Forschung & Transfer
An der Leuphana ist es bereits Tradition, dass Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ihre Universität als Organisation in ihre Forschung einbinden. Mittlerweile befassen sich verschiedene Forschungsprojekte an der Leuphana direkt mit dem Ziel der „Klimaneutralen Leuphana“. Die Inhalte reichen von nachhaltigen Gebäudeenergietechnologien, Energieeffizienz über Geschäftsmodelle und akteursbasierte Dienstleistungen für ein nachhaltiges Facilitymanagement zur ökosozialen Betrachtung der Nutzerinteraktionen. Daneben beteiligen sich die Professuren der Initiative Nachhaltigkeitsforschung in einem laufenden Diskurs mit den Architekten an der nachhaltigen Entwicklung des neuen Zentralgebäudes, das Prof. Libeskind zur Unterstützung der inhaltlichen Neuausrichtung der Leuphana entworfen hat.
Klimaneutraler Campus und Energiesystem Leuphana Universität Lüneburg mit Wärmespeicher und Einbindung des Zentralgebäude-Neubaus als flexibler Niedrigexergie-Wärmeabnehmer
Prof. Dr. Ruck
Im November 2010 erhielt die Leuphana vom Bundesministerium für Wirtschaft eine Förderzusage über 3,4 Mio Euro zur Realisierung des nachhaltigen und klimaneutralen Gebäudekonzeptes.
Ziel des Projektes ist die klimaneutrale Energieversorgung des Campus Scharnhorststraße und des Stadtgebietes Bockelsberg. Hierzu soll ein Energiesystem integral mit der Sanierung der Bestandsgebäude in einem innovativen Prozess beplant und aufbauend auf den Erfahrungen hinsichtlich Wärmespeicherung im Untergrund entwickelt werden.
In einem ersten Schritt wird in einem vom Bundesumweltministerium im Rahmen der Klimaschutzinitiative (BMU und Projektträger Jülich, Aussenstelle Berlin) geförderten Projekt zur Erstellung eines Klimaschutz-Teilkonzeptes für einen klimaneutralen Campus eine Bestandsaufnahme der energetischen Qualität der Bausubstanz auf dem Campusgelände erarbeitet. Hierauf aufbauend werden vier Sanierungsvarianten mit Wirtschaftlichkeitsbetrachtung für den späteren integralen Prozeß entwickelt.
Ein bedeutender FuE-Aspekt ist die optimierte Einbindung von Wärmespeicher (bspw. Aquiferspeicher) durch eine Optimierung der Rückflusstemperaturen, eine exergetisch sinnvolle Energieauskopplung unter Nutzung der Niedrigexergie-Heizungssysteme des geplanten Zentralgebäudes und die Entwicklung eines „intelligenten“ Steuerungssystems für Zentralgebäude und Wärmenetz, dass die flexible Reaktion auf die Situation im Wärmenetz (Temperaturen, Ladungszustand des Speichers etc.) und eine optimale Exergieausnutzung erlaubt.


