Meldungen aus der Forschung

Leuphana Studie zeigt: Bei Führung auf Distanz müssen Chefs ihren Mitarbeitern trauen

Niederlassungen im In- und Ausland, Außendienst, Homeoffice – jede vierte Führungskraft in Deutschland leitet räumlich getrennt arbeitende Beschäftigte an. Dieses Führen auf Distanz gelingt am besten, wenn die Führungskräfte ihren Mitarbeitern vertrauen. Das legt die aktuelle Erhebung „Führen 3D – Führung im Spannungsfeld von Distanz, Digitalisierung und Demografischer Entwicklung“ der Leuphana Universität Lüneburg nah. Befragt wurden Führungskräfte und Mitarbeiter in über 25 mittelständischen Unternehmen und Großkonzernen, unter anderem aus den Branchen Bau und Logistik sowie dem produzierenden Gewerbe. Fast alle gaben an, dass gute Beziehungen und verlässliche Kommunikation Distanzen zwischen Führungskräften und Mitarbeitern erfolgreich überbrücken. Die Studienleiterin Professorin Sabine Remdisch stellt am Mittwoch, 13. August 2014, aus der Studie abgeleitete Strategien für Führungskräfte zum Führen auf Distanz an der Leuphana Universität Lüneburg vor.

„Zu einer guten Beziehung zwischen Führungskraft und Mitarbeiter gehört neben Vertrauen auch, Mitarbeiter bei Entscheidungen zu beteiligen und sensibel für ihre Bedürfnisse zu sein – auch ohne Face-to-face-Kontakt“, erläutert Professorin Remdisch. Auf der Informations- und Kommunikationsebene sei entscheidend, dass Chefs sensibel kommunizieren, insbesondere im Schriftverkehr, wo nonverbale Signale entfallen. „Führungskräfte sollten beispielsweise ihre Formulierungen in E-Mails kritisch prüfen und sich durch Rückfragen versichern, ob eine Botschaft wie gewünscht angekommen ist.“ Außerdem sei hilfreich, Informationen nach festen Regeln auszutauschen, die Verlässlichkeit demonstrieren. Dazu zähle, Gesprächsergebnisse, nächste Schritte und Ziele für alle Beteiligten einsehbar festzuhalten. Um einseitige Kommunikation zu vermeiden, sollten Führungskräfte ihre Mitarbeiter zu Nachfragen ermutigen. „Vor allem Personen an entfernten Standorten müssen das Gefühl haben, dass ihr Chef Interesse zeigt und ansprechbar ist“, erklärt Remdisch. Beim Einsatz von Medien in der Führungskommunikation empfiehlt die Personal- und Organisationspsychologin, anlassbezogen zu handeln. „Allgemeine Informationen können Führungskräfte über E-Mails weitergeben, bei konfliktbezogene Inhalten oder persönlichen Themen sollten sie lieber das persönliche Gespräch wählen.“

Im Workshop „Führungskultur: Mit kompetenter Führung Distanzen erfolgreich überbrücken“ am 13. August vermitteln Remdisch und ihre Mitarbeiter in Kurzvorträgen und Übungen weitere Strategien zur Überwindung räumlicher und kultureller Distanzen in Unternehmen. Sven Tanneberger, Senior Account Manager des Hamburger Ingenieurbüros kumkeo GmbH, berichtet im Workshop über Herausforderungen, Chancen und den Umgang mit der Führung auf Distanz. Die Veranstaltung des Unternehmensverbunds „Performance Management im Mittelstand“ im Innovations-Inkubator richtet sich an Führungskräfte kleiner und mittelständischer Unternehmen. Sie findet von 14 bis 18 Uhr auf dem Campus Rotes Feld statt. Interessierte können sich bis 8. August kostenlos anmelden unter christina.korf@inkubator.leuphana.de.


Sarah Just
Projektkoordinatorin Innovations- und Transferverbund „Performance Management im Mittelstand“
Innovations-Inkubator
Leuphana Universität Lüneburg
Telefon 04131.677-7785
sarah.just@inkubator.leuphana.de