Forschung & Projekte
Kathrin Rothemund, M.A.
Qualität und Komplexität in zeitgenössischen U.S.-amerikanischen Fernsehserien
In den letzten Jahren hat sich die amerikanische Serienlandschaft gewandelt. Nach Serien wie „Buffy“, „Alias“, „Seinfeld“, „Smallville“ oder „Ally McBeal“ und „Sex and the City“, die zwar bereits äußerst erfolgreich, aber über weite Strecken noch nicht so ausgefeilt und innovativ waren wie ihre Nachfolger, findet sich nun eine neue Generation von seriellen Erzählungen auf den Bildschirmen. Auch die Medienwissenschaft entdeckt nach einer Fokussierung auf Reality-Formate in den letzten Jahren im Bereich der fiktionalen Angebote nun vermehrt neue Betätigungsfelder für sich und gerade im US-amerikanischen Raum wird in letzter Zeit in Bezug auf die neuen Serien von „Quality TV“ gesprochen. Damit ist gemeint, dass insbesondere US-amerikanische Serien sich nicht mehr hinter den großen Hollywood-Kinoproduktionen verstecken müssen, sondern sich als hochwertige und ästhetische Produkte durch vielschichtige Inhalte und komplexe Formen wie durch stringente Konzeption und Realisation auszeichnen. Darüber hinaus werden Medienkonvergenz und transmediales Erzählen zunehmend bedeutsam.
Ausgehend von diesen Annahmen sollen im Rahmen der Dissertation bisher bestehende Serienkonzepte anhand von ausgewählten Beispielen durch Detailanalysen überprüft, erweitert und bewertet werden. Durch die ästhetische und inhaltliche Annäherung der Serien an Kinoerzählungen bei gleichzeitiger Aufspaltung der Narration in Episoden rückt die Frage nach Rolle und Potential von Serialität verstärkt in den Vordergrund. Darüber hinaus lassen sich aber auch größere medienhistorische Entwicklungen seriellen Erzählens aufzeigen, womit sich die neuen Tendenzen aktueller Fernsehserien als Innovation im Medienverbund verorten lassen.


