Neue Medien und Nachhaltige Entwicklung

Wie können gesellschaftliche Akteure bei Herausforderungen des Umweltschutzes und einer Nachhaltigen Entwicklung mit Informatiksystemen und neuen Medien unterstützt werden?
Verschiedene Perspektiven werden eingenommen:
Der Computer als Werkzeug und Medium
Der Computer kann als semiotische Maschine betrachtet werden, die insbesondere die "Kopfarbeit" der Akteure unterstützt. Dies bezieht sich auf Aufgaben des Strukturierens, Analysierens, Konzipierens, Kommunizierens, Kooperierens und Kontrollierens. Der Computer kann hier in unterschiedlicher Form Beträge leisten: er kann die Vorgänge routinisieren und standardisieren (Computer als semiotische Maschine, Potential: Verknüpfung mit anderen Routineaufgaben in Organisationen (Bindeglied etwa zu ERP-Systemen), Entlastung der Akteure von Aufgaben der Bürokratie), er kann die Fähigkeiten der Akteure verbessern (Computer als semiotisches Werkzeug, kreative Nutzung des Computers), er kann Beiträge zur besseren Kommunikation und Kooperation unter den betroffenen Akteuren leisten (Computer als instrumentelles Medium, das grundlegend neue Formen der Handlungskoordination eröffnet), und er kann kollektive Lernprozesse anstoßen (Simulieren als Experimentieren mit Modellen, das Entwerfen von Modellen als konstruktiver Prozess).
Digitale Medien
WEB 2.0 - Blogs - "Soziale Netzwerke" - Podcasts - RSS - Wikis
Geographische Informationssysteme (GIS) - insbesondere unter dem Aspekt Nachhaltige Entwicklung
Stoffstromanalysen
Der Arbeitsbereich Neue Medien & Nachhaltige Entwicklung sieht eine besondere Chance gerade darin, den Computer als Werkzeug und Medium für den kreativen Umgang mit den Herausforderungen einer Nachhaltigen Entwicklung zu nutzen. Hierbei sind bereits wichtige Ergebnisse erzielt worden, diese beziehen sich auf das Aufgabenfeld der sozioökonomischen bzw. industriellen Metabolismen: die Entwicklung des Konzepts der Stoffstromnetze als konzpetionelle Grundlage von Computerwerkzeugen zur Abbildung von vernetzten Stoff- und Energieströmen, die Entwicklung von Adapterkonzepten zur Verknüpfung periodenbezogener Stoffstromanalysen (Perspektive des Durchsatzes, Visualisierung etwa mit Hilfe von Sankey-Diagrammen) mit der produktbezogenen Ökobilanzierung (Life-Cycle Assessment) und stoffstrombasierten Kostenrechnung (Perspektive der Effizienz), Verknüpfung der periodenbezogenen Stoffstromanalysen mit der kontinuierlichen Simulation (Perspektive der Dynamik von Stoff- und Energieströmen). Entsprechende Computertools werden inzwischen in zahlreichen Unternehmen zum Abbilden, Verstehen und Optimieren industrieller Metabolismen eingesetzt.
Nachhaltige Aspekte des Ambient Assisted Living (AAL)
Obwohl ein dezidiertes Umweltbewusstsein kulturell immer stärker verankert wird, müssen die heute ubiquitären Informatiksysteme dem Handlungsbedarf, nachhaltiges Verhalten zu erzeugen und sichtbar zu machen, verstärkt nachkommen. Transparente, uns umgebende computergestützte Systeme können nicht nur hinsichtlich der Energieeffizienz entwickelt werden, sondern auch nachhaltiges Handeln fordern und fördern. Im Alltag implementierte Technologien und Hardware wie Handys ermöglichen bereits Verortung durch GPS sowie Vernetzung durch Social Media Plattformen. Damit können sie als assistive Systeme für Energieeinsparung genutzt werden. Sie bieten zusammen mit bereits vorhandenen Gebäudetechnologien bzw. Gebäudeleittechnik Interaktionsmöglichkeiten, die energieeffiziente und dabei human-zentrierte Infrastrukturen schaffen. Der Energieaufwand eines Gebäudes kann bis zu 30% gesenkt werden. Beleuchtung und vor allem Heiz-/Lüftungssysteme können einem Menschen anhand seines Nutzerprofils eine angenehme Umgebung ermöglichen, die durch seinen Eingriff skalierbar bleibt und nicht als bevormundend empfunden wird. Hier stellt sich die massive Herausforderung an die Entwicklung von Systemen bzw. Plattformen, welche die Tendenz überwinden, Interaktion mit computergestützen Systemen als Mensch-Maschine-Kommunikation zu betrachten. Vielmehr handelt es sich dabei um eine computergestützte Mensch-Mensch-Kommunikation, da ein computergestütztes System nur bedingt antizipatorisch sein wird und stattdessen eine mediale Werkzeugfunktion einnimmt. Diese Systeme können jedoch die symbolische und somit kulturelle Tätigkeit des Menschen als indefinite Kommunikation, wie Charles S. Peirce diese benennt, unterstützen. Kommunikation kann als Transformationsprozess innerhalb der ikonischen und indexikalischen Zeichentätigkeit des Menschen begriffen und aufgeschlüsselt werden. Somit wird postuliert eine Kommunikationsituation beschreiben und aufzulösen zu können, um computergestützte Systeme als assistierendes Werkzeug für die Mensch-Mensch Kommunikation zu implementieren. Wie kann eine Akzeptanz solcher umgebenden Systeme erreicht werden, die dem Begriff der Nachhaltigkeit in einem holistischen Ansatz gerecht werden?
Simulationen und Modellbildung
Sustainable Ambient Computing (SAC)
Laufende Forschungsprojekte des Arbeitsbereichs Neue Medien und Nachhaltige Entwicklung:
Abgeschlossene Forschungsprojekte sind im Archiv ersichtlich.





