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lunatic-Festival lockt mehr als 1000 Besucher auf den Campus

09. Juni 2010 Zum Abschluss wurde es emotional. „Danke für sieben Jahre lunatic, danke für sieben Jahre mit Euch! Ihr seid wahnsinnig!“, rief Thore Debor dem Publikum mit gebrochener Stimme zu. Der Initiator des lunatic-Festivals setzte den Schlusspunkt für das Musikfest, das am 5. Juni mehr als 1000 Zuschauer auf den Campus der Leuphana Universität Lüneburg lockte. Es war das letzte Festival auf dem Parkplatz vor der Vamos! Kulturhalle. Denn im kommenden Jahr wird das lunatic zwecks Baumaßnahmen umziehen. Das Festival-Team möchte das Musikevent künftig auf der Mensawiese veranstalten. „Spätestens im Oktober muss die Entscheidung getroffen sein“, kündigte Debor an.

Darren Bancroft von der Band "We Have Band" in Aktion.

Bei sommerlichen Temperaturen gab es für die Besucher wieder den ganzen Tag Musik auf die Ohren – von Elektro-Pop bis Hip Hop. Auf der großen Bühne eröffneten am Mittag „Die Chucks“ aus Lüneburg das Festival. Die Nachwuchsband war als Gewinner des „Opener Contests“ hervorgegangen. „Es war immer eine Herzensangelegenheit von uns auf dem lunatic zu spielen. Wir haben in den vergangenen Jahren bereits vier Mal unsere CD für den Bandcontest eingereicht und sie immer zurückbekommen. Aber dieses Jahr hat es geklappt. Es ist unglaublich hier“, schwärmte Sänger Raphael. Es folgten „Wo knew“ aus Island, die deutsche Band „Bratze“, die „Chrystal Fighters“ und „We have Band“ aus London sowie als Top-Act die „Looptroop Rockers“ aus Schweden.

Wie bereits in den Jahren zuvor hatten die Lunauten abseits der Musik wieder ein alternatives Kulturprogramm auf dem Festivalgelände zusammengestellt. Sportbegeisterte stellten ihr fußballerisches Können beim Human Table Soccer, einem überdimensionalen Kicker mit Menschen statt Figuren, unter Beweis. Studierende sprayten gemeinsam mit Profis Graffiti an aufgestellte Wände. Und die Besucher konnten sich an einem Stand des Werte-Ateliers ihre eigenen T-Shirts designen. Zum ersten Mal auf dem Festival vertreten war der „umbauWagen!“. Der ausrangierte Wagon kann von Studierenden als Kultur- und Kommunikationsplattform genutzt werden. Bands können den Wagen zum Beispiel für ihre Auftritte nutzen, Künstler als Ort für Performances und Lüneburger als Möglichkeit in ganz Deutschland über ihre Stadt zu berichten. So wird der umbauWagen! auch auf Tour gehen und auf dem Hurricane-Festival, dem Lüneburger AStA-Sommerfest und beim Hochschulsportfest aufgebaut.

 

lunatic – die Idee

Gegründet aus dem Praxis-Seminar zur Festival-Organisation im Dezember 2003 verfolgt der studentische und gemeinnützige Verein lunatic mehrere Ziele. Durch die jährliche Planung und Durchführung des lunatic-Festivals soll in erster Linie ein anspruchvolles Line-up auf die Beine gestellt werden, das Besucher, Künstler und Partner gleichermaßen überzeugt und möglichst eine überregionale Aufmerksamkeit für das Projekt lunatic, für die Stadt Lüneburg und die Leuphana erzeugt.

Eingebettet ist die Festivalorganisation in das Seminarangebot „Nachhaltiges Eventmarketing – das lunatic Festival“. Die Studierenden beschäftigen mit dem ideologischen Hintergrund des Events – dem Thema Nachhaltigkeit. Das Organisationsteam besteht jedes Jahr aus rund 30 Studierenden der Leuphana. Ihr Wissen wenden die Seminarteilnehmer dann in der Praxis an. „Das lunatic-Festival ist eine starke Vernetzung zwischen Stadt und Universität und zwischen Studium und Gesellschaft. Das Studium im Leuphana College ist also nicht nur eine Erfahrung innerhalb des Hörsaals, sondern vielmehr eine Lern- und Lebenserfahrung“, sagt College-Leiterin Dr. Karin Beck.

Seit der Gründung des Vereins lunatic steht die nicht-kommerzielle Ausrichtung des Festivals stets im Vordergrund. Als gemeinnütziger Verein wählt das lunatic Team jährlich ein Partnerprojekt und kommuniziert dessen Hintergründe und Ziele in den diversen PR-Kampagnen, womit für eine zusätzliche Verbreitung über weitere Kanäle gesorgt wird. Die Idee, regionalen und einem breiten Publikum noch nicht bekannten Bands ein Forum für ihre Musik zu bieten, ist ebenfalls Teil des Nachhaltigkeitskonzepts des lunatic. Für diese Idee der ständigen Erneuerung des Organisationsteams und das hohe Kreativitätspotenzial wurde der Verein 2008 ausgezeichnet. Von der Initiative „Deutschland – Land der Ideen“ wurde das Festival als „Ausgewählter Ort 2009“ ausgezeichnet.

Weitere Informationen finden Sie hier

19.09.2011, Brüggen