Bildlichkeit und visuelle Repräsentation: Vor dem Hintergrund der Krise der Repräsentation werden in den  philosophischen Theorien der modernen Malerei Ansatzpunkte für  Alternativen zum Repräsentationskonzept erarbeitet. Vornehmlich geht es um die Fragen: Was ist ein Bild? Wie repräsentiert es etwas? Repräsentiert es überhaupt etwas? Oder ist es eine Selbstrepräsentation?
  2. Pathische Repräsentation: Die Hinwendung zum Pathischen ist dem Unbehagen an einer auffälligen Privilegierung von Produktion und Praxis in den heutigen Kulturwissenschaften geschuldet. Wenn als Gegenstandsbereich der Kulturwissenschaften das gesamte Spektrum menschlicher Tätigkeiten und Produkte angegeben wird, dann wird damit all dasjenige vernachlässigt, was in dem griechischen Begriff „pathos“ im Sinne von Widerfahrnis, Leidenschaft und Passivität zu bündeln ist. Insbesondere in der ausgiebigen Debatte um Repräsentation ist dieser Ausschluss des Pathischen auffällig, insofern in der Auseinandersetzung mit dem Paradigma der Repräsentation in den letzten Jahren vor allem ihre performativen und generativen Momente eine Betonung erfahren haben.
02.05.2010, ikkk