Ökonomisches
Weltweite Finanzkrise und ressourcenintensive Industriepraktiken. Schließen Ökonomie und Nachhaltigkeit sich aus oder ist es eher umgekehrt?
Zur ökonomischen Dimension der Nachhaltigkeit gehören Themen wie Umweltmanagament, Eco-Design, vorsorgendes Wirtschaften und ganz allgemein die Frage, wie man ökonomische Bestrebungen mit dem Leitbild der Nachhaltigkeit in Einklang bringen kann - sowohl in jedem einzelnen Unternehmen als auch auf globaler Ebene.
Berufliche Kompetenz am Beispiel lebendiger Unternehmen – Ein Ansatz für mehr Nachhaltigkeit (Claudia Echelmeyer)
Angesichts einer allgemein zunehmenden Komplexität stößt das klassische, dem mechanistischen Weltbild folgende und in erster Linie auf kurzfristige monetäre Rentabilitätsgrößen fokussierte Management und Kompetenzverständnis zunehmend an seine Grenzen und ist eine elementare Ursache der gegenwärtigen Nachhaltigkeitsproblematik.
In diesem Seminar wird am Beispiel lebendiger Unternehmen ein alternativer Ansatz betrachtet, der durch eine grundlegend ganzheitliche Ausrichtung gekennzeichnet ist. Dabei werden verschiedene Aspekte beruflicher Kompetenz im Kontext einer nachhaltigen Entwicklung diskutiert.
Das Cradle to Cradle Design Konzept – Ergründung, Fallbeispiele und Anwendung (Catahrena van Zyl)
Das Cradle to Cradle Projektseminar im Rahmen des Leuphana Semesters hat sich mit dem Cradle to Cradle Design Konzept von Michael Braungart und William McDonough beschäftigt. Es wurden erst die Grundlagen selbstständig erarbeitet, präsentiert und kritisch diskutiert (C2C Design Prinzipien: Abfall ist Nahrung, Nutzung der Sonnennergie, Vielfalt feiern!, Öko-Effektivität, Bio- und Techosphäre) und dann in Gruppenarbeit eigene Projekte erarbeitet. Dabei entstanden 4 Projektentwürfe, die sich alle in Kooperation mit externen Partner/innen entstand: 1. C2C an der Leuphana Universität Lüneburg: Der C2C Coffee-to-Go Becher (in Kooperation mit EPEA); 2. Das C2C Haus in Lüneburg (in Kooperation mit Esyoil); 3. Terra Preta: Humusaufbau als Klimaretter - die C2C-Perspektive auf den Klimawandel (in Kooperation mit Prof. Dr. Bruno Glaser, Dr. Haiko Pieplow und Wendepunktzukunft im Wendland); 4. C2C Produktdesign: Fallstudie Philips "Econova" Fernseher (in Kooperation mit Philips, Kunstausstellung "ZUR NACHAHMUNG EMPFOHLEN!").
Alle Projektgruppen haben großen Einsatz gezeigt und beeindruckende Ergebnisse hervorgebracht! Wenn Sie schon immer wissen wollten, was Cradle to Cradle ist, besuchen Sie uns gerne auf der Konferenzwoche!
(Am 12. Februar werden alle Projekte auch auf dem Cradle to Cradle Festival im Aedes in Berlin präsentiert: www.c2cfestival.de.)
Die Zukunftsmacher – Visionäre Unternehmensprojekte im Kontext nachhaltiger Entwicklung (Claudia Echelmeyer)
Ihre Unternehmensprojekte bewegen die Menschen und gestalten die Zukunft: querdenkende, visionäre und idealistische Zukunftsmacher, die als Motoren des Wandels dazu beitragen, die Welt schöner, besser und lebenswerter zu gestalten. Sie betrachten die Zukunft als offen und voller Möglichkeiten und setzen sich mit ihren Projekten für eine menschenwürdigere Lebensweise ein, indem sie den Menschen in den Mittelpunkt rücken. In diesem Seminar werden fünf Zukunftsmacher und ihre jeweiligen visionären Unternehmensprojekte vorgestellt und ausgehend von der Frage, inwiefern diese sowohl von langanhaltendem wirtschaftlichen Erfolg als auch von sozialer und ökologischer Nachhaltigkeit geprägt sind, diskutiert.
Macht des Wassers (Bahadir Uzun)
Im Nachhaltigkeitsdiskurs wird „Wasser“ unter der ökologischen, ökonomischen, sozialen und kulturellen Dimensionen diskutiert. Betrachtet man Wasser als Ressource, die das Individuum und die Gesellschaft zu steuern vermag, so sind folgende Fragen zu stellen:
Steuert der Strom des Wassers die Gesellschaften auf politischer, ökonomischer und kultureller Ebene? Bringt es die Gesellschaften zusammen oder auseinander? Was ist dessen Beitrag zur Gestaltung der Kulturen? Wie beeinflusst er den globalen Markt durch seine Nutzung in Produktion, Technologie und Handel? Studentinnen und Studenten des Projektseminars „Macht des Wassers“ versuchen, diese Fragen mit ihren Projekten über Wasseraufbereitungs-Technologie, Wasserversorgung in Mega-Cities, Wasserkonflikte im Nahen Osten, Virtuelles Wasser und dessen Verbrauch (Global und Lokal), Nachhaltigkeitsbericht – Wasserwirtschaft und Globale Firmen, Wasserverschmutzung und dessen Lauf in der Geschichte, Ressourcenpolitik und Überfischung zu beantworten.
Management am Beispiel lebendiger Unternehmen – Ein Ansatz für mehr Nachhaltigkeit (Sebastian Wollin)
Angesichts einer allgemein zunehmenden Komplexität stößt das klassische, dem mechanistischen Weltbild folgende und in erster Linie auf kurzfristige monetäre Rentabilitätsgrößen fokussierte Management zunehmend an seine Grenzen und ist eine elementare Ursache der gegenwärtigen Nachhaltigkeitsproblematik. In diesem Seminar wird am Beispiel lebendiger Unternehmen ein alternativer Ansatz betrachtet, der durch eine grundlegend ganzheitliche Ausrichtung gekennzeichnet ist.
Mobilität - Klimawandel - Nachhaltige Entwicklung (Dr. Horst Rode)
Passen Fahrspaß und nachhaltige Entwicklung zusammen? Gibt es Mobilität jenseits von Benzin und Diesel? Wie kann man in Lüneburg das Fahrrad zu einem attraktiveren Verkehrsmittel machen? Warum sind Menschen mobil? Wie sehen Mobilität und Verkehr in Schwellenländern aus? Antworten auf diese und noch weitere Fragen haben die Teilnehmenden des Seminars Mobilität - Klimawandel - Nachhaltige Entwicklung erarbeitet - mit eigenen Ideen, Befragungen, spannenden Präsentationen auch ohne PowerPoint.
Nachhaltige Entwicklung von Infrastruktursystemen (Jens Libbe)
Öffentliche Infrastrukturen unterliegen einem grundlegenden Wandel. Angesichts zahlreicher sich verändernder Rahmenbedingungen ist zu fragen, wie eine sichere Versorgung mit Dienstleistungen auf hohem Versorgungsniveau und unter Berücksichtigung ökologischer und sozialer Standards sichergestellt werden kann. Anhand ausgewählter Infrastrukturbereiche stellen die Studierenden ihre interdisziplinär entwickelten Überlegungen dar.
Nachhaltigkeit betrieblicher Güterlogistik (Prof. Dr. Max-Michael Bliesener)
Das Seminar zielt darauf ab, die logistischen Teilprozesse in einem Unternehmen im Hinblick auf Nachhaltigkeitsgesichtspunkte zu analysieren.
Die wichtigste Stelle im Unternehmen dafür ist die Produktentwicklung, d.h. ein Produkt muss mit einem nachhaltigen Design versehen werden. Dazu gehören z.B. eine demontagegerechte Konstruktion und Recyclingfähigkeitsaspekte. Nach der Konstruktion kommen die Teilprozesse Beschaffung, Produktion, Distribution und Entsorgung. In allen diesen Teilprozessen werden im Seminar die Nachhaltigkeitsperspektiven herausgearbeitet.
Nachhaltigkeit überbetrieblicher Güterlogistik (Prof. Dr. Max-Michael Bliesener)
Das Seminar zielt darauf ab, Verkehrsinfrastruktur und Verkehrsflüsse unter Aspekten der Nachhaltigkeit zu betrachten. Transportketten zwischen den Verkehrsträgern (Flugzeug, Schiff, Bahn, LKW) werden analysiert unter ökonomischen, ökologischen und sozialen Blickpunkten. Kostenvergleiche im ökonomischen Bereich werden durch ökologische vergleichende Betrachtungen ergänzt: z.B. CO2-Ausstoß, Lärm, Landschaftsverbrauch. Auch soziale Punkte werden betrachtet: LKW-Fahrer mit unterschiedlichen Bezahlungen, in sparsamem Fahren geschulte oder ungeschulte Fahrer und Unfallhäufigkeiten. Abgerundet wird die Gesamtsicht durch technische Möglichkeiten: GPS, Internet, Reifentechnik, Routenoptimierungssoftware.
Ökologische Finanzreform (Damian Ludewig)
Staaten und Gesellschaften sehen sich weltweit mit den Problemen des Klimawandels und explodierender Staatsschulden konfrontiert. Die Wirtschafts- und Finanzkrise hat sowohl die Schuldenkrise massiv verschärft, als auch den klimapolitischen Tatendrang der meisten Regierungen gedämpft. Eine Ökologische Finanzreform, die das Steuer- und Abgabensystem konsequent ökologisiert, kann nicht nur zu einer ökologischen Transformation der Wirtschaft führen, sondern auch einen substantiellen Beitrag zum Schuldenabbau erbringen.
Peak-Oil - Ende des Wohlstands oder Chance für nachhaltigen Reichtum? (Dr. Klaus Bergmann)
Die Verfügbarkeit von Öl hat unseren Lebensstandard ermöglicht. Das Fehlen von Öl stellt diesen in Frage. Erdöl ist, wie alle anderen Rohstoffe der Erde, endlich. Die Endlichkeit ist mit dem Paradigma vom unendlichen Wirtschaftswachstum unvereinbar. Wenn die Ölförderung nicht mehr steigerbar ist, kann die Wirtschaft aus heutiger Sicht nicht mehr wachsen. Im Seminar wird nach Auswegen aus dem Dilemma gesucht.
Umwelt- und Nachhaltigkeitsmanagement in der Industrie (Erhard Arhelger)
Inzwischen werden eine Vielzahl von Corporate Social Responsibility (CSR)- bzw. Nachhaltigkeitsberichten veröffentlicht. Die nachhaltige Entwicklung umfasst ökologische, ökonomische und soziale Aspekte in einem Unternehmen. In den CSR- oder Nachhaltigkeitsberichten formulieren die Unternehmen hohe Ansprüche an ihre eigene wirtschaftliche Tätigkeit. Im Seminar wurde untersucht, inwieweit die Unternehmen diesen Ansprüchen auch gerecht werden. Die Ergebnisse werden auf der Konferenz vorgestellt.
Unternehmerische Verantwortung. Zwischen CSR und unternehmerischer Nachhaltigkeit (Anke Steinbach)
Das Projektseminar „Unternehmerische Verantwortung“ folgt einem managementorientierten Ansatz. Im Mittelpunkt steht die praktische Bedeutung unternehmerischer Verantwortung. Die Studierenden werden mit den Grundkonzepten unternehmerischer Verantwortung vertraut gemacht. Sie werden darüber hinaus zur kritischen Reflektion über aktuelle Beispiele unternehmerischer Verantwortung angeregt. Deshalb setzen sich die Studierenden anhand von Fallbeispielen und vielfältigen praktischen Fragen auch in Diskussionen und Übungen mit unternehmerischer Verantwortung auseinander.
Wirtschaftstheorie und Finanzmarktkrise (Prof. Dr. Thomas Huth)
Die akute Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise der Jahre 2008 bis 2010 wirft die Frage nach einer Wirtschaftsweise auf, die offenbar geradezu staatsgefährdende Krisensymptome (enormer Anstieg der Staatsverschuldung, Risikobelastung von Zentralbanken) heraufbeschwören kann. In diesem Kontext erarbeitet das Seminar auf der Folie eines umfassenden Nachhaltigkeitsbegriffs Theorien, Theoriebausteine, Theoreme (wie z.B. das shareholder value - Konzept), die in der Wirtschaft, insbesondere auch in der Finanzwirtschaft, der letzten Jahrzehnte handlungsanleitend gewesen sind, um sie dann vor dem Hintergrund des so verstandenen Nachhaltigkeitspostulats kritisch zu reflektieren und auf ihre längerfristige Tragfähigkeit zu überprüfen. Ziel des Seminars ist die weitgehend selbständige, durch den Dozenten angeleitete problemorientierte Darstellung und Diskussion der Ergebnisse im Gruppenprozess, die Erstellung von Seminarpräsentationen und schriftlichen Ausarbeitungen sowie die Ergebnispräsentation auf der Konferenzwoche.