• English
  • drucken
  • als E-Mail

Details - ForschungsprojekteDETAILS - FORSCHUNGSPROJEKTE

Titel
"Entwicklung multisequenzieller Vorsorgestrategien für grundhochwassergefährdete urbane Lebensräume (MULTISURE)"

Durchführungszeitraum
01.12.2006 - 30.11.2009

Problemstellung
2002 und 2006 gab es nicht nur im Stadtgebiet Dresdens starke Überschwemmungen mit enormen Schäden. Verbunden mit dem Phänomen des Klimawandels nimmt man an, dass die Hochwasserereignisse in Zukunft tendenziell stärker werden und häufiger vorkommen.

Kurzbeschreibung
Das Projekt MULTISURE nimmt sich explizit das Grundhochwasser in den Blick, das heißt, erhöhte Grundwasserstände meist im Gefolge von Oberflächenhochwasserereignissen. Diese richteten bereits in der Vergangenheit erheblichen Schaden an.

Bislang existieren keine methodischen Grundlagen für die Ausweisung der Gefährdung durch Grundhochwasser, für die Ermittlung von Schadenspotenzialen und die Risikoanalyse und -bewertung für den unterirdischen bebauten Raum.

Damit fehlen den zuständigen Ge-bietskörperschaften und Behörden insbesondere für die Konzipierung, Umsetzung und Kommunikation von Schutzkonzepten und Hochwasserabwehrmaßnahmen die erforderlichen wissenschaftliche Erkenntnisse und Handlungsanleitungen. Ziel des Vorhabens ist die Entwicklung innovativer, für Kommunen handhabbarer Be-urteilungswerkzeuge zur Abbildung und Bewertung der Gefährdungen, Schadenspotenziale und Risiken, die sich aus den Wirkungszusammenhängen zwischen Grundwasser, unterirdischer urbaner Infrastruktur und unterirdisch bebautem Raum ergeben sowie deren Kommunikation zwischen Akteuren der Hochwasservorsorge (Kommunen, Behörden) und potenziell Betroffenen (Stakeholder).

Das Projekt ist in fünf Arbeitspakete unterteilt.

AP 1: Schadenspotenziale
AP 1.1: Empirisch-statistische Untersuchungen (GFZ Potsdam)
AP 1.2: Gebäudetypologisch-stadtstrukturelle Untersuchungen (IÖR Dresden)
AP 2: Gefahren- und Schadenspotenziale Grundwasser (DGFZ)
AP 3: Kommunikation (Uni Lüneburg)
AP 4: Information / Präsentation (HS Zittau-Görlitz FH)
AP 5: Koordination (LH Dresden, DGFZ)

Die Landeshauptstadt Dresden fungiert als Lead-Partner des Projektes. Mit den Ergebnissen des Projektes soll betroffenen Kommunen eine Methodik zur Risikovorsorge bezüglich hochwasserbedingtem Grundhochwasser in die Hand gegeben werden. Diese sind als Ergänzung zu bestehenden oder zu erarbeitenden Hochwasservorsorgeplänen, die auf das Oberflächenwasser ausgerichtet sind, nutzbar.

Das Lüneburger Teilprojekt untersucht die Seite der Kommunikation des Risikos. Obwohl Grundwasser allgegenwärtig ist und alle es kennen, sind die Kenntnisse darüber recht unzureichend. Da aber der Schutz vor Grundhochwasser zu einem großen Teil eine individuelle Aufgabe ist, weil kaum Maßnahmen der öffentlichen Hand wie z.B. der Unterhalt von Deichen angwendet werden kann, ist es unerlässlich mit den tendenziell betroffenen Bürgern in Kontakt zu treten. Vermittelt werden müssen die Vorgänge, die Risiken und die Reaktionsmöglichkeiten der Einzelnen.

Zu diesem Zweck wird zunächst eine empirische Repräsentativbefragung in Dresden durchgeführt. Danach wird eine Bestandsaufnahme der relevanten Akteuere und deren Handlungspotenziale erstellt. Auf dieser Grundlage wird dann eine Kommunikationsstrategie entwickelt, um die oben genannten Lücken zu schließen.

Das Projekt wird begleitet vom Projektträger Jülich (PTJ).

Gefördert
Das Projekt wird gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF).

AnsprechpartnerInnen
Jens Newig, Harald Heinrichs, Heiko Grunenberg

Zurück

16.06.2009, infu