Lehren im Leuphana Semester und Komplementärstudium

Interviewreihe

Leuphana Semester und Komplementärstudium sind integrale Bestandteile des interdisziplinären Bachelor-Studiums am Leuphana College.

Das Leuphana Semester bildet den Auftakt: Dabei stehen für alle Erstsemester-Studierenden nicht nur methodische und fachliche Grundlagen auf dem Lehrplan, sondern auch die Auseinandersetzung mit aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen. Die über Fächergrenzen hinausweisende Breite des Leuphana Semesters wird im Komplementärstudium fortgeführt.

Das Komplementärstudium flankiert ab dem zweiten Semester das Fachstudium. Es ermöglicht den Studierenden am College, sich unvoreingenommen mit Problemen jenseits vertrauter Denkweisen auseinanderzusetzen, indem sie lernen, ihr Fachstudium aus der Perspektive anderer Fächer zu reflektieren.


Interviewauszüge

Das College sprach mit Lehrenden der Leuphana Universität Lüneburg über ihre konkreten Erfahrungen mit diesem besonderen Studienmodell:

Der Austausch zwischen Studierenden aus unterschiedlichsten Studiengängen ist für alle erfrischend. In homogenen Studiengängen fehlt manchmal dieser Perspektivwechsel.

Prof. Dr. Anne Barron

Die Lehre im Leuphana Semester ist projektorientierter und interdisziplinärer. Sie bietet eine einzigartige Chance, einen Blick über den fachlichen Tellerrand zu richten.

Prof. Dr. Anne Barron

Die Freiheitsgrade eröffnen im Komplementärstudium außerdem die Möglichkeit, mehr zu überraschen und kreativer zu sein. Auch kann ich mich mehr auf Wünsche und Erwartungen je nach Interessenslage der Studierenden einstellen und dadurch flexibel agieren.

Prof. Dr. Helmut Faasch

Ich halte es für eine gute Möglichkeit, eigene Routinen zu irritieren. Als Lehrende oder Lehrender bin ich ja mit meinen Themen vertraut und vermittele diese auf eine bestimmte Art und Weise. In interdisziplinären Gruppen kann es sein, dass das so nicht funktioniert, weil andere Fragen gestellt werden. Das verstehe ich dann als positive Anregung für mich, sowohl aus inhaltlicher, als auch aus didaktischer Sicht.

Dr. Yvonne Niekrenz

Die Fragestellungen der Studierenden sind häufig sehr interessant und originell. Die Studierenden im Leuphana Semester haben gute Ideen. Es macht natürlich Spaß, die Beantwortung solcher Fragestellungen zu unterstützen. Darin liegt der besondere Reiz.

Prof. Dr. Anne Barron

Viele Erstsemester-Studierende sind noch unsicher und wünschen sich viel direkte Anleitung. Ich finde es wichtig, gleich von Anfang an den Unterschied zwischen Universität und Schule deutlich zu machen. Dabei nutze ich zum Beispiel das, was ich "produktive Verunsicherung" nenne. Unter anderem: Dass es nicht darum geht zu lernen, welche Theorie von mehreren "die Richtige" ist, sondern zu erkennen, inwiefern welche Theorie jeweils Unterschiedliches erkennen lässt.

Dr. Steffi Hobuß

Das ist doch toll, wenn man die Chance hat, den Studierenden diese neue Welt ein Stück weit zu zeigen oder ihnen dabei zu helfen, sich diese zu erschließen. Natürlich ist das eine Herausforderung – aber die beidseitige Neugier auf das Neue ist auch eine schöne Abwechslung im universitären Alltag.

Dr. Yvonne Niekrenz

Eine Gemeinsamkeit ist natürlich, dass wissenschaftliches Arbeiten und kritisches Denken betont wird. Das ist etwas, was eine Universität unbedingt mitgeben muss. Nur so können die vielen Verzerrungen und Handicaps, die das menschliche Hirn nun mal hat und die vielen Probleme in der Gesellschaft, die auf Vorurteilen, verzerrten Wahrnehmungen oder ähnlichem basieren, reduziert werden. Dass heißt, es sind nicht die fachlichen Ziele, die man in einer Veranstaltung hat, sondern die Herangehensweisen, in denen die Gemeinsamkeiten liegen.

Prof. Dr. Ursula Weisenfeld


Sie haben Fragen zu der Interviewreihe oder zur Lehre am College?
Wenden Sie sich gerne an Maike Renneberg, Koordination College