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Hohe Auszeichnung für Leuphana-Professor Jens Newig
22. Dezember 2010 Prof. Jens Newig aus der Fakultät Nachhaltigkeit der Leuphana Universität Lüneburg erhält für seine Forschungen auf dem Gebiet der evidenz-basierten Governance-Forschung einen „Starting Independent Researcher Grant“ in Höhe von 900.000 Euro. Damit ist er der erste Wissenschaftler der Leuphana, der diese renommierte und hoch dotierte EU-Förderung des European Research Council (ERC) erhält. Das Projekt wird die Wirkung von partizipativen und kooperativen Verfahren auf die Ergebnisse umweltbezogener Entscheidungsverfahren untersuchen. Dabei kommen neuartige meta-analytische und experimentelle Verfahren zum Einsatz.
Die Fördermittel der „Starting Grants“ in der Kategorie Sozial- und Geisteswissenschaften werden für bis zu fünf Jahre vergeben. Insgesamt hatten sich in dieser Kategorie weltweit Wissenschaftler/innen mit 639 Projekten beworben. Gefördert werden 79 Projekte, darunter fünf an deutschen Universitäten. Alleinige Kriterien für die Bewilligung waren die Qualität des eingereichten Projektes und das
wissenschaftliche Potenzial des Antragstellers. Wissenschaftsfremde Zielsetzungen wie regionalpolitische Aspekte spielten keine Rolle. Die zum dritten Mal vergebenen Auszeichnungen des Europäischen Forschungsrats dienen zur Förderung von europäischen Spitzennachwuchswissenschaftler/innen für Pionierforschungen an den Grenzen des Wissens.
Das Projekt mit dem englischen Titel „Evaluating the delivery of environmental governance using an evidence-based research design”, kurz “EDGE”, stellt herkömmliche Auffassungen über die positiven Wirkungen von Partizipation und Kooperation auf den Prüfstand. Allgemein wird davon ausgegangen, dass die Mitwirkung von Bürgern und Interessenvertretern an umweltpolitischen Entscheidungen deren „Erfolg“ wahrscheinlicher werden lässt. Zahlreiche, ausgiebig dokumentierte Einzelfall-Studien liegen vor, die eine bisher jedoch weitgehend unerschlossene Datenbasis darstellen. Mit dem Projekt will Newig wissenschaftliche Grundlagen schaffen zur Beantwortung der Frage, ob und unter welchen Bedingungen die Bürgerbeteiligung tatsächlich die Ergebnisse umweltpolitischer Entscheidungen verbessert.
Neben einer umfassenden Meta-Analyse bestehender Fallstudien verfolgt das Projekt einen experimentellen Ansatz. Dabei werden umweltpolitische Entscheidungsprozesse mit vergleichbaren Rahmenbedingungen zufallsbasiert in eine Gruppe mit stark partizipativem Verfahren und eine Kontrollgruppe mit Standard-Entscheidungsverfahren unterteilt. In einem transdisziplinären Forschungsprozess wird es dazu eine enge Kooperation mit lokalen Entscheidungsträgern geben. Mit diesem bisher unerprobten Ansatz beschreitet das Projekt Neuland in der Governance-Forschung. Gerade solche unkonventionellen „high-risk, high gain“-Projekte werden bevorzugt durch den ERC gefördert
Zur Person: Jens Newig, Jahrgang 1970 ist seit Juni 2010 Professor an der Leuphana Universität am Institut für Umweltkommunikation und leitet die Arbeitsgruppe zu Governance und Nachhaltigkeit. Zuvor war Newig Assistent an der Universität Osnabrück, an der er sich 2009 in den Fächern Politikwissenschaft und Angewandte Systemwissenschaft habilitierte.
Weitere Informationen finden Sie hier:
Europäischer Forschungsrat erc.europa.eu
Prof. Dr. Jens Newig www.leuphana.de/jens-newig



