Lexikon der verhaltungs- wissenschaftlichen Betriebswirtschaftslehre


Der verhaltenswissenschaftlichen Betriebswirtschaftslehre geht es um die Erklärung des Verhaltens ökonomischer Akteure und um die Wirkungsweise ökonomisch relevanter Institutionen. Hiervon ausgehend sucht sie nach Bedingungen und Möglichkeiten, den Prozess der einzelwirtschaftlichen Wertschöpfung zu verbessern. Bei diesem Bemühen bedient sie sich der Kenntnisse aus allen Wissenschaften, die sich mit dem Verhalten von Menschen, Gruppen und Organisationen befassen. Als anwendungsorientierte Wissenschaft beschäftigt sie sich aber nicht nur mit den Grundlagen von wirtschaftlich relevanten Verhaltensprozessen, sondern auch mit den Zwecken wirtschaftlichen Handelns, seinen Voraussetzungen und normativen Grundlagen. Dazu gehört nicht zuletzt auch der vernunftgemäße Einsatz von geeigneten Methoden und Instrumenten zur Gestaltung der Arbeits- und Wirtschaftsverhältnisse.
Das vorliegende Lexikon befasst sich mit Erkenntnissen, die sich als Bausteine einer verhaltenswissenschaftlichen Betriebswirtschaftslehre empfehlen. Die einzelnen Artikel zielen darauf ab, ihre Thematik in bündiger und gleichwohl fundierter Weise darzustellen. Die Artikel, die sich mit fundamentalen Verhaltenskonstrukten befassen, folgen ganz bewusst dem jeweils gleichen Schema. Nach begrifflichen Klärungen und einigen anschaulichen Beispielen wird eine ausgewählte Studie vorgestellt. Diese Studie soll einen Eindruck davon vermitteln, welche konkreten Phänomene sich mit dem Forschungsgegenstand verknüpfen und wie man sich ihnen nähern kann. Anschließend werden einige zentrale Zusammenhänge beschrieben, die in der einschlägigen Forschung untersucht werden. In einem weiteren Abschnitt geht es um die Erklärung eines ausgewählten Zusammenhangs. Hierbei soll deutlich werden, dass es der Wissenschaft nicht um begriffliche Spitzfindigkeiten gehen kann, sondern dass es darum gehen muss, die real wirksamen Verhaltensmechanismen zu untersuchen, die die Vielfalt der empirischen Erscheinungsformen hervorbringen. In einem weiteren Abschnitt der Artikel werden einige praktische Folgerungen diskutiert. Eine persönliche Würdigung schließt die Ausführungen ab.
Die einzelnen Beiträge erheben nicht den Anspruch, eine umfassende Darstellung über den jeweiligen Forschungsstand zu geben. Auch fließen in nicht unerheblichem Maße subjektive Elemente in die Darlegungen ein. Das liegt schon in der notwendigen Beschränkung auf eine ausgewählte Studie begründet. Unbeschadet hiervon liefern die Beiträge des Lexikons einen guten ersten Einblick in das jeweils betrachtete Forschungsgebiet.
Die Idee zum Projekt „Lexikon der verhaltenswissenschaftlichen Betriebswirtschaftslehre“ entstand innerhalb eines Seminars zum Thema „Organizational Behaviour“. Für die Studierenden und die Dozenten war dieses Seminar in besonderer Weise eine Herausforderung, ging es doch darum, die Strenge der wissenschaftlichen Argumentationsführung mit dem Interesse an einer allgemein verständlichen Darstellung zu verbinden, ein Unterfangen, das seine eigenen Tücken hat, das aber die Mühen lohnt.
Das Lexikon wird nach und nach um weitere Beiträge ergänzt. Beteiligen können sich auch Autorinnen/Autoren außerhalb der Universität Lüneburg. Die eingereichten Beiträge werden einem Begutachtungsverfahren unterzogen. Interessenten wenden sich an den Redakteur des Lexikons Marcus Falke.


